Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

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Dienstag, 27. Januar 2015

Debattenkultur oder Diffamierungskultur? Prof. Dr. Rainer Rothfuß hat geantwortet...

Am 15.12.2014 war in der Tübinger Ringvorlesung "Clash of Civilizations" der Schweizer Historiker Daniele Ganser als Redner zu Gast und hat Verschwörungstheoretisches zu 9/11 präsentiert. Eingeladen hatte der Tübinger Humangeograph Prof. Dr. Rainer Rothfuß, der seinerseits einigermaßen querfrontig wirkt, u.a. den sogenannten Islamkritikern von "Politically Incorrect" nahesteht, sich politisch beispielsweise an Vladimir Putin und Ron Paul orientiert und gerne die rechtsesoterischen Inhalte des Kopp-Verlags liest.

Ich hatte vorab in einem analytischen Text ("Rainer Rothfuß goes Querfront") auf Daniele Gansers Umfeld und dessen ideologischen Kontext verwiesen sowie auch weitere problematische Aspekte der Vorlesungsreihe thematisiert, inklusive deren geschichtsrevisionistischer Tendenzen. Da "Clash of Civilizations" eine eigene facebook-Seite besitzt, die explizit dem Entstehen einer breiteren Diskussion dienen soll, ich andererseits außerhalb meines blogs wenig Möglichkeiten habe, mich bemerkbar zu machen, hatte ich dann direkt an dieser Stelle gepostet. Ich erhielt von Prof. Rothfuß daraufhin eine kurze FB-Notiz, daß er sich über die Feiertage (Weihnachten/Sylvester) mit meinem Text auseinandersetze wolle. 

Am 31. Dezember 2014 traf dann die eigentliche "Antwort" ein, allerdings enttäuschend formlos und wenig sachbezogen gehalten. Der Text bietet, obwohl recht kurz ausgefallen, statt einer sorgsamen inhaltlichen Auseinandersetzung mit meiner Kritik eine stolze Anzahl von personenbezogenen Verdrehungen, Falschbehauptungen und fehlerhafter Logik, so daß ich mir erlaube, den Text hier in einzelne Absätze aufzubrechen und Stück für Stück Richtigstellungen und Ergänzungen anzubringen. Möglicherweise gibt auch dies Außenstehenden einigen Aufschluß über die Arbeitsweisen des Herren Professors.

Vorweg sei gesagt: der Text geht grundsätzlich am Kern meines Schreibens vorbei. Insbesondere auf die aufgezeigten antisemitischen, islamophoben und geschichtsrevisionistischen Zusammehänge auf personeller wie inhaltlicher Ebene wird mit nichts eingegangen. Der propagandistische Effekt von Verschwörungstheorien und deren Haß- und Gewaltpotential wird ebenfalls außer Acht gelassen. Man kann leider daraus den Schluß ableiten, daß diese Zusammenhänge Herrn Rothfuß nicht einer kritischen Auseinandersetzung wert erscheinen und ihm hier ein entsprechendes Problem- und Verantwortungsbewußtsein fehlt.

Seine Replik auf meinen Text beginnt Rainer Rothfuß - nicht gerade uncharakteristisch für Querfrontkreise - mit einem Abheben auf meine Person und einem Eigenlob:


"Liebe Frau Kreiten, ich habe Ihren Blogbeitrag aufmerksam gelesen. Es tut mir sehr leid, dass Ihr spannendes Promotionsthema mit dem Hinweis auf zu große politische Brisanz abgewiesen wurde. Das hätte es bei mir nicht gegeben, da ich keine Angst vor schwierigen Themen habe."

Tatsächlich hatte ich in meinem Schreiben erwähnt, daß mein Dissertationsvorhaben in Tübingen auf übergroße Widerstände gestoßen war. Leider stellt dies Herr Rothfuß hier als eine Art persönliches Unglück dar und nicht begreift das Geschilderte als politisch motivierte Begrenzung freier Forschung, die einer demokratisch organisierten und an wissenschaftlichen Standards ausgerichteten akademischen Community ja wohl nicht einfach egal sein kann. Rothfuß mißachtet, daß die historische Aufarbeitung genozidaler Gewalt auch jenseits von Promotionsurkunden eine Bedeutung besitzt: Sowohl für die Nachkommen der Opfer, in diesem Falle die tscherkessische Minderheit im Nordkaukasus und die weltweite tscherkessische Diaspora (mit ca. 40 000 Vertretern in Deutschland selbst), als auch für die sie umgebenden Mehrheitsgesellschaften. Jede Aufarbeitung eines Völkermords kann als Signal der Verständigung und der Reue gelesen werden, jeder ignorierte Völkermord führt dagegen den Diskurs der  Täter weiter und vermittelt zudem der Weltöffentlichkeit, daß genozidale Akte im Zweifelsfall nicht aufgeklärt werden. Wenn Vernichtungsgewalt derart ohne Konsequenzen bleibt, wird auch vermittelt, daß sie sich in bestimmten Situationen politisch "lohnen" kann. Es ist damit keineswegs politisch bzw. gesellschaftlich irrelevant, ob Völkermorde, auch solche, die schon länger zurückliegen, wissenschaftlich bearbeitet werden können oder eben nicht.

Da Herr Rothfuß denn nun schon so sehr auf meine persönlichen Erfahrungen abhebt und darüber meine Kritik an Daniele Gansers politischen Positionen vergißt, er andererseits aber das, was ich den fraglichen zwei knappen Paragraphen geschrieben hatte, nicht wirklich rezipiert, hier denn noch ein paar Korrekturen im Detail: Es ist nicht richtig und keineswegs in meinem vorangegangenen Text zu entnehmen, daß ich mit meiner Bewerbung  zur Promotion in Tübingen abgewiesen worden wäre. Dies wäre ganz im Gegenteil wünschenswert bzw. zumindest auf eine gewisse Weise ehrlich gewesen, es hätte mir viel Leid und große Umwege erspart. Mit meinem damaligen akademischen Profil war ich ganz und gar nicht auf die Gnade des einen oder anderen deutschen Professors angewiesen gewesen und hätte ebensogut im Ausland ein Doktorandenstudium aufnehmen können. Tatsache aber ist, daß ich mich auf ein vermeintlich bestehendes Vertrauensverhältnis verlassen habe und dem explizit geäußerten Wunsch meines damaligen Professors nachgekommen bin, in dem von ihm geleiteten Teilbereich des Tübinger SFBs "Kriegserfahrungen" zu promovieren.

Ebenfalls falsch ist, daß "zu große politische Brisanz" als Ablehnungsgrund angegeben worden sei. Inhaltliche Argumente haben in "meinem" Tübinger SFB keine Rolle gespielt. Die Gegnerschaft zu meinem Projekt wurde auf indirektem Wege ausgetragen, mit unwissenschaftlichen Vorwänden, Ausreden, "logistischer" Disziplinierungsmaßnahmen (Zurückhaltung der notwendigen Infrastruktur für Forschung) und persönlichen Angriffen, mittels derer ich in die gewünschte Richtung gedrängt werden sollte. Mein Ansatz und meine Forschungserträge waren "falsch": Einen Völkermord an den Tscherkessen, ethnische Säuberungen, planmäßige Deportationen habe es nicht gegeben, die Beschäftigung mit genozidaler Gewalt führe mich in die Irre, dieses und jenes sei irrelevant, langweilig, anderes schon zu gut erforscht. Belege hatten meine Projektleiter bei derartigen Vorhaltungen nicht nötig. Auf Nachfrage wurde hin- und wieder auch schon mal ein Rückzieher gemacht, allerdings nur, um die gleichen Vorwürfe bei der nächstbesten Gelegenheit in eben dieser Form wiederaufzuwärmen. Eine faire, offene und sachbezogene Auseinandersetzung über meine Thesen und meine bereits geleistete Arbeit habe ich über vier Jahre hinweg in Tübingen nicht erlebt. Das weitere Voranschreiten meines Projektes ist auch mittels des Einbehaltens von Forschungsmitteln und irriger Arbeitsanweisungen blockiert worden. Aus meiner Sicht stellt sich dies als Täuschung, Manipulation und systematisches Herausdrängen aus der akademischen Community aufgrund politischer Gemengelagen dar.

Herr Rothfuß, der dies ganz anders verstanden haben will, liest entweder denn gar nicht "sorgfältig", wenn er aus einer systematischen Forschungsbehinderung persönliche Verletztheit über ein abgewiesenes Projekt macht, oder erzählt gerne um, weil es so für ihn schöner und annehmbarer klingt. Kurios ist der Hinweis, mit ihm als Doktorvater seie mir derartiges nicht passiert. Das mag zwar seiner eigenen Auffassung entsprechen, ich sehe jedoch, daß da, wo andere Kollegen aus politisch ungünstiger Konstellationen heraus ein unschönes Ausweichsverhalten an den Tag legen, sich mitunter auch entsprechend - akademisch wie menschlich -  fehlverhalten, Rainer Rothfuß sich ohne jegliche Not, ohne  ersichtlichen Zwang und Druck, von sich aus in diejenigen Netzwerke einordnet, die sich der Aufklärung des Völkermordes an den Tscherkessen und vielem anderen mehr entgegensetzen, daß er sich zusammen mit Daniele Ganser und weiteren Referenten der Ringvorlesung aktiv am Verbreiten der entsprechenden Inhalte und ideologischen/politischen (etwa: zentralistisch-russischen) Positionen beteiligt.

"Leider haben Sie ihren Beitrag aber vor dem Vortrag von Dr. Ganser geschrieben, so dass sie nirgends auf seine Argumente eingehen bzw. diese widerlegen. Darüber ließe sich sicherlich trefflich diskutieren."

Natürlich habe ich meinen Beitrag vor dem Auftritt Daniele Gansers in Tübingen geschrieben, u.a. deswegen, weil ich meine Kritik gerne mit Beispielen, Quellenangaben und Literaturverweisen unterfüttere (und nicht etwa gerne textliche "Schnellschüsse" abliefere). Ich kann mit gutem Gewissen sagen, daß ich mich im Vorfeld mit einem Großteil der Artikel, Vorträge und Publikationen Daniele Gansers bekannt gemacht habe, auch wenn dies zeitraubend und intellektuell bisweilen wenig erquicklich war. Einiges bin ich Satz für Satz wiederholt durchgegangen, anderes habe ich immerhin überflogen. Vor diesem Hintergrund behaupte ich zu sagen: Daniele Gansers Vorträge, insbesondere die zum Thema "9/11", sind überaus ähnlich gestrickt und funktionieren weitgehend im Baukastenprinzip, weichen oftmals nur in Details von einander ab. Sie weisen die gleichen Argumentationsschemata auf, führen die gleichen Standard-Beispiele an, bemühen anderweitig bereits erprobte Gags, haben einen ähnlichen Aufbau. Zudem bedienen sie sich über weite Strecken des Standardrepertoires international vernetzter Truther-Kreise, bilden also in diesem Sinne auch nur bedingt einen eigenständigen, originellen Zugang Daniele Gansers zu 9/11-Thematik ab. 

Gerne hätte ich im Detail abgeglichen, inwiefern der Tübinger neben Altbekanntem auch Anderes bot. Leider aber ist die Aufnahmequalität recht schlecht, so daß ich mir nur ein allgemeines Bild machen konnte. Daß kein einziger neuer Satz gefallen und keinerlei bisher ungehörtes Argument angeführt worden wäre, kann ich nicht behaupten. Das, was zu hören und in Form von Folien zu sehen ist, sind jedoch größtenteils die üblichen "Argumente" und "Fakten", die als solche schon lange und breit in der Öffentlichkeit diskutiert worden sind. 

