Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

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Dienstag, 21. November 2017

Männer, die Manieren haben: Jan Claas Behrends

Bei der Ablehnung von Baberowski-Kritik wird oftmals die Form vorgeschoben, eine seriöse inhaltliche Auseinandersetzung sei jedoch statthaft. Wie Baberowski-Befürworter sich selbst diskursiv benehmen, davon handelt dieser Text.

 Einer meiner Kollegen, die zur Völkermordleugnung Jörg Baberowkis und meiner Kritik daran schweigen, mir und anderen aber den Eindruck vermitteln, ich hätte kein sozialkomatibles Verhalten an den Tag gelegt und würde darum nicht weiter berücksichtigt werden, ist Jan Claas Behrends.

Der Osteuropa-Historiker Jan Claas Behrends war nach seiner Promotion mit Prof. Dr. Jörg Baberowski als Gutachter ab 2005 an dessen Lehrstuhl an der HU als wissenschaflicher Mitarbeiter angestellt. Es hat also jahrelang ein Abhängigkeitsverhältnis mit dem umstrittenen Professor bestanden. Er wirkt in den sozialen Netzwerken sichtlich bemüht, seinen ehemaligen Mentor vom Verdacht unangemessenen Verhaltens und ethische Grenzen überschreitender inhaltlicher Positionen freizusprechen.


1. Der falsche Stil - meint Jan Claas Behrends

Auf meine Texte zu Jörg Baberowski, in denen ich mich mit seiner Fehldarstellung der Geschichte des Westkaukasus und der blutigen russischen Eroberungspolitik sowie seinen recht abrupten akademischen Meinungswechseln unter dem Eindruck politischer Transformationsprozesse auseinandergesetzt habe, ist Jan Claas Behrends, wie andere meiner Fachkollegen auch, nie eingegangen. Nachdem ich kurze Zeit mit Jan Claas Behrends über Facebook in Kontakt gestanden war, wurde ich von ihm ca. im Frühsommer 2015 entfreundet. Ich hatte mit Facebook-Posts Jörg Baberowskis Auftritte bei einem Lokalverband von "Die Linke" und kurz darauf bei der  linksrechten, geschichtsrevisionistisch engagierten, rückwärtsgewandten "Preussischen Gesellschaft" kritisiert. Beide Veranstaltungsrahmen könnte man als russlandnah bzw. wenig distanziert gegenüber der Politik der Regierung Putin bezeichnen.

Als ich Jan Claas Behrends noch einmal über den Weg lief, habe ich ihn auf den Kontaktabbruch angesprochen. Anlaß war ein Text Behrends gewesen, der gerade das sozialdemokratische Schweigen zu der Bombardierung Groznys als Hauptstadt des um seine Unabhängigkeit kämpfenden Tschetscheniens thematisierte und da scharfe Worte fand:



Behrends warf mir also indirekt vor, meine Kritik an Jörg Baberowski nicht angemessen vorgebracht zu haben und da ein inakzeptables Verhalten an den Tag gelegt zu haben (ohne spezifisch zu werden). Er subsumierte mich unter die "Wutbürger". Baberowski-Kritikern ein schlechtes Gewissen einzujagen, indem man ihnen unterstellt, gegen den gesellschaftlichen Anstand zu verstoßen und sich asozial bzw. delinquent zu verhalten, ist eine oft benutzte, schon fast typische Vorgehensweise der Baberowski-Befürworter.

Die hier gezeigte Reaktion ist besonders apart, wenn man bedenkt, daß der offenbar von Behrends weiterhin geschätzte Mentor in seinen feuilletonistischen Artikeln ständig ein sehr plakatives, neurechts klingendes Vokabular und entsprechende Denkfiguren auffährt, sein Handwerk auf das Schüren von Unzufriedenheit und Ressentiments gegen "die Eliten", "die Politiker", Merkel etc. verlegt. Wie ich mich jenseits meiner Facebook-Aktivitäten, in meinen samt wissenschaftlicher Argumentationen, Fachliteratur und Quellen vorgebrachten Texten auf meinem Blog geäußert habe, und daß ich dort Jörg Baberowski Geschichtsklitterung in Bezug auf die russische Kolonialgeschichte im Nordkaukasus nachweisen konnte, hat Behrends offenbar weiterhin nicht interessiert.
 
