Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

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Donnerstag, 19. September 2013

"Junge Welt" bezieht Stellung!

Die "Junge Welt" hat äußerst prompt reagiert und mir auf meine gestrige Anfrage hin folgende Antwort geschickt:

"Sehr geehrte Frau Kreiten,
in den vergangenen Wochen war ich nicht in Berlin und komme nun erst zur
Durchsicht der in der Zwischenzeit eingegangener Emails. Für Leserbriefe
bin ich zunächst nicht der richtige Ansprechpartner. In der Debatte rund
um Sotschi soll natürlich auch der tscherkassische Aspekt Beachtung
finden, daher haben wir ihre Zuschrift, die wohl in der Fülle der
Leserpost zunächst unterging, nun online publiziert. Vielleicht bieten
Sie uns als Spezialistin auch einmal einen Beitrag z. B. für die
Geschichtsseite an? Ich stelle Ihnen ggf. gern den Kontakt zum hier
zuständigen Redakteur her.

--
Mit freundlichen Grüßen
Peter Steiniger"


Ich bin zugegebenermaßen überrascht, aber auch sehr erfreut über diese positive Wendung (wie natürlich auch über das Schreibangebot an mich!). Es ist also doch durchaus von Nutzen, wenn man mit gutem Willen aufeinander zugeht. Ich  hoffe aber auch, daß dieses Beispiel künftig Schule macht wird und damit letztendlich auch gesetztere  Medien wie den Spiegel erreicht, von dem ich leider immer noch keinerlei Reaktion auf meine Kritik erhalten habe.

Ich habe Herrn Steiniger am 23.9.2013 folgendes geantwortet:

"Sehr geehrter Herr Steiniger,
Haben Sie vielen Dank für Ihre prompte und überaus positive Reaktion. Ich bin sehr erfreut darüber, daß mein Leserbrief nun zumindest im nachhinein freigeschaltet wurde. Gerne auch nehme ich das Angebot an, selbst für Ihre Zeitung einen Beitrag zur Kolonialgeschichte des Westkaukasus zu schreiben. Ich  wäre Ihnen somit in der Tat dankbar, wenn Sie Kontakt zum zuständigen Redakteur herstellen könnten.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit jedoch auch ausdrücklich darauf verweisen, daß, insbesondere in Bezug auf aktuelle Belange wie die Protestbewegung im Umfeld von Sotschi 2014 oder die Situation der tscherkessischen Diapspora in Syrien, auch kompetente Gesprächspartner von tscherkessischer Seite für beispielsweise Interviews zur Verfügung ständen. Mir als Kolonialismus-kritischer Ethnologin liegt es sehr am Herzen, daß nicht nur auf patrimoniale Weise über die Tscherkessen als Objekt imperialer und neoimperialer Interessen und Strukturen gesprochen wird, sondern daß tscherkessische Vertreter vielmehr auch selbst Gelegenheit erhalten, sich in den öffentlichen Diskurs miteinzubringen. Ich bin, sollte bei der Jungen Welt jetzt oder in Zukunft entsprechendes Interessse bestehen, gerne bei der Herstellung entsprechender Kontakte zu deutsch- oder englischsprachigen Tscherkessen behilflich.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie ebenfalls darauf hinweisen, daß die Gesellschaft für bedrohte Völker heute und morgen in Berlin die Gelegenheit zum Pressegespräch mit Inal Tamzok und Schamis Hatko bietet (siehe offizielle Einladung unter:http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=3665 ). Morgen, d.h. am 24.9.2013, findet zudem im Rahmen der Interkulturellen Woche von Wittenberg auch eine öffentliche Veranstaltung unter dem Titel Reise durch die Jahrhunderte – Vortrag von Sarah Reinke und Diskussionsrunde zum Land Tscherkessien mit Ullrich Pfingsten, Ilya Rifkin und der syrischen Journalistin Lina Saharai" statt. Es wäre meines Erachtens sehr schön, wenn trotz der Kurzfristigkeit hier ein Journalist der Jungen Welt noch Gelegenheit zur Berichterstatttung finden könnte.
Falls diese Termine zu knapp gewählt sein sollten, so möchte ich Sie bereits jetzt darauf aufmerksam machen, daß sich im November mit der Eröffnung der Ausstellung zu tscherkessischer Kultur und Geschichte im Völkerkundemuseum von Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Wulf Koepke eine weitere Gelegenheit zu einem formalen Pressegespräch bieten wird. Der genaue Termin für die Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung steht noch nicht fest, er wird aber voraussichtlich in die 3. oder 4. Novemberwoche fallen. Es würde mich sehr freuen, wenn ich mit diesen Veranstaltungshinweisen das Interesse des einen oder anderen Journalisten der Jungen Welt an der tscherkessischen Thematik geweckt haben sollte.
Ich verbleibe in der Hoffnung auf eine produktive Kooperation bezüglich eines historischen Beitrags meinerseits und eventuell auch weitergehenden Gesprächen mit Vertretern der tscherkessischen Diaspora.
Mit freundlichen Grüßen und nochmals bestem Dank,
                                                                                           Irma Kreiten"

Nachtrag vom 6.10.2013 : Leider habe ich bisher keine erneute Rückmeldung erhalten und denke daran, demnächst diesbezüglich nachzufragen. Ich erwähne dies hier, damit keine Mißverständnisse aufkommen bezüglich des Ausbleibens eines Artikels von mir, ich wäre nach wie vor interessiert, selbst zu schreiben, wie auch, andere Gesprächspartner, die in die Thematik eingearbeitet sind, zu vermitteln. 

Nachtrag vom 13.10.2013: Ich habe letzte Woche eine erneute, sehr interessierte und freundliche Rückmeldung erhalten und werde nun eine mögliche Publikation eines Artikels zu dem Völkermord an den Tscherkessen samt aktueller Bezüge mit dem entsprechenden Ressortleiter besprechen. 

Nachtrag vom 23.11.2013: Leider habe ich bis heute keine Reaktion des zuständigen Ressortleiters erhalten. Unabhängig davon, wie nun die Angelegenheit ausgehen wird, d.h. ob ich letztendlich die Möglichkeit erhalten werden, einen Artikel in der Jungen Welt zu veröffentlichen oder nicht, zeigt dies hoffentlich auch, wie schwierig und langwierig es im Gegensatz zum normalen Nachrichtengeschäft sein kann, nordkaukasische Angelegenheiten und Perspektiven zur Sprache zu bringen.



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