Ein Großteil dessen, was Ganser immer wieder als mysteriöse Aspekte von "9/11" darstellt, ist längst aufgeklärt bzw. widerlegt. Ich selbst war in meiner Kritik allerdings einen anderen Weg gegangen und halte mir eine diskursbezogene Auseinandersetzung mit Gansers 9/11-Thesen zugute (*)Auch der konsekutive Text, den ich Prof. Rothfuß übermittelt hatte, war auf Gansers Inhalte und Argumentationsführung eingegangen, wenn auch in knapperer Form. Offenbar überprüft der Veranstalter der Ringvorlesung jedoch nicht, bevor er Kollegen mit dem Vorwurf belegt, diese hätten sich "nirgends" mit den fraglichen Argumenten und Inhalten befaßt. Im vorliegenden Fall hätte schon ein Blick auf die Fußnoten meines Textes ihm eine derartige Falschbehauptung erspart. Die reflexhafte und geradezu ritualisierte Reaktionsweise illustriert jedoch erneut, daß man - entgegen der eigenen Bekundungen und Forderungen - in VT-Kreisen zu einer "offenen Debatte" denn eben gerade nicht bereit ist, auch dann nicht, wenn man sie explizit angeboten bekommt. 

"Aber auch alle anderen, die sich im Vorfeld so sehr gegen seine Einladung gesträubt hatten, haben die Gelegenheit eines offenen Austauschs über Sachargumente weder im Diskussionsteil nach dem Vortrag (40 Minuten) genutzt, noch die Möglichkeit hier auf dieser Seite wenigstens noch widerlegende Argumente zu bringen."
Wer "alle anderen" sind und wie diese sich verhalten haben sollen, ist mir unbekannt. Ich persönlich fühle mich von der hier vorgebrachten Vorwürfen jedenfalls nicht angesprochen. So ganz ohne Kritik, wie Herr Rothfuß suggeriert, scheint die Diskussion aber doch nicht über die Bühne gegangen zu sein, dies läßt sich zumindest aus dem Bericht des Schwäbischen Tagblatts schließen. Es heißt dort:
"Auf Nachfrage erklärte Ganser, er habe sich nicht genauer mit den Antisemitismus-Vorwürfen gegen Jebsen auseinandergesetzt. Die Unterscheidung zwischen links und rechts halte er jedoch für zunehmend überflüssig. Prof. Rothfuß erklärte lediglich, dass in seinen Augen ein Youtube-Video Jebsens die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hinreichend entkräfte. Ganser und Rothfuß freuten sich vor allem darüber, dass der Vortrag durch die Aufzeichnung Jebsens eine stärkere Verbreitung finde."

Der Vorwurf der Einordnung in antisemitische, rechtspopulistische bis rechtsextreme Zusammenhänge ist nun keineswegs peripher, sondern zentral, zumal sich die ideologischen Positionen dieser Netzwerke auch in den Inhalten Daniele Gansers spiegeln, bis hin zu Reminiszenzen an die berühmt-berüchtigte Fälschung der "Protokolle der Weisen von Zion". Zu befürchten ist angesichts des vollkommenen Ignorierens dieses semantischen Kontextes aber auch, daß Herr Rothfuß eine recht seltsame Auffassung von "Sachargumenten" hat, Themen wie "Rechtsextremismus", "Rechtsesoterik" und "Geschichtsrevisionismus" gar nicht als Diskussionsgegenstände in eigenem Recht wahrnimmt, er mir und anderen vielmehr gerne eine Diskussionen über Thierry Meyssans  Geschoß-Austrittsloch an der Rückfassade des Pentagons sowie über die nicht mehr existenten Stahlträger des WTC 7 aufgenötigt hätte.

"Es ist doch traurig, wenn an unseren Universitäten die Debattenkultur zu einer Diffamierungskultur verkommt, wo in erster Linie darauf geschaut wird, was wer wo mal gelesen hat oder mit wem wer auf einem Foto abgelichtet wurde!?"

Dazu, wie es allgemein um die Debattenkultur an "unseren Universitäten" bestellt ist, maße ich mir keine pauschale Aussage an. Allerdings habe gerade ich selbst in Tübingen erfahren müssen, wie eine "Debattenkultur" aussieht, die wenig bis gar nichts  mit wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu tun hatte, dafür aber sehr viel mit persönlicher Diffamierung und politisch motiviertem Ausschluß. Auch hier scheint Herr Rothfuß denn wieder reflexhaft zu reagieren und legt damit ein weiteres stereotypes Truther-Verhalten an den Tag: er fühlt sich von einer imaginierten Mehrheit aufgrund seines Vertretens "ungewöhnlicher" Positionen  angegriffen auch da, wo er denn nun mal gerade gar nicht einem/einer hegemonialen, privilegierten Gesprächspartner(in) gegenübersteht. Auf mich wirkt das regelrecht komisch, kann er doch hierbei auf die Unterstützung von Kreisen zählen, die an den Staatschef des größten Landes der Erde angebunden sind - und zufällig eben jenes Staatschefs, der mir und anderen das Leben nicht gerade leicht macht.

Daß Prof. Rothfuß meine Vorgehensweise mit einem "was wer wo mal gelesen hat" in Verbindung bringt, finde ich wiederum einigermaßen kränkend. Ich achte sehr darauf, eine Argumentation auf der Basis von Berührungskontamination zu vermeiden. So bin ich bemüht, aus einzelnen Kontakten keine Rückschlüsse auf das Gesamtprofil einer Person zu ziehen. Sprich: ich frage durchaus, wie zufällig und ephemer dieser oder jener Kontakt gewesen sein mag, sehe mir an, wie eng sich Vernetzungen gestalten, ob denn auch ideologische Schnittmengen und gemeinsame politische Positionen vorhanden sind, ob beobachtete Berührungen, Verbindungen und Überkreuzungen tatsächlich Teil eines Netzwerkes bilden, über das auch bestimmte Inhalte weitergegeben, beeinflußt oder sogar generiert werden.

In der Regel achte ich demnach auch darauf, ob eine bestimmte Person sich möglicherweise unabsichtlich in einen problematischen Kontext begeben hat, suche nach Hinweisen darauf, ob man sie bereits auf diesen aufmerksam gemacht hat, und wenn ja, wie sie auf Warnungen und/oder frühere Kritik reagiert hat. In meinem Text zu Rainer Rothfuß und Daniele Ganser habe ich ebendies getan. Gerade vor diesem Hintergrund hatte mich interessiert, daß Rainer Rothfuß selbst einen Hang zu Verschwörungstheorien und rotbrauner Esoterik aufweist und seine Lektüre von Publikationen des Kopp-Verlages mehrfach verteidigt hat. Vor diesem Hintergrund hat sich meines Erachtens geklärt, daß die Einladung an Daniele Ganser kein "Mißgriff" und kein "Versehen" war, sondern dieses sich durchaus in den weiteren Rahmen der Ringvorlesung, wie sie von Rothfuß konzipiert worden war, fügte. Nun scheint Rothfuß aber auch dieses Recherche-Ergebnis nicht recht zu sein.

Sollte es passieren, daß meine Texte trotz meines Bemühens um sorgfältiges Vorgehen  argumentative Schwachstellen oder Fehlschlüsse aufweisen und ich mit meinen Einschätzungen über das Ziel hinausgeschossen bin, so bitte ich, dies dann doch auch konkret zu benennen und entsprechend sachliche (!) Gegenargumente und Fakten anzubringen, anstatt mir so vage wie allgemein das Herstellen falscher Zusammenhänge zu unterstellen. Und da wir gerade an einem verwandten Punkt angelangt sind: zu einem repektvollen Umgang mit Kollegen gehört dazu, daß man deren Recherchen und Analysen nicht bereits vor der Lektüre als "fleißige Zusammenstellung" abqualifiziert. Gerade letzteres ist ebenfalls eine der gängigen Verhaltensweisen in Querfront- und Putinistenkreisen: Werden die eigenen Verbindungen und ideologischen Kontexte kritisch durchleuchtet, insinuiert man, sein Gegenüber habe zwar eine große Datenmenge angehäuft, wisse diese aber nicht richtig zu ordnen und zu lesen. Auch einige der Kommentare auf meinem blog legen hiervon beredtes Zeugnis ab.

"Ich kann mit Ihnen hier gerne darüber diskutieren, warum ich dagegen bin, dass meinen kleinen Kindern Impfstoffe gespritzt werden, die erhebliche Mengen toxischen und karzinogenen Formaldehyds enthalten (das haben Sie auf meiner privaten Facebook-Seite gefunden und zwecks "Beweismittelsicherung" mittels Screen-Shot wohl "gesichert");aber wäre es nicht fairer und zielführender, mich als Menschen einfach mal so stehen zu lassen, wie ich bin und wie ich Sie auch stehen lasse und Sie sprechen mich auf irgendeine spezifische inhaltliche Fragestellung der Reihe oder des Vortrags an?

Leider scheint mich auch hier Rainer Rothfuß gründlich - möglicherweise absichtlich -  mißverstanden zu haben. Ob Rainer Rothfuß seine Kinder impfen läßt, geht mich in der Tat nichts an, interessiert mich auch nicht und hat mit anderen Menschen nur insofern zu tun, als eine Gefährdung des  öffentlichen Wohls oder schutzbedürftiger Minderjähriger ausgeschlossen werden muß. Problematisiert hatte ich in meinem Text denn auch gar nicht seine "impfkritische" Haltung, sondern das Verlinken eines sektennahen Films. Ich hatte wörtlich geschrieben: 
"Rothfuß hat allerdings auch noch Ausgefalleneres zu bieten, etwa den Film „Wir impfen nicht“. Dessen Regisseur Michael Leitner steht – Rainer Rothfuß mag sich dessen nicht im Klaren sein – dem Umfeld des Schweizer Sektengründers Ivo Sasek nahe."

Ebendieser Film ist insofern von Belang, als er auf einen ideologischen Kontext verweist, der bei Rainer Rothfuß auch an anderen Stellen in Erscheinung tritt und an den Topos des "Vergiftens" der Bevölkerung durch eine so kontrollsüchtige wie menschenfeindliche "Elite" anschließt. Spätestens mit meinem vorangegangen Schreiben war Rainer Rothfuß samt weiterführender Hinweise über diesen problematischen Kontext informiert. Es scheint ihm jedoch nichts auszumachen, mit wessen Ideologie er da in Berührung kommt; statt einer Distanzierung erfolgt vielmehr ein mißglückter Frontalangriff. Daß die Sasek-Sekte und ihre Ideologie keineswegs harmlos sind, gibt es mittlerweile sozusagen auch offiziell: Saseks "Jugend-TV" wurde in Deutschland bereits als jugendgefährdend unter die Lupe genommen. Klagemauer TV, das Gegenstück für Erwachsene sowie die Sasek-Sekte insgesamt dürften kaum harmloser sein, nur daß hier dann keine entsprechenden Schutzregelungen greifen. Ich persönlich stoße mich vor allem an den von diesem Umfeld verbreiteten "Genozid"-Phantasien, die dann andererseits mit Holocaustleugnung und generell geschichtsrevisionistischen Tendenzen einhergehen.

Was das "als Menschen einfach mal so stehenzulassen" betrifft, so hatte ich mich an Herrn Rothfuß als Vertreter der Akademikerzunft und als zoon politicon gewandt; er ist es, der diese Auseinandersetzung auf eine persönliche Ebene verbringt und sogar seine Kinder miteinbezieht. Als Geisteswissenschaftler jedoch, der mit einer von ihm organisierten Ringvorlesung u.a. auch meine Themenfelder betritt und als den ich ihn angesprochen habe, besitzt Prof. Dr. Rainer Rothfuß keineswegs ein grundsätzliches Anrecht auf Kritikfreiheit. In diesem Sinne kann also von einem Sich-gegenseitig-in-Ruhe-Lassen nicht die Rede sein: Für uns gehört die intellektuelle Auseinandersetzung doch mit zum Geschäft. 