2. Fakten und Form


Jan Claas Behrends hat sich mittlerweile denjenigen (auch Kollegen) angeschlossen, die auf Facebook mit Hetze, d.h. Verleumdungen und sehr persönlichen Angriffen, die wirklich nicht mehr als "Kritik" bezeichnet werden können, gegen mich vorgehen. Das sieht dann u.a. so aus:


Der sogenannte "Brief" an mich, der hier gepostet wurde, ist eigentlich ein diffamierender Text eines wütenden, aufgebrachten, mich stalkenden Mannes, den ich schon seit langem blockiert habe. Ob das, was an "Fakten" und Anschuldigungen im hier von einem Thorsten Müller verlinken Text vorgebracht wird, überhaupt stimmt, scheint Behrends nicht zu kümmern. Er unterstützt damit, daß der Geschichtsrevisionismus seiner eigenen ehemaligen HU-Umgebung - Jörg Baberowski entstellt die russische Kolonialpolitik im Westkaukasus samt genozidaler Gewalt, sein HU-Kollege, Politikwissenschaftler Herfried Münkler, stellt den Deutschen Colmar von der Golz, der mutmaßlich die ersten Pläne zur Deportation der Armenier im zerbrechenden Osmanischen Reich entworfen hatte, als eine Art Rollenvorbild dar - auf mich projiziert wird bzw. gespiegelt wird auf seine Kritiker.

(Anlaß für Thorsten Müller war übrigens mein Eintreten für Meinungsfreiheit bzw. ein differenzierender Kommentar meinersets zum drohenden Verbot der Internetplattform "indymedia/linksunten" gewesen, gerade da dort putinritische linke Texte hatten erscheinen können. So wurde denn hier vor mir gewarnt.)

Schauen wir uns aber auch die Umgebung an, in der Behrends auftritt, die er meiner Gesellschaft und meiner inhaltlichen Baberowski-Kritik vorzieht:


Und weiter:


Man könnte meinen, man befände sich in einem Wirtshaus, wenn man sich die (im übertragenen Sinne) schenkelklopfenden, johlenden, buhenden Profile mit ihren Kommentaren zu meiner Person, die sich mit meinen Inhalten, meinen Arguemntationen, meinem politischen Engagement gar nicht beschäftigen, ansieht. Unter denjenigen, die meine "Verwirrtheit" beurteilen, befinden sich beispielsweise ein Bestattungsunternehmer und der Inhaber eines Reisebüros - mit dieser Kompetenz muß ich mich dann u.a. im Netz bewerten laassen.

3. "Denunziation", Hexenjagd, Tugenddiktatur & Co.

Auch anderen Baberowski-Kritikern gegenüber verhält sich Behrends sehr abwertend, geht wenig zimperlich, beschuldigend, emotionalisiert, abwertend vor. Das tut er selbst dann, wenn es sich bei den Autoren um renommierte Professoren wie untenstehend Andreas Fischer-Lescano handelt, der sich um sachliche Betrachtungen und stichhaltige Argumente sehr bemüht.

Das schrille, extremistische Vokabular und die überzeichneten Bilder, die Jörg Baberowski benutzt, wenn er mit gegen ihn gerichter Kritik (die sich auf seine wissenschaftlichen Inhalte und seine politischen Positionierungen in Feuilletontexten bezieht und eben nicht auf sein Aussehen, sein Alter, seinen Familienstand, seine sexuelle Orientierung....) nicht umgehen kann, dürfte mitterweile hinreichend bekannt sein. Dazu gehören der Vorwurf der "Denunziation", "Tugendterror", die Bezeichung von Gegnern als "Stalinisten" und das Klagen über eine vermeintliche soziale Isolierung und Ausgrenzung. Seine Fans behaupten, es würde eine regelrechte "Hexenjagd" gegen ihn stattfinden. 

 Behrends schließt sich dem Totalitarismusvokabular-Verschnitt fast nahtlos an:


 Weiteres "Austeilen" gegen Fischer-Lescano:


Auch der Historiker bzw. NS-Experte Prof. Dr. Wolfgang Benz scheint mit seinem Artikel zu Jörg Baberowski in den Augen des ehemaligen HU-Kollegen Jan Claas Beherends ein "Denunziant" zu sein:


Für denjenigen, der an anderer Stelle für einen "Aufstand der Anständigen" eingefordert hatte und dezidiert für eine neue Ostpolitik, die weniger entgegenkommend für Putin gestaltet werden sollte, plädiert, sind das reichlich merkwürdige Verhaltensweisen. Zugunsten eines Professors, der abstritt, daß es einen Völkermord an den Tscherkessen gegeben hat bzw. auch nur systematische, großflächige Deportationen  (es geht um die Leugnung der  historischen Abläufe und der Systematik des russischen Vorgehens, nicht um die Bezeichung "Völkermord" und die juristische Wertung an sich) und der an Kolonialdiskurse Rußlands anschließt, der sich auch bis zu einem gewissen Grad mit dem repressiven russischen Vorgehen im Forschungsbetrieb in der RF gemein macht, der ferner im politischen Bereich für Verständnis für Putin wirbt und seinem Zeitungspublikum russische Phantomschmerzen aufgrund des Untergangs des Sowjetimperiums erklärt, der ferner zusammen mit Gabriele Krone-Schmalz auftritt, wirft sich Behrends in die Bresche, als ob es gelte, die Meinungsfreiheit selbst zu verteidigen.

Eine neue Ostpolitik, das sei hier nebenbei gesagt,  kann da sicher schwerlich abfallen, wo sich diejenigen, die sich als ihre vordersten Vertreter zeigen, selbst nicht abnabeln von den putinfreundlichen, machtdurchdränkten Strukturen, die ihnen ihre Karrieren und das Erlangen von Einflußmöglichkeiten eröffnet haben. Eine prinzipientreue, demokratische Ostpolitik kann nicht gelingen, falls man sich nicht zu gewissen Standards bekennt, nicht die gleichen Regeln für alle gelten sollen, man sachlichen Argumentationen und Auseinandersetzungen aus dem Wege geht, sie abstuft und regelrecht schlechtredet. 

Man sollte den Mut nicht verlieren und sich nicht einschüchtern lassen von denjenigen barschen Personen, die mit Anschuldigungen und "moralischen" Rügen (man könnte auch sagen: Unterstellungen) gegen ihre Gegner arbeiten, während sie selbst kein faires, gesetztes Verhalten zeigen. Man sollte immer überprüfen, wie es denn mit der Einhaltung von Regelwerk und mit der Orientierung an verbindlichen Maßstäben (für alle) tatsächlich aussieht.


Sonntag, 17. September 2017

Grüne, die sich nicht von Fake News, Rechtspopulismus und Islamhaß distanzieren

Grenzen nach rechts werden nicht mehr gezogen, stattdessen werden Krtiiker von rechtspopulistischen Zusammenhängen delegitimiert. 

Um was auch man Grünen-Vertreter fragt, sie reagieren fast nie angemessen, schauen systematisch weg, widmen sich gesellschaftlichen Fehlentwicklungen nicht, auch da, wo sie eigentlich bequem gegensteuern könnten; meine dokumentiert Erfahrung zeigt, daß sie sich regelmäßig ihrer eigenen politischen Verantwortung entziehen. Dies zeigt sich auch im Bereich rechtspopulistischer Medien und extremistischer, unsere Gesellschaft polarisierender Stimmungsmache. Nicht nur der Völkermord an den Tscherkessen erscheint als ein zu "schwieriges" und gleichzeitig zu  unbedeutendes Thema, so daß Grüne meinen, sich damit nicht damit beschäftigen würden. Dieselben Schweige- und Ausblendmechanismen, mangelnde Abgrenzung gegenüber rechten Akteuren, das Fehlen klarer demokratischer Signale gegenüber migrantenfeindlicher Stimmungsmache, Geschichtsrevisionisten, Verschwörungstheoretikern.... , zeigen sich an allen Ecken und Enden. Sie sind zu beobachten
vom niedrigschwelligen Alltagsbereich bis hin in die ganz große, bedeutsame  internationale Politik.