Unter politischen Gesichtspunkten betrachtet müßte Herr Rothfuß hingegen zunächst seine Unterstützung für die Verbreitung demokratiefeindlicher, Vorurteile, Haß und Gewalt schürender Inhalte und Positionen einstellen, wenn er von mir in Ruhe gelassen werden will. Wenn er sich hingegen mit Protagonisten politischer Kreise zusammentut, die - teils in Rückgriff auf Sektentechniken, teils unter Zuhilfenahme moderner Marketingstrategien, teils in Bemühung alter KGB- und Polittechnologie-Traditionen - gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbreiten und diejenigen, die nicht in das von ihnen privilegierte Menschenbild passen, zum Objekt von Stigmatisierung, politischer Repression und Verfolgung machen oder direkt kriegsdienliche Propaganda verbreiten, dann muß Rothfuß damit rechnen und es hinnehmen, daß ich ihn an seine  gesellschaftliche Verantwortung erinnere.

"Ich habe sonst das Gefühl, dass Sie einfach nur versuchen, mich öffentlich lächerlich und schlecht zu machen. Das würde jedem Menschen weh tun - auch Dr. Daniele Ganser, der guten Willens ist und einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Wahrheitsfindung in einer zweilfellos hochumstrittenen Politikfrage leistet, die aber leider seit 11.09.2001 durch diverse militärische Interventionen Hunterttausende Tote, v.a. aufseiten der angeklagten Gesellschaften hervorgerufen hat (von den direkten Kriegstoten abgesehen auch durch Terrorismus, wohl als indirekte Reaktion: http://www.bbc.com/news/world-30086435)."

Hier stehen denn recht offensichtlich die Befindlichkeiten des "weißen Mannes", genauer gesagt, die eines recht privilegierten, arrivierten westlichen Akademikers im Zentrum. Auf individuelle wunde Punkte kann man Rücksicht nehmen, gewiß; Rothfuß reklamiert hier allerdings für sich eine unverhältnismäßige Sonderstellung. Die seelischen Narben und Kränkungen, die ein Rainer Rothfuß durch ihm nicht genehme Kritik erleiden mag, dürften sich kaum mit mit realen Diskriminierungs-, Repressions- und Gewalterfahrungen, denen andere Menschen ausgesetzt sind, vergleichen lassen. Besonders apart ist der rothfußsche Vorwurf insofern, als gerade die Querfront- und Revisionisten-Netzwerke, die Rothfuß mit seiner Ringvorlesung auf gutbürgerlich veredelt, in erheblichem Maße gruppenbezogenen Menschenhass schüren und es gerade auch die u.a. von Daniele Ganser verbreiteten Verschwörungstheorien sind, die ein erhebliches Gewaltpotential in sich bergen und Gefahr laufen, in einer Sündenbocklogik zu enden. 
Besonders deutlich tritt dieseI Inkongruenz zwischen Selbst- und Fremdanforderungen zutage, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Daniele Ganser seit Jahren an Konstruktion und Verbreitung russischer Propagandamythen beteiligt ist, die auf eine Diskreditierung ukrainischer und russischer Demokratiebestrebungen als von westlichen "Faschisten" (bzw. wahlweise von zionistischen Verschwörern) betriebene Inszenierungen abzielen. Daniele Gansers Kooperationen mit INVISSIN, Russia Today oder dem globalresearch-Umfeld werfen durchaus die Frage auf, inwiefern sich der Schweizer Historiker hier der Verbreitung "schwarzer Propaganda" im Dienste eines zunehmend totalitär agierenden Staates schuldig macht. Spätestens seit März letzten Jahres ist diese Art der Propaganda Teil eines hybrid geführten Krieges geworden, der bereits ca. 5000 Menschen das Leben gekostet hat. Es mag zwar schön für Rainer Rothfuß sein, sich vorzustellen, wie Vladimir Putin als Art internationale Feuerwehr weltweit bedrängten Christen zu Hilfe eilt, derweil erliegen Ukrainer, Krimtataren und Angehörige diverser Minderheiten in der RF jedoch der Realität.
Was die "angeklagten" Gesellschaften betrifft, von denen Prof. Rothfuß in seiner Antwort spricht, so dürften hiermit ja wohl in erster Linie die muslimischen Gesellschaften des Nahen Ostens und Zentralasiens gemeint gewesen sein, d.h. Gesellschaften, deren Mitglieder tatsächlich oftmals einem pauschalen Extremismus- und Terrorismus-Verdacht ausgesetzt waren. Allerdings erschließt sich mir nicht, wie sich Rothfuß selbst hiervon positiv abheben will und inwiefern er mit seiner verdrucksten Huntington-Neuauflage und seiner PI-Nähe denn nicht auch zu dieser Art der Islamophobie und Stigmatisierung beitragen will. Bei ihm, aber auch seinem Referenten Egon Flaig, dürften gedanklich doch ganz ähnliche Personenkreise auf der Anklagebank sitzen.
Geradezu selbstentlarvend ist jedoch, wie Herr Rothfuß an dieser Stelle für Daniele Ganser reklamiert, "einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Wahrheitsfindung" geleistet zu haben. Dies steht der Behauptung Rothfußs in seiner Einführung zu Gansers Tübinger Vortrag, es ginge darum, medial vermittelte Feindbilder zu hinterfragen und "Narrative zu dekonstruieren", diametral entgegen. Es hatte dort geheißen: "Herr Dr. Ganser beschäftigt sich, anders als manche vermuten, nicht mit Verschwörungstheorien, sondern er hinterfragt Narrative als Historiker [...]." Herr Rothfuß scheint dennn hinsichtlich eines klaren Bekenntnis zu Fragestellung, Methodenwahl und wissenschaftlichem Ansatz ähnlich unehrlich zu sein, wie es Daniele Ganser selbst ist. 
 
Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Narrativen und eine sachgemäße Feindbild- und Stereotypenforschung sehe ich bei Daniele Ganser nicht gegeben; ich wüßte gerne, auf welche "Studien" Gansers sich Herr Rothfuß hier beziehen will. Auf Rainer Rothfußs eigener Publikationsliste kann ich ebenfalls keine Titel entdecken, die auf kultur- oder sozialwissenschaftliche Weise Prozesse der Feindbildproduktion, Stereotypenbildung, Essentialisierung, Dehumanisierung..., d.h. eine kriegsrelevantes "Othering" untersuchen würden. Es findet sich lediglich ein einzelner Artikel unter dem Titel "Geographische Konfliktforschung und Geopolitik: Zukuftsaussage Friedenssicherung, der das Thema "Feindbildkonstruktion" im weistesten Sinne und am Rande berüht. In diesem Artikel wird interessanterweise der Vorwurf getätigt, die Huntington-Kritiker hätten "losgelöst von konkreten und empirisch fassbaren Konfliktprozessen" argumentiert, selbst aber scheint Herr Rothfuß ebenfalls keine Analyse mit konkretem Faktenbezug geliefert zu haben (ich gehe auf diesen Beitrag, da er noch einen weiteren interessanten Zusammenhang offenbart, in meinem nächsten post ein). 
 
Rothfußs  Antwort scheint damit, ohne jeglichen Realitätsabgleich, auch diesen Vorwurf des An-der-Praxis-vorbei-Argumentierens als Art Standardreplik an mich herantragen zu wollen. Anders ergibt mir der Hinweis auf 9/11, US-amerikansiche Außenpolitik, Terrorismus und dessen Opfer jedenfalls keinen Sinn. Im Gegensatz zu Daniele Ganser und Rainer Rothfuß habe ich mich aber tatsächlich anhand eines konkreten, historisch gegebenen Kontextes mit Feindbildern auseinandergesetzt sowie damit, wie diese im Laufe von Polarisierungsprozessen oder im Sinne einer Rechtfertigungsideologie politisch wirkmächtig werden. Für mein Anliegen, das Klischee des gewalttätigen Nordkaukasiers zu dekonstruieren, bringt Herr Rothfuß jedoch keinerlei erkennbares Verständnis und Interesse auf. Ich hätte ihm ansonsten auch gerne erklären können, wie im "russischen" Westkaukasus religiöse und andere Faktoren aufeinandertrafen, das Bild einer "nutzlosen Bevölkerung" schufen und letztendlich in der genozidalen "Säuberung" des Westkaukasus Mitte des 19. Jahrhunderts kulminierten.
Ebenfalls hätte sich erörtern lassen, inwiefern dieses Bild des kriminellen und/oder gewaltbereiten Nordkaukasiers auch heute noch nachwirkt, innerhalb der RF, in der teilweise auch bewußt wieder an koloniale Topoi und Symbole angeknüpft wird, wie auch im Rahmen einer internationalen Öffentlichkeit, die Nordkaukasier oft genug nur dann wahrnimmt, wenn sie "negativ auffallen" (danke an den tscherkessischen Bekannten, der das neulich so treffend formuliert hat!). Daran schließt sich ebenfalls die Frage an,  welche Effekt es auf internationaler Ebene zeitigt, wenn die westliche Öffentlichkeit aufgrund eigener wirtschaftlicher, politischer und strategischer Interessen konsequent wegsieht, wenn russische Regierungskreise die nordkaukasische Zivilgesellschaft unterdrücken und wenn im Sinne Putins die Aufarbeitung russischer Kolonialverbrechen selbst im westeuropäischen Ausland konterkarriert und behindert wird. 
Gerne auch hätte ich, wenn denn ein entsprechendes Interesse gegeben gewesen wäre, Herrn Rothfuß geschildert, wie sich für mich und andere die prorussische Querfrontpropaganda anfühlt, wie hier gearbeitet wird, um demokratische Bestrebungen im postsowjetischen Raum "schlecht zu machen" oder auch, wie sehr nordkaukasische Aktivisten, Intellektuelle und Menschenrechtler  "guten Willens" sind, leider aber eben meist nicht gehört werden. Vielleicht wäre hier der Topos einer polarisierenden "westlichen Doppelmoral" gar nicht so unangebracht gewesen, wenn auch in einer anders konnotierten Verwendung als der durch Daniele Ganser.

 Screenshot der Original-Antwort auf FB


Kurzum: Aus meiner Sicht hat sich anhand von Rothfußs lässig dahingeworfener Antwort der Eindruck noch verstärkt, daß das, was der Tübinger Humangeograph in Zusammenhang mit seiner Vorlesungsreihe "Clash of Civilizations" zusammen mit Referenten wie Daniele Ganser an "Diskussionsanregungen" bietet, einer Pervertierung des wissenschaftlichen Diskurses gleichkommt. Verschwörungsideologische Haßpropaganda wird in diesem Bedeutungszusammenhang als Friedenspolitik, eine völkisch motivierte, militärisch ausgreifende Außenpolitik als Genozidprävention,  politisch assistierte Stereotypenpflege als Feindbilddekonstruktion und die eigene Dialogverweigerung samt ad hominem-Angriffen als "Diffamierungskultur" der Gegenseite ausgegeben. Von einem Akademiker  in öffentlicher Funktion darf man wohl anderes erwarten. Es scheint mir, Herr Rothfuß möchte mit dieser seiner Antwort schlicht das Recht beanspruchen, für Mitwirkung an geistiger Brandstiftung nicht belangt und nicht behelligt zu werden.