Ein medialer Akteur, von denen sich Grüne oder Grünen-Fans nicht distanzieren, ist Tomas Spahn, der für "Tichys Einblick" und gelegentlich auch für die islamophobe "Achse des Guten" schreibt. Der frühere Kommunikationsberater war, bevor er dank Tichy eine größere rechtspopulistische  Plattform erhielt, als Autor ziemlich unbedeutend. Er verbreitet alarmistische Fake-News über die "Untaten" von Migranten und/oder muslimischen Flüchtlingen, nimmt in seinen eigenen Statements verschwörungstheoretische Perspektiven ein und hat sich als Publizist der Reihe nach an prominenten muslimischen Stimmen in der deutschen Öffentlichkeit abgearbeitet (siehe auch bei hier  unter "Tomas Spahn"). Seine politischen Gegner und Kritiker werden von Spahn und Freunden ausgestellt, beleidigt, verleumdet, er sorgt für weitere Pöbeleien. Geduldet wird er in "putinkritischen" Kreisen vermutlich, weil er als "scharfer Hund" gegenüber Rußland gelten kann und somit nützlich erscheint. Eine vermeintliche "klare Kante" gegenüber Putin bringt allerdings hinsichtlich der tatsächlichen Verhältnisse wenig, wenn er gleichzeitig,  über die Rückhand, die AfD bedient und auf ähnliche Weise auf Fake News und entzweiende Desinformation verbreitet werden, wie das die pro-putinschen Kreise selbst tun.

Ich habe mehrfach versucht, meine russlandkritischen Facebook-Freunde (u.a. diejenigen, bei denen mir Facebook angezeigt hat, daß sie gleichzeitig mit Tomas Spahn befreundet sind), auf die Art der publizistischen Aktivitäten Tomas Spahns hinzuweisen, ich betrachte die Tichy-Texte sogar als eine Art "Einstiegsdroge" für den AfD- und Pegida-Bereich. Im konkreten Falle waren es auf Grünen-Seite Ralf Fuecks und Jens Siegert gewesen, die von mir freundlich und höflich angesprochen wurden, sich aber bis heute nicht in dieser Sache geregt haben:



Jens Siegert hat von 1999-2015 das Moskauer Büros der grünennahen Boell-Stiftung geleitet (bzw. mitaufgebaut) und trägt damit auch Verantwortung für das umfänglicheNichtthematisieren des Völkermordes an den Tscherkessen beim russischen Ableger dieser Stiftung. Er wird außerdem als Berater der Menschenrechtsorganisation "Memorial" aufgeführt und hat sich auch direkt bei den Grünen engagiert. Ralf Fücks war von 1996 bis 2017 Vorstandsmitglied der Boell-Stiftung, er war seit 1982 bei den Grünen tätig. Über ihn heißt es auf der Webpräsenz der Boell-Stiftung: "Als Mitglied der Grundsatzprogramm-Kommission und anderer Beratungsgremien von Bündnis 90/Die Grünen hält er die Verbindung zwischen Stiftung und Partei.".Offiziell will Bündnis 90/Die Grünen Rechtspopulismus "auf allen Ebenen" bekämpfen und "Menschenwürde schützen" - das geht aber nicht, wenn man mit Menschen koopieriert, die systematisch die Rechte Anderer verlezten und man diese dabei nicht in ihre Grenzen verweist.