P.S.: Als mögliche indirekte Reaktion auf meine Positionierung zu Rothfußs Lehrveranstaltung möchte ich noch auf einen weiteren post auf der FB-Seite von "Clash of Civilizations" hinweisen. Der Kommentar scheint mir ebenfalls mehr oder weniger als Replik an mich und/oder andere Kritiker zu sein und verdeutlicht noch einmal - hier unter Zuhilfenahme eines Zitats - den für Querfront-Kreise recht typischen trotzig-beleidigten Rückzug auf die eigene Position bei gleichzeitger Beteuerung, daß man eine freie, gleichberechtigte und faire inhaltliche Auseinandersetzung anstrebe:

"Ringvorlesung "Clash of Civilizations?" als freier, unverminter Diskursraum über strittige und hochaktuelle gesellschafts- und weltpolitische Themen - kann das gutgehen?
Sollte man Meinungen, die man nicht teilt, mit Ausgrenzung oder Analyse begegnen? Oder kann das Aufwerfen von Fragen schon zum Vergehen werden? Diskurse sind immer machtdurchsetzt. Diese Komponente scheint oft wichtiger als die Inhalte.
Prof. Dr. Wolfgang Donsbach, TU Dresden:
"Wir haben in Deutschland die Kultur einer verschärften Political Correctness, die es ungeheuer schwierig macht, Themen, die nicht dem Mainstream entsprechen, ergebnisoffen und ohne gleich die Keule einer illegitimen und unmoralischen Haltung zu diskutieren." 
http://www.tagesspiegel.de/medien/pegida-und-die-luegenpresse-wort-im-mund-umdrehen/11140250.html"




(*) Mein Text zu Gansers 9/11-Verschwörungsphantasien ist ein wenig provisorisch und unvollständig, u.a. deswegen, weil ich aus Zeitgründen auf die auf "Deconspirator" versammelten Studien nicht mehr eingehen konnte, und, wichtiger, da ich mein Exemplar von Martin A. Lees "The Beast Reawakens" leider verspätet in den Händen hielt. Gerade Lees Werk hätte den idealen Gegenpart zur einseitigen, schlecht belegten und bereits verschwörungsideologisch angehauchten "NATO-Geheimarmeen"-Argumentation abgegeben, wurde etliche Jahre vor dem Werk Daniele Gansers publiziert und war obendrein diesem auch noch bekannt gewesen. Insbesondere meine Passagen zur verschwörungsideologischen Verarbeitung von Ost-West-Beziehungen hätten mit Hilfe Lees sicher besser untermauert werden können. Falls hier streckenweise die Belege für meine Argumentation etwas dünn ausgefallen sein sollten, so ist dies jedoch praktischen Umständen geschuldet und korrigierbar. 


Dienstag, 16. Dezember 2014

Erste Reaktion auf "Rainer Rothfuß goes Querfront": Rothfuß stimmt Mahnwachen-Argumentationsschema zu

Gestern ist in der Tübinger Ringvorlesung "Clash of Civilizations?" (Studium Generale) der Schweizer Verschwörungsideologe und Querfront-Stratege Dr. Daniele Ganser aufgetreten mit einem Vortrag zu 9/11. Ich hatte in meinem vorherigen blogpost auf dessen Hintergrund aufmerksam gemacht, siehe:

"Rainer Rothfuß goes Querfront: Tübinger Ringvorlesung "Clash of Civilizations" bedient antiukrainische Propaganda, rechtsesoterische Verschwörungstheorien und Islamophobie" 

Da die Ringvorlesung eine eigene Facebook-Seite besitzt, die erklärtermaßen der Diskussion dienen soll, habe ich meinen Artikel (gestern abend noch) auch dort gepostet.

Eine erste Reaktion hierauf vom Seitenbetreiber habe ich heute morgen erhalten. Entsprechend dem nunmehr üblichen Truther-Argumentationsschema wird allerdings Kritik mit "Diffamierung" gleichgesetzt und, statt mit Argumenten und sachdienlichen Inhalten zu kontern, auf die Kritisierenden abgehoben, denen man, ebenfalls üblich, unlautere Motive und Absichten unterstellt: 






Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer Kommentar bzw.die Tatsache, daß hier eine klassische Mahnwachenargumentation beim Seitenbetreiber Zustimmung findet. So heißt es im "gelikten" Kommentar:
 

"Eine Unterwanderung "rechtsesotherischer Ideen" oder "USA-Bashing" sind jetzt auch keine überzeugenden Argumente gegen einen solchen Vortrag, denn sobald einer als "Antisemit" oder Verschwörungstheoretiker" bezeichnet wird, braucht man ihm schon nicht mehr zuhören. Stigmatisierung ist ein gängiges Phänomen.Zur Zeit ist es in den Medien und deren Umgang mit den "Mahnwachen für den Frieden" zu erkennen, da werden Leute die sich für Frieden einsetzen wollen (des Krieges in der Ukraine geschuldet, oder zu danken) mit der Antisemitenkeule diffamiert. Natürlich gibt es dort auch rechtsesotherische Spinner, und soweiter, aber sobald diese Bewegung für den Frieden zum rechten Lager hin stigmatisiert wird, verliert sie ihre Legitimität."


                                

Wie mir scheint, sind die vielen kritischen Presseberichte und Interviews, prominente Distanzierungen samt argumentativer Untermauerung, Blogartikel und auch Analysen, wie sie etwa auch die Seite  "Friedensdemowatch" immer wieder erstellt, in den letzten Wochen und Monaten mehr oder weniger spurlos an Herrn Prof. Dr. Rainer Rothfuß vorbeigegangen.

Daß für die Seite "Clash of Civilizations?" Prof. Dr. Rainer Rothfuß selbst verantwortlich ist - und nur er - sieht man hier am Impressum:






Nachtrag (12:30): Mittlerweile hat sich Herr Rothfuß noch einmal gemeldet und schreibt von meiner 'Fleißarbeit' ("fleißige Zusammenstellung von Informatoinen"), die er sich dann über die Feiertage ansehen wolle. Immerhin ist der Ton freundlich gehalten, wenn mich auch wundert, wie Herr Rothfuß so schnell zu der Auffassung gelangen konnte, in meinem Text und meiner vorangegangenen Arbeit stecke keine Analyse. 



Was allerdings von schwerwiegenderer Bedeutung ist: 
Die kritische Auseinandersetzung mit Ganser und seinen Thesen hätte vor der Einladung bzw. spätestens vor dem Vortrag selbst erfolgen müssen; kleinere Anlässe dafür hatte es ja wohl bereits gegeben. Die Studium Generale-Vorlesung dürfte aus Truther-Sicht eine Art Meilenstein darstellen auf ihrem Weg nach allgemeiner gesellschaftlicher Anerkennung und hin zu institutionellem Rückhalt für ihre sogenannten "Alternativ"-Meinungen. 

Ob nun das bisher Versäumte noch nachgeholt werden wird oder nicht, ist angesichts dessen zweitrangig. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, die Veranstaltung hat an einer angesehenen deutschen Universität stattgefunden, das Video steht im Netz. Nachträgliche Bedenken werden die Truther, sollte hier nicht doch noch auf breiterer Basis öffentliche Kritik und Aufklärung folgen, kaum kümmern. Dr. Daniele Ganser, der in seiner Schweizer Heimat zunehmend in Verruf gerät, hat nun sozusagen von der Eberhard Karls Universität Tübingen für seine "9/11"-Trutherszenarien einen weiteren Legitimierungsstempel und eine Unbedenklichkeitserklärung erhalten, seine Fangemeinden vom linken und rechten Rand werden das nun vor sich hertragen und für sich zu nutzen wissen.



Montag, 15. Dezember 2014

Rainer Rothfuß goes Querfront: Tübinger Ringvorlesung "Clash of Civilizations" bedient antiukrainische Propaganda, rechtsesoterische Verschwörungstheorien und Islamophobie

Betr.: Vortrag von Daniele Ganser am 15.12. 2014 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Für den 15.12.2014 ist im Rahmen der Studium Generale-Ringvorlesung „Clash of Civilizations“ an der Universität Tübingen ein Vortrag von Dr. Daniele Ganser vorgesehen. Laut Programmheft wird der Vortrag des Schweizer Historikers zum Thema „Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der „Clash of Civilizations“: Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss erfolgen (1). 
 
Der Referent, dem die Universität Tübingen hiermit ein Podium bietet, darf als problematisch angesehen werden. In seiner Schweizer Heimat gilt Daniele Ganser schon seit längerer Zeit als unseriös arbeitender Verschwörungsideologe (2). Gerade der Rahmen einer Studium Generale-Veranstaltung dürfte sehr wenig geeignet sein, eine kritische Auseinandersetzung mit den von Dr. Daniele Ganser vertretenen Thesen zu befördern. Vielmehr eröffnet gerade diese offene Veranstaltungsform Truther-Kreisen die Gelegenheit, über eine angesehene akademische Institution bisher randständiges Gedankengut in die gesellschaftliche Mitte hinein zu tragen. Zum Vergleich: Die ETH Zürich, an der Daniele Ganser tätig war, hat sich bereits im Jahr 2006 von ihrem Mitarbeiter distanziert (3). Ausgehend von dieser Problematik wirft sich zudem die Frage auf, inwiefern denn die Gesamtkonzeption der Vortragsreihe überhaupt vertretbar ist, sowohl in Bezug auf das rein Fachliche als auch hinsichtlich wissenschaftsethischer Standpunkte.


Lassen Sie mich meine eigene Kritik an Daniele Ganser und dessen intellektueller Vorgehensweise, hier auf das Wesentliche reduziert, in 5 Punkten vortragen:

1. Daniele Ganser bedient sich generell stark verkürzender, verschwörungsideologischer Argumentationsweisen, die aus akademischer Sicht kaum tragbar sein dürften. Die fraglichen Deutungsschemata bleiben nicht auf „9/11“ als vermeintliches Problemthema beschränkt, sondern werden von ihm durchaus auch auf andere Zusammenhänge angewandt. Bereits für sein Buch „NATO's Secret Armies“ war Daniele Ganser dahingehend kritisiert worden, daß er grotesk überzeichne (4) und es insbesondere versäume, das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure und Handlungsebenen zu beleuchten (5). Eine sorgfältigere Lektüre zeigt, daß verschwörungstheoretische Argumentationsweisen in dieser Studie bereits angelegt waren. In seinem Fazit setzt Ganser so den „verdeckten Krieg“, den die CIA in Westeuropa geführt habe, mit der Beschränkung der Souveränität der Ostblockstaaten im Zuge der Breschnew-Doktrin gleich und spricht explizit davon, daß die Gladio-Strukturen als „Zwangsjacke“ für demokratische Bestrebungen innerhalb Westeuropas gedient hätten (6). Jüngst hat Daniele Ganser in einem Interview mit den wenig seriösen „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ diese Thesen weiter zugespitzt und suggeriert, Deutschland sei immer noch ein von den USA besetztes Land (7).

2. Ganser bewegt sich mit seiner Vortragstätigkeit und Pressearbeit in einem rechtspopulistischen bis rechtsesoterischen Umfeld, das seine verschwörungstheoretischen Inhalte und politischen Positionen begeistert aufnimmt. Ganser ist mittlerweile zum Shooting Star einer grenzüberschreitenden Querfront-Szene geworden und wird in den entsprechenden subkulturellen Zusammenhängen als intellektueller Vorreiter gehandelt. Kontakte bestehen insbesondere zu Jürgen Elsässer („Compact“), zu KenFM, Alpenparlament.TV, Nuoviso und anderen, ähnlich gearteten „Alternativmedien“, deren vollständige Auflistung hier den Rahmen sprengen dürfte. Rezipiert wird Daniele Ganser insbesondere auch im Rahmen der neurechten Montagsmahnwachen/ Friedensbewegung 2014 (8).
 
Zur Illustration des Umfeldes, in das sich Daniele Ganser immer wieder begibt, sei hier Michael Vogts „Quer-Denken.TV-Kongreß“ vom 22.11.2014 genannt. Ganser hat dort referiert neben einschlägig bekannten (Pseudo-)Wissenschaftlern und Verschwörungstheoretikern wie Andreas Clauss, Konstantin Meyl, Andreas Popp, Dr. Franz Hörmann, Peter Feist und Gerhard Wisnewski (9). Zugegen war auch die Band „Die Bandbreite“. Diese beruft sich explizit auf Daniele Ganser als einen ihrer Ideengeber und spielt mit Songs wie „Unter falscher Flagge“ und „Die Mafia“ auf dessen Gladio- und 9/11-Thesen an; das Stück „Selbst gemacht“ klingt gar wie die Rap-Fassung eines Ganser-Vortrags (10). Eines der neuesten Produkte dieser Band vom Oktober 2014 trägt den Titel „Danke für das Monster“, es berichtet von der schweren Kindheit eines gewissen Adolf und wie das britische und amerikanische Finanzkapital diesem dann später zur Macht verholfen hätten (11). Daniele Ganser hat sich auf dem Quer-Denken.TV-Kongreß gemeinsam mit Leadsänger „Wojna“ fotografieren lassen, nach einer Abgrenzung oder gar einem Einspruch gegen die Vereinnahmung seiner wissenschaftlichen Arbeit sieht dies nicht aus (12).


3. Daniele Ganser läßt sich bereits seit mehreren Jahren in die Medienstrategien der russischen Regierung und/oder neoeurasischer Querfront-Netzwerke einbinden. Die russische Übersetzung von „NATO-Geheimarmeen“ ist beim Moskauer Institut INVISSIN verlegt und wurde dort auch unter Teilnahme von Daniele Ganser auf einer Konferenz vorgestellt (13). Institutsleiterin Veronika Krasheninnikova steht in Kontakt mit Michail Leontyev, einem der führendenden Köpfe in Alexander Dugins neoeurasischer Bewegung. Gemeinsam haben sie im Jahr 2009 einen Film zur Diskreditierung ukrainischer Reform- und Demokratiebewegungen geschaffen: "Orangefarbene Kinder des Dritten Reiches" (14) erklärt, in der Ukraine seien verdeckt die Nachkommen der alten Nationalsozialisten zu Gange. Diese hätten ihre Niederlage in der Ukraine während des 2. Weltkrieges nie verkraftet, nun sähen sie dank westlicher Unterstützung eine Chance auf Revanche und würden auf die Vollendung alter nationalsozialistischer Herrschaftspläne sinnen.
  
Gladio-Strukturen nehmen in diesem propagandistischen Diskurs eine wichtige Scharnierfunktion ein. Tatsächlich wird Daniele Ganser in RT-Berichten wie „US plans 'first strike' on Russiazitiert oder in „NATO's 'Gladio' army in Ukraine“ (im Verein mit Stephen Lendman und Ex-LaRouchie F. William Engdahl) als Experte befragt, um eine Verbindung zu suggerieren zwischen dem Rückgriff auf Altnazis beim Aufbau von Stay Behind-Strukturen und aktueller verdeckter Kriegsführung des Westens (d.h. der USA) über False-Flag Operationen in der Ukraine (15). Auf 4thmedia, Ableger von The April Media/Anti-CNN, Kooperationspartner von „globalresearch“ und somit eine Art asiatisches Pendant zu RT (16), beruft man sich sogar auf Daniele Gansers Auftritte bei RT um zu behaupten, der Schweizer Historiker habe vergeblich vor dem nun in der Ukraine stattfindenden Genozid gewarnt (17). Laut einer aktuellen Studie des russisch-amerikanischen Think Tanks „Institute of Modern Russia“ wurde die Behauptung, in der Ukraine drohe ein Genozid an der russischen Bevölkerung, zuerst über eine verschwörungstheoretische Seite verbreitet und dann von RT aufgegriffen; das Vorgehen erinnere stark an klassische „dezinformatsiya“ des KGB, so die Experten (18).


4. Daniele Ganser hat einen Aufsatz in „The Dual State: Parapolitics, Carl Schmitt and the National Security Complex“ publiziert (19). Der Sammelband beruht auf dem Konzept der „deep politics“ von Peter Dale Scott, seinerseits verschwörungstheoretischer Autor bei u.a. INVISSIN und „globalresearch“ (20). Herausgeber Eric Wilson beschreibt den nationalsozialistischen Philosophen und Staatsrechtler Carl Schmitt in seinem einleitenden Kapitel als geradezu visionären Wegweiser aus einem "kollektiven falschen Bewußtsein" bzw. der "endlosen Krise des Falschen". Der politische Liberalismus wird als Simulacrum beschrieben, klandestine Terroraktivitäten im Rahmen einer Strategie der Spannung, durchgeführt von subterranen, parapolitischen Akteuren und Netzwerken, seien neben den öffentlichen, juristischen und rationalen Staatsstrukturen integraler Bestandteil des westlichen Staatswesens (21). 
 
Der Sammelband hat noch mehr an Merkwürdigkeiten zu bieten, etwa den italienischen Politikwissenschaftler Guido Preparata. Von Preparata stammen u.a. die Publikationen „Conjuring Hitler. How Britain and America made the Third Reich“ (auf dem Cover passenderweise ein Adolf Hitler, der von Marionettenfäden gehalten wird) und „The Ideology of Tyranny: The Use of Neo-Gnostic Myth in American Politics“. In ersterer behauptet er, es gebe „weit Schlimmeres als den Nazismusund dies sei „die Hybris der angloamerikanischen Bruderschaften. In der Einleitung, die im englischen Original den Titel „The Eurasian Embrace“ trägt, konstatiert der Autor, das britische Empire habe Pläne für eine „gigantische Einkreisung der eurasischen Landmasse“ geschmiedet. Hauptziel der „titanischen Belagerung“ des „jungen deutschen Reiches“ sei „die Verhinderung eines Bündnisses zwischen Deutschland und Russland“ gewesen und Britannien habe eine „außerordentliche Kampagne zur Auseinanderreißung Eurasiens“ betrieben (22). Erschienen ist die deutsche Übersetzung dieses Werkes im rechten Perseus-Verlag. Mit dessen Verleger, dem Anthroposophen Thomas Meyer, steht wiederum auch Daniele Ganser in Kontakt, so hat Ganser Meyer Interviews für dessen Magazin „Der Europäer“ gegeben (23). Daß es sich hier nicht um einmalige, zufällige Berührungspunkte handelt, daß Daniele Ganser und Guido Preparata vielmehr in die gleichen diskursiven Netzwerke verwoben sind, wird weiterhin bestätigt dadurch, daß beide von dem „freischaffenden Finanzjournalisten“ Lars Schall in Form von Interviews und weiteren Bezugnahmen beworben werden (24). Daniele Ganser ordnet sich damit auch auf theoretischer Ebene in die Neue Rechte und ein von (neo-)eurasischem Denken geprägtes Umfeld ein.


5. Daniele Ganser steht einer Reihe rechtsgerichteter, teilweise auch gewaltbereiter Polit- und Psychosekten nahe, die zwar miteinander rivalisieren und in einzelnen Punkten auch gegenläufige Positionen einnehmen können, sich aber vielfach der gleichen oder ganz ähnlicher Mytheme und Codes bedienen. Diese fließen in subkulturelle Kontexte wie den der neurechten Montagsmahnwachen ein und verbinden sich dort zu übergreifenden Verschwörungsideologien. In direktem Kontakt stand Daniele Ganser – wie auch Jürgen Elsässer und weitere Personen aus dessen Umfeld - mit der VPM-Sekte; mit der amerikanischen Politsekte LaRouche hat Ganser offenbar sogar zwecks Quellenbeschaffung für seine Studie „NATO-Geheimarmeen“ kooperiert. Der Ron Paul-nahen, ursprünglich aus den USA stammenden Organisation „We Are Change“ hat Ganser immerhin ein ausführliches Video-Interview gegeben (25). Mit der Zeitgeist-Bewegung existieren inhaltliche Überschneidungen über die Association für Peak Oil Studies und deren Gründer Colin Campbell sowie über Michael C. Ruppert (26).
 
Eine herausragende Rolle scheint in jüngerer Zeit vor allem der Schweizer Sektenguru Ivo Sasek zu spielen. Ein beträchtlicher Teil der Redner bei Michael Vogts „Quer-Denken.TV-Kongreß“ ist bereits seit längerem mit Ivo Sasek vernetzt und Daniele Ganser mit ihnen. Ganser selbst ist am 26.7.2014 erstmalig auf Ivo Saseks sogenannter „AZK-Konferenz“ aufgetreten – im Verein mit Jürgen Elsässer, der zu „Der Krieg gegen Rußland“ referierte (27). Wesentliche Themen der von Ivo Sasek geführten Bewegung „Organische Christus-Generation“ und der von ihm gegründeten „Anti-Zensur-Koalition“ sind „Genderismus“ und „Frühsexualisierung“, „Germanische Neue Medizin“, Impfen, Medienmanipulation/ “Systempresse“, HAARP/Chemtrails, „Finanzkritik“, die HIV/Aids-“Lüge“ und 9/11-Verschwörungstheorien... Auf seiner AZK-Konferenzen sind verschiedentlich Holocaustleugner und Revisionisten aufgetreten (28). Ehefrau Anni Sasek steht einer sogenannten „Anti-Genozid-Partei“ vor, die davon phantasiert, daß eine globale Elite einen Genozid an der Christenheit plane und nach Weltherrschaft strebe (29). In Saseks Blättchen „Stimme und Gegenstimme“ taucht in einer Ausgabe vom Oktober 2014 auch der Topos vom „Genozid in der Ukraine“ wieder auf, es finden sich dort Artikel zu „Das Stillschweigen der Medien zum Völkermord in der Ostukraine“, „Ukraine: Massengräber mit exekutierten Zivilisten entdeckt“ sowie „Zweierlei Maßstäbe in der EU-Außenpolitik I: Genozid in der Ukraine“, letzteres ergänzt durch „Zweierlei Maßstäbe in der EU-Außenpolitik II: Genozid in Gaza“ (30).


Die Einladung an Daniele Ganser ist nicht versehentlich erfolgt, zumindest die verschwörungsideologische Argumentationsweise des Schweizer Historikers dürfte dem Organisator der Ringvorlesung nicht verborgen geblieben sein. Verantwortlich für „Clash of Civilizations“ zeichnet Prof. Dr. Rainer Rothfuß, der an der Universität Tübingen im Bereich „Humangeographie“ forscht und lehrt. Seine Facebook-Aktivitäten legen reges Zeugnis davon ab, daß Rothfuß selbst eine Vorliebe für rechtsesoterische Themen hegt. Besonders scheinen es ihm der dunkelrotbraune Kopp-Verlag und die von diesem verbreiteten Verschwörungstheorien angetan zu haben. So fragt er sich u.a., ob der Abschuß von MH 17 ein Angriff „unter falscher Flagge“ gewesen sei, mahnt mit Verweis auf KOPP Online und „Stimme Rußlands“ an, es sei „besser, auch der NATO/Obama nicht alles ungeprüft abzukaufen“ und erklärt zusätzlich: „In der “Kritischen Geopolitik” spielt immer die Frage “cui bono” “wem nützt es?” eine zentrale Rolle“ (31). Rothfuß interessiert sich ebenfalls für den KOPP Online-Artikel „In jedem Land, das die USA »befreit« haben, wird die Christenverfolgung schlimmer. Warum?“ (32) und sogar mit „New World Order“-Phantasien ist Rainer Rothfuß schon aufgefallen. Letzteres äußert sich in Bezugnahme auf den Kopp-Artikel „Brzeziński: »Von der Bevöllkerung getragener Widerstand« bringt Neue Weltordnung in Gefahr“, Rothfuß schreibt zum geteilten Link hinzu: „Arme "Elite" - kann uns aufmüpfige Bürger nicht mehr von oben herab (natürlich nur zu unserem Guten) manipulieren/regieren!!! […] Ähnliches scheint sich hier im Großen wie bei uns in Lindau im Kleinen abzuspielen.“. Auf den fragwürdigen Charakter des Kopp-Verlags hingewiesen schnappt er zurück: „Wieso, geben die auch die Schwäbische Zeitung heraus?“ (33).
     