Daß beide auf mein Anschreiben hin gar nicht reagierten, sich auch anderweitig keine Distanzierungen oder Korrekturversuche finden lassen, zeigt meines Erachtens, daß sie in diesem Bereich keine Widerständigkeit gegenüber rechtspopulisitschen Diskursen praktizieren, kein werteorientiertes Handeln vorweisen und da keine echte, mühselige politische Arbeit stattfindet. Parallel zu einem abstrakten Hantieren mit (theoretischen) Positionen, Memes und Slogans werden tatsächlich die eigenen Netzwerkinteressen bedient. Auf gleiche Weise setzen auch andere Grüne immer wieder ungünstige Akzente, werden Weichen falsch gestellt, werden das Aussitzen, Wegducken, Kungeln aus Opportunismus heraus oder einfach Gleichgültigkeit als politisches Modell  vorgelebt. Es würde jedoch durchaus gesellschaftlich einen Unterschied machen, ob sich Personen des öffentlichen Lebens von hetzerischen Medien wie "Tichys Einblick" oder "achgut" und islamophoben Publizisten wie Tomas Spahn distanzieren. Stattdessen findet mit der Beehrung des rechtspopulistischen Umfeldes durch die eigene Person eine Normalisierung und gesellschaftliche Legitimierung derartiger Positionen statt. Durch den Unwillen, gleiches gleich zu behandeln, allgemein verbindliche Regeln durchzusetzen (Fake News etwa unabhänig von Thema und Anliegen als berufsethisches " no go" zu brandmarken...), vollzieht sich eine weitere gesellschaftliche Zersplitterung.

Einzelhandlungen, mittels derer rechtspopulistische Akteure gestärkt bzw. entschuldigt werden, setzen sich auf Dauer zu ganzen Handlungsmustern zusammen, diesen verfestigen sich  letztendlich zu gesellschaftlichen Strukturen (siehe auch Berger/Luckmann in "Die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit"). Während auf der einen Seite legitimiert wird, findet hinsichtlich derer, die mit rechtspopulistischen Diskursen nichts anfangen können, davon negativ berührt werden, sukzessive ein Ausschluß statt., werden diese aus einem (u.a.., da gewisse Regeln nicht mehr für alle geltend gemacht werden) gemeinschaftlichen Raum hinausgedrängt. Den Grünen fehlt offenbar auch ein Sinn für Ansatzpunkte, für konkretes politisches Tätigwerden und ein Verständnis bzw. Interesse dafür, daß ein Einschreiten gerade auch im Detail  gesellschaftliche Dynamiken insgesamt beeinflussen würde und wieder in eine positivere Richtung kehren könnte. Es wird mit abstrakten Bekundungen gegen "Rechtspopulismus" dann im Grunde ein mächtiger, schlecht anzugreifender, ferner Anderer erzeugt, wie das in etwa auch bei Verschwörungstheorien der Fall ist. Bezogen auf die eigentlichen, zu lösenden gesellschaftlichen Probleme und politischen Mißstände wirkt dies entpolitisierend und handlungslähmend. Offensichtlich kommen hier Korrelationen zwischen Wirklichkeit und Programm und das Verständnis für gesellschaftliche Dynamiken und Zusammenhänge abhanden.

Bündnis 90/Die Grünen tragen damit letztendlich auch selbst Schuld an ihren schlechten Umfragewerten und dem Stimmengewinn am rechten Rand, sie haben gewohnheitsmäßig rechtspopulistische Kräfte begünstigt, sie besänftigt, a-demokratische Zugeständnisse gemacht, rechtspopulistische Stimmungsmacher über verschiedene Mechanismen eingebunden und sozial legitimiert, während sie etwa auf Muslime und muslimische Interessen keine Rücksicht genommen haben, während sie anderen Menschen eine sinnvolle Kommunikation verweigern und damit auch konsequenter vorgehende, demokratischere Kräfte an den Rand drängen, ihnen zunehmend gesellschaftliche Solidarität und demokratische Teilhabe entziehen.