Überhaupt stellt die Facebook-Seite des Geographie-Professors eine wahre Fundgrube an bizarren Querfront-Versatzstücken dar. Wie ein roter Faden zieht sich jedoch das Thema „Christenverfolgung“ durch seine Links und Kommentare. Rothfuß gibt einen Artikel von Politically Incorrect weiter, daß in Deutschland christliche „Asylanten“ von muslimischen „Mitasylanten“ häufig bedroht würden, PI selbst spricht von „Christenverfolgung“ (34). Einen Artikel von „Die Welt“ zur Lage der Christen in Syrien kommentiert Rothfuß mit den Worten: „Hoffentlich greift Russland ein und beendet den Völkermord gegen die nicht-sunnitischen Minderheiten...“ (35). Rothfuß hat allerdings auch noch Ausgefalleneres zu bieten, etwa den Film „Wir impfen nicht“. Dessen Regisseur Michael Leitner steht – Rainer Rothfuß mag sich dessen nicht im Klaren sein – dem Umfeld des Schweizer Sektengründers Ivo Sasek nahe (36). 
 
Auf der offiziellen Facebook-Seite der Lehrveranstaltung „Clash of Civilizations?“ tut sich ebenfalls Überraschendes auf. Der Betreiber das Impressum verrät: es ist Rothfuß selbst gibt sich offen politisch und beschränkt sich keineswegs auf nüchterne Veranstaltungshinweise. So bewirbt die Seite nicht nur die umstrittene Petition der Sechzig, dem interessierten Publikum wird auch Gelegenheit gegeben, die „Dämonisierung Putins/Russlands in westlichen Medien aus der Sicht von ''Russia Today'' zu betrachten (37). Verwiesen wird daneben auf Ron Pauls Kritik an der „Resolution des US-Kongresses als "Kriegspropaganda" und als eigentliche Kriegsvorbereitung gegen Russland“ (38). Für einen besonderen Höhepunkt muß aus Veranstaltersicht der Besuch des russischen Botschafters Wladimir Grinin gesorgt haben, der am 8.12.2014 in der Ringvorlesung zu „Wege in eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Ost und West: Die Perspektive Russlandsreferierte. Das Bildmaterial auf „Clash of Civilizations?“ zeigt ein ehrerbietiges Publikum bei Grinins Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. An vorderster Front mit dabei: Heike Hänsel, MdB von Die Linke. Passend dazu gibt die Facebook-Seite den Appell Grinins weiter, Deutschland solle „als souveräner Staat eine von den USA unabhängige außenpolitische Linie gegenüber Rußland [...] fahren“ und mit Rußand im „offenen Austausch“ bleiben (39).
   
Im realen Leben ist Rainer Rothfuß ebenfalls politisch engagiert. Im Jahr 2012 war er für die CSU zur Oberbürgermeisterwahl seines Wohnortes Lindau angetreten, hatte dann aber seine Kandidatur zurückgezogen und die Piratenpartei unterstützt (40). Aktuell lehnt sich Rothfuß eher an die AfD sowie an Figuren wie Ron Paul, Beatrix von Storch und große Überraschung – Vladimir Putin an (41). Besonders bringt sich Rothfuß in eine Frauenrechtsorganisation namens „Sabatina e.V.“ ein, für die er etwa am 7.12.2013 in Stuttgart als Redner aufgetreten ist. Der Verein widmet sich Themen wie „Christenverfolgung“, „Zwangsheirat“ und „Ehrenmord“ (42); durch die Hintertür betreibt man hier sogenannte Islamkritik. Beworben wird Sabatina e.V. von Politically Incorrect, zudem ist man mit Xavier Naidoo, dem neuen Troubadour der Reichsbürger-Bewegung, verbandelt (43). Der Internet-Account, von dem aus Rothfußs Demo-Rede ins Netz gestellt wurde, bietet daneben auch Videos zu „Gender-Erziehung“ und „Geburtenjihad“ an (44). 
 
Dieses wahrlich besondere gesellschaftliche Engagement fließt auch in Rainer Rothfußs universitäre Lehre ein. In seinem Einführungsvortrag zu „Clash of Civilizations?“ kommt Prof. Dr. Rainer Rothfuß auf die Organisation Christian Solidarity International (CSI) und Gunnar Wiebalck, den Geschäftsführer von CSI Deutschland, zu sprechen. Er schildert Wiebalcks langjähriges Wirken im Sudan als Erfolgsgeschichte internationaler Menschenrechtsarbeit (45). Davon, daß am Vorgehen von CSI schwerwiegende Kritik geäußert wird, erfahren die Zuhörer nichts; auch, daß CSI-Gründer Hansjürg Stückelberger mit seiner rechtsklerikalen Stiftung „Zukunft Schweiz“ mittlerweile gegen Muslime, „Gender und Gleichstellung“ sowie Anti-Aids-Kampagnen (Stichwort „Frühsexualisierung“!) zu Felde zieht, bleibt unerwähnt (46). Was ebenfalls fehlt, sind die Verbindungen Wiebalcks zum islamophoben PI („Politically Incorrect“): Als in München die Kleinpartei „Die Freiheit“ von freundlichen Menschen als „rechtspopulistisch“ bezeichnet – im Sommer 2013 aufgrund von aufdringlicher Agitation in öffentlichen Mißkredit geraten war, hatte sich Wiebalck schützend vor deren Vorsitzenden, den PI-Aktivisten Michael Stürzenberger geworfen (47). Aktuell findet Wiebalck offenbar Gefallen an Pegida (48). 
 
Wichtig ist Rothfuß in seiner Vorlesung jedoch, sich derjenigen Erklärungsansätze, die auf politische und ökonomische Dimensionen des Konfliktes in Nigeria abzielen, zu verwehren. In Nigeria werde ein Krieg gegen Christen geführt. Ob in der Weltsicht eines Prof. Dr. Rainer Rothfuß kein Platz für muslimische Opfer ist? Die einseitige Fokussierung des Tübinger Geographen gleicht dem Ansatz von CSI Deutschland, das sich zuvorderst darum sorgt, daß „die Christenheit in der islamischen Welt ausgelöscht“ werden könnte. Trost sucht man bei CSI in dem Fakt, daß Rußland, einst selbst ein Staat, der Christen drangsalierte, nun als „ Fürsprecher verfolgter Christen“ agiert und, wie kürzlich von CSI in einem Sondergespräch in Moskau abgeklärt, im Bedarfsfall den bedrohten „Glaubensgeschwistern“ international zur Hilfe eilt (49) .


Mit Konflikt- und Genozidforschung sowie deutsch-russischen Perspektiven hierauf habe ich an der Eberhard Karls Universität Tübingen meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Ich war von 2004-2008 an einem sogenannten Sonderforschungsbereich mit dem Thema „Kriegserfahrungen“ (SFB 437) angestellt gewesen und hatte zu diesem Zweck ein Dissertationsprojekt zur Geschichte der russischen Kolonialisierung des Westkaukasus bewilligt bekommen. Davon, daß Mitte des 19. Jahrhunderts die Tscherkessen, eine an der östlichen Schwarzmeerküste heimische Bevölkerungsgruppe, einem Völkermord zum Opfer gefallen waren, wollte man jedoch in Tübingen nichts hören. Selbst die Terminologie von „Pogrom“ und „Säuberung“, die sich in meinem Falle auf Originalquellen stützen konnte, wurde als anstößig empfunden. Der Institutsleiter sah in den nordkaukasischen „Muslimen“ (dabei ist diese pauschale Zuschreibung an sich bereits falsch, der Nordkaukasus war ein synkretistischer Raum) ein Problem, welches die russischen Militärs und Verwaltungsleute auf die eine oder andere Weise zu bewältigen hatten. Seiner Meinung nach, öffentlich auf einer Konferenz verkündet, wurde dieses denn auch mit Erfolg gelöst. Beleg: im Westkaukasus sei die Lage heute nicht so unruhig wie im Osten, in Tschetschenien.
     
Eurozentrische Arroganz, Islamophobie, eine teils politisch bedingte privilegierte Behandlung russischer Befindlichkeiten, eine technokratische, am (vermeintlichen) Staatsnutzen orientierte Wissenschaftsauffassung plus ein allgemein eher nachlässiger Umgang mit nationalsozialistischen Traditionslinien dürften die Mischung gebildet haben, die hier den Blick verstellte. Anders kann ich mir die distanzlose Übernahme russischer militärstrategischer Perspektiven und das Hantieren mit überkommenen Klischees nicht erklären. Die Herren Tübingen Professoren wollten oder konnten die Tscherkessen nicht anders wahrnehmen denn als Objekt eines sicherheitspolitischen, kolonialistisch konnotierten Diskurses. Zu guter Letzt, nach allerlei Ausreden und Ausweichmanövern von mir mit der Frage bedrängt, was er denn gegen eine Betrachtung der westkaukasischen Kolonialgeschichte unter dem Blickwinkel genozidaler Gewalt habe, antwortete mein Doktorvater mir elliptisch, man müsse sich als Historiker eben nicht in politische Diskussionen einmischen. Meine Dissertation zum Abschluß zu bringen war mir in diesem Umfeld, das von einem teils unterschwelligen, teils offenen Rassismus gegenüber Nordkaukasiern, Osmanen und Türken geprägt war, sowie angesichts zunehmend diskriminierender Verhaltensweisen auch mir gegenüber, nicht möglich.

Zum Besseren gewendet hat sich die Situation an der Universität Tübingen offenbar nicht, ansonsten wäre der Charakter der Studium Generale Vortragsreihe „Clash of Civilizations“ mit ihrem Extraschuß Rechtsesoterik und Verschwörungsideologie wohl kaum unbemerkt und unkommentiert geblieben. Denn nicht nur die Ansätze Gansers und Rothfußs, auch diejenigen anderer Vortragender weisen einen tendentiösen Zuschnitt auf. Mit von der Partie ist etwa ein Prof. Dr. Egon Flaig, er hat am 10.11.2014 zu „Der Kampf um die Abschaffung der Sklaverei – ein kardinaler Konflikt zwischen Kulturenvorgetragen. Flaig ist ein deutscher Althistoriker, der gerne mal über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinausblickt oder dies zumindest versucht. Anläßlich des Streites um die geschichtsrevisionistischen Thesen eines Ernst Nolte ist er mit polemischen Seitenhieben auf Jürgen Habermas aufgefallen. Habermas habe „keine Ahnung“ und bediene sich „journalistischer Tricks“. Dem Historiker Dan Diner, u.a. an der Hebräischen Universität Jerusalem tätig, bescheinigt Flaig eine „Sakralisierung der Schoa“ sowie eine „Sprache des moralischen Terrors“, allgemein beklagt er eine „pestartige Virulenz der Political Correctness und des Gutmenschentums“ (50) . 
      
Darauf angesprochen, ob er nicht beunruhigt sei angesichts der Zustimmung, die er (aufgrund eines geschichtsrevisionistischen Artikels) von rechtsextremer Seite erfahre, antwortete Egon Flaig gelassen (51): „Nein. Auch Linksextremisten fänden in dem Artikel zustimmungsfähige Elemente, sogar Islamisten täten das, wollten sie bloß. Warum? Weil die meisten vernünftigen Aussagen zustimmungsfähig sind für eine breite Skala politischer Strömungen.“ In anderer Hinsicht hat sich Flaig ebenfalls weit über seine ursprüngliche disziplinäre Beheimatung bei den Griechen und Römern hinausgewagt. Er schrieb u.a. eine „Weltgeschichte der Sklaverei“ (Erscheinungsjahr 2009), die in Form einer Fachrezension ein geradezu verheerendes Urteil traf. Problematisch sei u.a. seine einseitige Konzentration auf „islamische Sklaverei“ bei gleichzeitiger Vernachlässigung des transatlantischen Sklavenhandels, relevante Literatur und neuere Forschungsansätze habe er schlicht ignoriert (52). Ferner stammen aus Flaigs Feder diverse Zeitungsartikel zu den Themen „Expansion des Islam“, „Djihad“ und „Scharia“ (53).
 
Ein weiterer Referent, der sich dem „Problemfeld“ Islam widmet, ist der Tübinger Theologe und Politologe Prof. Dr. Andreas Hasenclever, er sprach am 20.10.2014 in der Ringvorlesung zu „Die Götter bleiben im Himmel – Zur Rolle von Religion in bewaffneten Konflikten”. Hasenclever ist im Tübinger Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“ (SFB 923) tätig (dem direkten Nachfolger „meines“ SFB) und hat dort als eines der frühesten Produkte dieses Projektes überhaupt im Verein mit der Landeszentrale für politische Bildung eine Broschüre zur Terrorismus- und Extremismusprävention herausgegeben (54). Hasenclever wirkt refektierter und in seinem Urteil fairer als etwa Flaig, jedoch ist auch bei ihm mitunter auch in Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Verfassungsschutz – das Augenmerk auf die „islamistische Szene“ gerichtet (55). Für Extremismen anderer Couleur scheint Hasenclever eher weniger einen Blick zu haben. Das Wiederaufwärmen von Samuel Huntingtons Thesen dürfte sich angesichts dieser Expertenriege bereits mehr oder weniger von selbst erledigt haben, ich verzichte denn auch auf weiterführende Kritik. Es ist, wohl samt einiger Ahnungsloser, ein wahrhaft eklektisches Grüppchen, das Rothfuß da zusammengetrommelt hat.


So also sieht sie nun aus, die reine, unpolitische wissenschaftliche Forschung und Lehre an einer der ältesten und renommiertesten Universitäten der Bundesrepublik. Gerade jetzt sollten auf geopolitischer Ebene erzeugte Machtverhältnisse neu durchdacht und damit Stimmen gehört werden, die sich bisher, angesichts der fortdauernden Vormachtstellung Rußlands im postsowjetischen Raum, nicht oder nur unzureichend bemerkbar machen konnten. Es käme dringendst darauf an, das jahrelang Versäumte aufzuholen, ukrainische, polnische, nordkaukasische Perspektiven einzubinden und gemeinsam die im Namen von Kolonialismus, Faschismus und Kommunismus verübten Verbrechen aufzuarbeiten. Konfliktprävention und demokratische Entwicklungen wären hiermit auf eine stabile Grundlage gestellt. Der Veranstalter von „Clash of Civilizations?“ sieht das allerdings offenbar anders und hofft, daß mit einem Ganser und einem Grinin „gewisse Feindbilder, die in unseren Medien über Rußland in den letzten Monaten konstruiert wurden, entzaubert werden“ (56). 
 
Letztendlich kann jedoch auch der mit Gänsefüßchen und Fragezeichen versehene Veranstaltungstitel bestenfalls notdürftig darüber hinwegtäuschen, daß hier, nicht zuletzt in Rückgriff auf das Schlagwort „Friedensforschung“ und unter dem Vorwand eines kritischen Abwägens der Thesen Huntingtons, Dualismus gepredigt und eine massive Feindbildproduktion betrieben wird. Anstatt eine intellektuelle Dekolonialisierung einzuleiten, treibt bei Rothfuß inklusive des Rückgriffs auf eine missionarische Gestik, die Urgroßmutters Mottenkiste entstammen könnte, die Eurozentrik seltsame Blüten. Was ihn mit einem Daniele Ganser trotz deutlich sichtbarer Unterschiede eint ist neben dem Faible für amerikazentrische Verschwörungstheorien offenbar das Setzen auf Putin als multiversalem Retter. Über „Clash of Civilizations?“ mischen sich rechtsklerikale Islamophobie, Geschichtsrevisionismus und autoritäre, teils sektenhafte Gesellschaftsentwürfe mit linksradikalem Antisemitismus, regressiver Kaptialismuskritik und einem merkwürdig bipolar verstandenen „Antiimperialismus“. Was hier zumindest streckenweise stattfindet ist kein auf Logik fußender offener Austausch, sondern der Dialog eines Sammelsuriums an Feindbildern, des Hasses und des ressentimentbasierten Wahns. 
 
Als akademischen „Pluralismus“ kann man diese rechtsesoterischen Abwege beileibe nicht mehr bezeichnen. Wohin führt es, wenn Querfrontler, Rechtsesoteriker und Geschichtsrevisionisten nun ihre ganz eigenen Definitionen von „Krieg“, „Frieden“ und „Genozid" dem akademische Feld zu oktroyieren suchen, wenn von ganz links und ziemlich rechts gemeinsam Druck gegen „Totalitarismushetze“ ausgeübt wird? Bleibt da noch Platz für ernsthafte Forschung zu kriegerischen Konflikten, genozidaler Gewalt und die Suche nach Gegenmaßnahmen? Muß man sich Sorgen machen, daß KOPP online, Politically Incorrect und Russia Today aka deren Inhalte sich demnächst noch weiter in Lehrveranstaltungen sowie Forschungsinhalte einschleichen werden? Abzuwarten und die weiteren Entwicklungen auf sich zukommen zu lassen dürfte angesichts der bereits jetzt existenten politischen und gesellschaftlichen Schieflagen eine heikle Herangehensweise sein.


                                                                                                                 Irma Kreiten, 14.12.2014


                   Der russische Botschafter Wladimir Grinin in Tübingen



Anmerkungen:
(2) Philipp Gut, „9/11. Glaubensbrüder“, Die Weltwoche, Ausgabe 37/2006, online unter http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-37/artikel-2006-37-glaubensbrueder.html
(3) Christian Maurer/Andrea Bleicher, „ETH und Uni gehen auf Distanz zu Verschwörungstheoretiker“, SonntagsZeitung, 17.9.2006, Online-Kopie unter: https://www.flickr.com/photos/patsch/245535515/sizes/l/
(4) Daniele Ganser, „NATO's Secret Armies. Operation Gladio and terrorism in Western Europe“, London/ New Work 2005; Gregor Schöllgen, „Gladiatoren im Kalten Krieg“, FAZ, 25.4.2009, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/2.1715/gladiatoren-im-kalten-krieg-1785906.html
(5) Peer Henrik Hansen, „Daniele Ganser. NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe (Review)“, Journal of Intelligence History, Vol. 5/1 (2005), S. 110-113
(6) Daniele Ganser: „NATO's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe“, London/New York 2005, S. 246
(7) „Nato-Experte: USA wollen militärische Kontrolle der Ukraine“, Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 14.7.2014, http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/14/nato-experte-aus-sicht-der-usa-ist-deutschland-ein-besetztes-land/; Stichwort „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ auf psiram: https://www.psiram.com/ge/index.php/Deutsche_Wirtschafts_Nachrichten
(8) Siehe etwa die „Zeitung“ der Mahnwache Hamburg, die einen langen Artikel des dänischen Revisionisten Tommy Hansen und Gregg Vardy zu Daniele Ganser weiterveröffentlicht hat: http://www.mahnwache-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/09/free21_-_oilwars_high_0.pdf, oder das Interview, daß Daniele Ganser jüngst mit der Gestalterin eines Art Mahnwachen-Fanzines geführt hat: http://kiosk.kristinherbig.de/meine-meinung/30254128 bzw. http://www.danieleganser.ch/assets/files/Inhalte/Interviews/Zeitungsinterviews/MEINE_MEINUNG_-_TATSACHENbericht_SEPTEMBER_2014_%28in_Auszuegen%29.pdf
(9) http://quer-denken.tv/index.php/1000-bericht-quer-denken-kongress-am-samstag; Jonas Fedders, „Verquere Denker unter sich“, Jungle World Nr. 48, 27.11.2014, online unter http://jungle-world.com/artikel/2014/48/51006.html
(11) Video-Clip: Danke für das Monster“: http://www.diebandbreite.de/video-clip-danke-fuer-das-monster/
(14) «Оранжевые дети Третьего Рейха», фильм Михаила Леонтьева и Вероники Крашенинниковой, Первый канал, январь 2009: https://www.youtube.com/watch?v=LNlJkuc6kj8
(15) The Truthseeker E 40 (1.6.2014), „US plans 'first strike' on Russia“, http://rt.com/shows/the-truthseeker/162864-us-plans-strike-russia/ (aktuell dort nicht mehr abrufbar, siehe stattdessen etwa: http://www.youtube.com/watch?v=29tynAP5ElE); The Truthseeker E 41, „NATO's 'Gladio' army in Ukraine“, http://rt.com/shows/the-truthseeker/165940-truthseeker-nato-ukraine-nazi/ (bzw. siehe aktuell: http://www.youtube.com/watch?v=t_NfJ8Qxmzg); Eintrag „F. William Engdahl“ auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/F._William_Engdahl; zu Stephen Lendman existieren noch keine Einträge in online-Nachschlagewerken, so sei hier denn ersatzweise auf seine Eintragung als Autor bei „globalresearch“ – meist ein exzellenter Indikator für Querfrontiges und Verschwörungsideologisches – verwiesen: http://www.globalresearch.ca/author/stephen-lendman; Eintrag „Globalresearch.ca“ auf RationalWiki: http://rationalwiki.org/wiki/Globalresearch.ca;
Zu den neoeurasischen Verbindungen von „globalresearch“ siehe auch:“ Anton Shekhovtsov, „Pro-Russian network behind the anti-Ukrainian defamation campaign, 3.2.2014, http://anton-shekhovtsov.blogspot.com.tr/2014/02/pro-russian-network-behind-anti.html;
(16) „The 4th Media Blog“, Russian International Affairs Council, http://russiancouncil.ru/en/blogs/4thmedia/?do_4=profile;
(17) Sorcha Faal, „Ukrainian-Nazi “Rape Camp”: 286 Young Girls’ MUTILATED Bodies Found Buried“, The 4th Media, 3.11.2014, http://www.4thmedia.org/2014/11/mutilated-bodies-of-286-young-girls-found-buried-in-ukrainian-nazi-rape-camp/
(18) Peter Pomerantsev/ Michael Weiss, „The Menace of Unreality: How the Kremlin Weaponizes Information, Culture and Money. A Special Report presented by The Interpreter, a project of the Institute of Modern Russia“, 22.11.2014, http://www.interpretermag.com/wp-content/uploads/2014/11/The_Menace_of_Unreality_Final.pdf, hier S. 31
(19) Daniele Ganser, „“America is Addicted to Oil”: U.S. Secret Warfare and Dwindling Oil Reserves in the Context of Peak Oil and 9/11“, In: Eric Wilson (Hrsg.), „The Dual State. Parapolitics, Carl Schmitt and the National Security Complex“, Farnham/Burlington 2012, S. 83-99.
(20) Eintrag „Deep politics“ auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_politics; Peter Dale Scott als Autor bei INVISSIN: http://www.invissin.ru/books/; Peter Dale Scott als Autor bei „globalresearch“: http://www.globalresearch.ca/author/peter-dale-scott
(21) Eric Wilson, „The Concept of the Parapolitical“, In: Eric Wilson (Hrsg.), „The Dual State. Parapolitics, Carl Schmitt and the National Security Complex“, Farnham/Burlington 2012, S. 1-28; hier: S. 4, S. 26)
(22) Guido Preparata, „Conjuring Hitler. How Britain and America made the Third Reich“, London 2005; deutschsprachige Ausgabe als: Guido Preparata, „Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten“, Basel 2009, Vorwort abrufbar unter http://www.guidopreparata.com/chpg/2CH-German-Preface.pdf, hier S. 21, S. 23
(23) Thomas Meyer, „Die Geschichte läßt sich auf Dauer nicht fälschen....“, Der Europäer Jg. 9, Nr. 5, März 2005, S. 16-19, online unter: http://www.danieleganser.ch/assets/files/Inhalte/Interviews/Zeitungsinterviews/pdf_05/Interview_Ganser_Europaeer_Geschichte_laesst_sich_auf_Dauer_Maerz_2005.pdf; „Über sich selbst hinauswachsen - Wege aus dem gewalterzeugenden Bewußtsein. Ein Interview mit Daniele Ganser über sein Buch NATO’s Secret Armies und dessen Implikationen”, Der Europäer, Jg. 9, Nr. 6, April 2005, S. 10-16, online unter: http://www.danieleganser.ch/assets/files/Inhalte/Interviews/Zeitungsinterviews/pdf_05/Ganser_Interview_Europaer_Wege_aus_dem_gewalterzeugenden_Be_06.April.05.pdf; „Geschichtsschreibung in den USA – 9/11. Ein Interview mit Dr. phil. Daniele Ganser über einen ungewöhnlichen Kurs mit den Geschichtsstudenten an der Universität Zürich”, Der Europäer, Jg. 9, Nr. 12, Oktober 2005, S.13-15; „USA, Europa und China – abhängig von Erdölimporten. Ein Interview mit Daniele Ganser vom 11. September 2012”, Der Europäer, Jg. 17, Nr. 1, November 2012, online unter: http://www.danieleganser.ch/assets/files/Inhalte/Interviews/Zeitungsinterviews/Der_Europaeer_-_Interview_mit%20D._Ganser_11.9.2011.pdf; ein weitere gemeinsamer Bezugspuntk von Daniele Ganser und Thomas Meyer ist das Schweizer Truther-Forum „911 untersuchen“ auf dem beide als Unterstützer von Forderungen nach einer neuen, „unabhängigen“ Untersuchung fingieren, siehe http://911untersuchen.ch/medien-kommunikation/thomas-meyer/ sowie http://911untersuchen.ch/wissenschaft/daniele-ganser/
(24) “Info-Schall” with Mike Ruppert and Daniele Ganser: “Fear is the Mind Killer”, 4.5.2011, online unter: http://www.larsschall.com/2011/05/04/info-schall-with-mike-ruppert-and-daniele-ganser-fear-is-the-mind-killer/; „Lars Schall: Interview. Business as usual behind the slaughter“, Asia Times, 30.6.2012 (mit Guido Preparata), online unter: http://www.atimes.com/atimes/Global_Economy/NF30Dj03.html; Bezugnahmen auf Daniele Ganser: http://www.larsschall.com/?s=daniele+ganser&x=0&y=0; Bezugnahmen auf Guido Preparata: http://www.larsschall.com/?s=guido+preparata&x=0&y=0; Überblicks-Informationen zu Lars Schall samt dessen Kontakten zu Jürgen Elsässer auf „inrur“ unter: http://inrur.info/wiki/Lars_Schall; Lars Schall beim rechtsesoterischen Schild-Verlag: http://www.larsschall.com/buchimpressum-3/
(25) Eintrag „Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Verein_zur_F%C3%B6rderung_der_Psychologischen_Menschenkenntnis; Martin Dietzsch/Anton Maegerle, „Politisierende Psychosekten von Rechts“, Januar 1997, online unter: http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Artikel/Politisierende_Psycho-Sekten.htm; Frank Nordhausen, „Warnung vor einer Psychosekte“, Die Zeit, 22.10.1993, online unter http://www.zeit.de/1993/43/warnung-vor-einer-psychosekte ;
Irma Kreiten, „Daniele Ganser und sein Umfeld II: ASPO Schweiz, VPM und We are change“, 22.8.2014, online unter: http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.com.tr/2014/08/daniele-ganser-und-sein-umfeld-ii-aspo.html; Michael Liebig/ Claudio Celani, „Secret Warfare: From Operation Gladio to 9/11. An Interview with Dr. Daniele Ganser“, EIR Vol.32, Number 14, 8.4.2005, online unter: http://www.danieleganser.ch/assets/files/Inhalte/Interviews/Zeitungsinterviews/pdf_05/EIR_Interview_Gladio_and_911_08.04.05.pdf; Zu F. William Engdahl als (ehemaligem?) Anhänger der LaRouche-Bewegung siehe http://en.wikipedia.org/wiki/LaRouche_movement;
(26) Zur Zeitgeist-Bewegung samt einem kritischen Abgleich der Zeitgeist-Filme mit dem Gedankengut der „Protokolle der Weisen von Zion“ siehe: SU Editorial Team, „Zeitgeist exposed“, Socialist Unity, 21.3.2010, http://socialistunity.com/zeitgeist-exposed/; Zum Gründer von ASPO, Colin Campbell: http://en.wikipedia.org/wiki/Colin_Campbell_%28geologist%29;„Zeitgeist: Moving Forward“ in der IMDb mit Colin Campbell im Cast: http://www.imdb.com/title/tt1781069/fullcredits?ref_=tt_ov_st_sm; Eintrag „Michael C. Ruppert“ auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Ruppert
(28) Eintrag „Ivo Sasek“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Sasek; Eintrag „Anti-Zenzur-Koalition“ auf psiram: https://www.psiram.com/ge/index.php/Anti-Zensur-Koalition; Georg Otto Schmid, „Organische Christus-Generation“, Evangelische Informationsstelle „Kirchen – Sekten -Religionen“, 2002, http://www.relinfo.ch/obadja/kurz.html; zu den Schnittmengen Ivo Saseks mit anderen verschwörungsideologischen, antiukrainischen Netzwerken siehe: Stefan Winterbauer, „Wie der Ukraine-Konflikt Verschwörungstheorien anheizt“, Meedia, 3.3.2014, online unter: http://meedia.de/2014/03/03/klagemauer-tv-co-wie-der-ukraine-konflikt-verschwoerungstheoretiker-im-web-anheizt/; zu den behandelten Themenfeldern siehe auch die AZK-Webseite unter: http://www.anti-zensur.info/#
(29) Gieri Cavelty,“Wenn die «Anti-Genozid-Partei» Politik macht“, Tages-Anzeiger, 14.11.2008, online unter: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Wenn-die-AntiGenozidPartei-Politik-macht/story/10453297; siehe auch das Originalvideo „Das ultimative Ziel der globalen Elite“ unter http://www.youtube.com/watch?v=1bzRZzfKfZ0 sowie die Originalseite der Anti Genozid Bewegung unter http://www.agb-antigenozidbewegung.de/
(30) „Stimme und Gegenstimme“, Ausgabe 53/14, 25.10.2014, u.a. online einsehbar unter http://freeweb4all.net/samizdat/wp-content/uploads/sites/13/2014/10/2014_SG_53.pdf
(31) Eintrag „Kopp Verlag“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kopp_Verlag; Eintrag „Kopp Verlag“ auf psiram: https://www.psiram.com/ge/index.php/Kopp_Verlag; https://www.facebook.com/rainer.rothfuss.9/posts/10204445684079047
(33) https://www.facebook.com/rainer.rothfuss.9/posts/118588464969944; diese Äußerungen war bereits vom blog „Weisheiten“ festgehalten und kritisch kommentiert worden, kudoz to: http://schabronath.eu/post/96779876799/rainer-rothfuss-hat-mal-wieder-zugeschlagen
(37) Impressum unter: https://www.facebook.com/clash2peace/info?tab=page_info; https://www.facebook.com/clash2peace/posts/1496448037286836; https://www.facebook.com/clash2peace/posts/1496459903952316 (Titel des verlinkten RT-Videos: „Red scare in vogue: 'Western media cozy with old Cold War narrative“, video u.a. hier: http://rt.com/news/200711-bad-russians-media-frenzy/).
(40) „Vom CSU-Kandidaten zum Piraten-Unterstützer“, T-online, 10.2.2012, http://www.t-online.de/regionales/id_53912580/rainer-rothfuss-vom-csu-kandidaten-zum-piraten-unterstuetzer.html
(42) http://www.youtube.com/watch?v=V4NsZ6xjfKk; Presseberichte hierzu: „Lichterkette für Asia Bibi“, 20.12.2013, http://sabatina-ev.de/lichterkette-fur-asia-bibi/ sowie PI-Stuttgart: „Video: 300 Teilnehmer bei Demonstration für Asia Bibi“, PI, 9.12.2013, http://www.pi-news.net/2013/12/video-300-teilnehmer-bei-demo-fuer-asia-bibi/ ; http://sabatina-ev.de/christenverfolgung/; Eintrag „Sabatina James“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Sabatina_James
(43) http://www.pi-news.net/index.php?s=sabatina; Werbevideo für Sabatina von Xavier Naidoos Band „Söhne Mannheims“: https://de-de.facebook.com/video/video.php?v=163990503697540; Eintrag „Söhne Mannheims“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6hne_Mannheims; Eintrag „Xavier Naidoo“ auf psiram: https://www.psiram.com/ge/index.php/Xavier_Naidoo; Interview, aus dem eine Kooperation von Sabatina James mit Xavier Naidoo im Jahr 2004 hervorgeht: Roswitha Fitzinger: „Gefangen zwischen zwei Welten“, nachrichten.at, 11.9.2010, online unter: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Gefangen-zwischen-zwei-Welten;art4,459338
(45) Prof. Dr. Rainer Rothfuß, „Einschränkung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit“, Vortrag vom 13.10.2014, Eberhard Karls Universität Tübingen, http://www.youtube.com/watch?v=HM_DxF8QY4g, ab Minute 59' 40''
(46) Eintrag „Christian Solidarity International“ auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Christian_Solidarity_International#Criticisms; Mirko Plüss, „Konservativ-christliche Stiftung agiert von Winterthur aus“, Der Landbote, 31.7.2014, online unter:
(47) Willi Bock, „Auflagen für „Die Freiheit“.Stadt bremst Islam-Hasser“, Abendzeitung, 17.6.2013, online unter: http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.auflagen-fuer-die-freiheit-stadt-bremst-islam-hasser.5ea95309-ec60-4fa8-9ccc-e3f61d91bb7a.html; Wiebalcks Protestschreiben: „Christian Solidarity International – Deutschland zur Knebelung der FREIHEIT in München“, PI, 20.6.2013, http://www.pi-news.net/2013/06/christian-solidarity-international-deutschland-zur-knebelung-der-freiheit-in-munchen/; Eintrag „Politically Incorrect“ auf Wikipedia:
(48) Siehe sein Facebook-Profil mit einem „Like“ für Pegida: https://www.facebook.com/gunnar.wiebalck.7/likes?pnref=lhc
(49) Vortrag von Rothfuß (13.10.2014) ab 1h 03' 45'', http://www.youtube.com/watch?v=HM_DxF8QY4g; Valentin Königbauer: „Islamische Welt. Völkermord an Christen“, o.D., http://www.csi-de.de/voelkermord_an_christen_in_.php; Adrian Hartmann, „Naher Osten. RUSSLAND Fürsprecher verfolgter Christen“, 2.9.2014, http://www.csi-de.de/russland_als_fuersprecher.php?sId=01418586900&sucHL=russland
(50) Eintrag „Egon Flaig“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Flaig; Egon Flaig, „Historikerstreit. Die Habermas-Methode“, FAZ, 17.7.2011, online unter
(51) "Für moralischen Terror gibt es keine mildernden Umstände" - Prof. Flaig im Interview, Endstation Rechts, 4.1.2008, archiviert als: https://web.archive.org/web/20080619134141/http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1014&Itemid=241
(52) Ulrike Schmieder: „E. Flaig. Weltgeschichte der Sklaverei“ (Rezension), 25.6.2010, http://www.hsozkult.de/hfn/publicationreview/id/rezbuecher-13181
(53) Eintrag „Egon Flaig“ auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Flaig
(54) Andreas Hasenclever/ Jan Sändig (Hrsg.), „Radikalisierung und Terrorismus im Westen“, Der Bürger im Staat, 2011, Heft 4, online unter: http://www.buergerimstaat.de/4_11/terrorismus.pdf
(55) Fabian Ziehe, „Tübinger Terrorismus-Konferenz. Islamisten sehen sich als Fremde und Verfolgte“, Schwäbisches Tagblatt, 11.9.2010, online unter: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Islamisten-sehen-sich-als-Fremde-und-Verfolgte-_arid,111567.html
(56) Prof. Dr. Rainer Rothfuß: „Einschränkung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit“, Vortrag vom 13.10.2014, Eberhard Karls Universität Tübingen, http://www.youtube.com/watch?v=HM_DxF8QY4g, ab 12' 51''.


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