Fuecks und Spahn etwa sind heute noch miteinander befreundet:

Sonntag, 20. August 2017

A. V. Wendland und der braune Mob (G-N)

Marburger Historikerin implementiert FB-Hetzmob, der Abgrund an braunen und ressentimenthaften Meinungen/Haltungen eröffnet

Dieser Blogpost stellt eine Fortsetzung des vorherigen dar, in dem es um die Reaktionen der Historikerin A. V. Wendland und ihrer Fangemeinde ging, nachdem meine Kollegin meinen ersten kritischen Beitrag zu ihrer rechtspopulistischen Rhetorik bzw. ihre publizistische Beteiligung an unseroösen Projekten wie "Achse des Guten" und "Novo Argumente" zur Kenntnis genommen hatte.
Ich möchte mit einer Analyse des Fan-Mobs aufzeigen, wie "hate speech" und personalisierte Angriffe gegen mich und (indirekt oder direkt) auch mein Forschungssujet einhergehen mit politischen Äußerungen und Ansichten  der Beteiligten, die auf allgemeinere Haltungen verweisen und die evtl. sogar auf eine diesbezügliche (rechtspopulistische bis rechtsextreme) Agenda schließen lassen. 

Die Ansichten, wie sie untenstehend per Beispielen vorgeführt werden, reichen von diffuseren Ängsten in Bezug auf Flüchtlinge und Migrante bis hin zu klaren Bekenntnissen zu AfD oder LKR (eine AfD-Abspaltung, früher unter der Abkürzung "ALFA", jetzt als "Liberal-Konservative Reformer" bekannt) und zu Anerkennung für die Identitäre Bewegung. Mir ist wichtig, mit u.a. diesem Blogpost zu verdeutlichen, daß rechtsgerichtete (bzw. auch querfrontige) Ansichten  sowie Verhaltensweisen, die zu deren Durchsetzung bzw. Normierung eingesetzt werden - wie etwa das Shaming per diffamierender Online-Kommentare - auch in eigentlich "bürgerlichen" Milieus ein Zuhause finden. Es sind nicht immer die grölenden Nazis, die mit Protesten auf der Straße für eine Beschädigung demokratischer Strukturen und Erosion von menschlichen Werten sorgen. 

Zumindest die fehlende Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber anderen Ansichten hat sich schon sei längerem auch in einem gebildeteren Milieu etabliert und sind bereits seit Jahren u.a. auch an den Universitäten bzw. in einem akademischen Bereich zu finden. Mangelnde Offenheit für wissenschaftliche Ansätzen, die mit rassistischen Befangenheiten bzw.  politischen Vor-Überzeugungen von Arbeitgebern nicht so recht zusammenpassen, wurden ein Hindernis für die Verwirklichung meines Forschungsprojektes während meiner Zeit als wissenschaftliche Angestellte an der Universität Tübingen. Allerdings wurden solche Ansichten damals noch eher als alltägliche, Selbstverständlichkeit in oftmals nur informalem Rahmen geäußert, waren (noch) nicht Teil eines explizites Streben nach Hegemonie bzw. Umsturzes bestehender Strukturen. Ich nenne das Phänomen der Toleranz gegenüber rassistischem und islamophobem Gedankengut unter Akademikern (etwa bei Hochschuldozenten oder Jouranlisten) bzw. in der soziologischen "Mitte" der Gesellschaft darum auch  die "Pegida vor der Pegida".

Wie versprochen gebe ich hier noch eine Aufschlüsselung der zahlenmäßigen Verhältnisse:
Insgesamt hatten sich 50 verschiedene Kommentatoren (mit teils mehreren Kommentaren pro Person) am Wendland-Thread beteiligt. Davon äußerten sich 11 in positiver Weise zu meinem Artikel oder meiner Arbeit, fragten kritisch bei Wendland nach, äußerten sich neutral/differenziert oder hinterließen Bemerkungen, die zu knapp, uneindeutig oder vage waren, um sie als "für" oder "wider" einordnen zu können.

Von den restlichen 39 ressentimenterfüllten Kommentatoren, die sich auf die verzerrende, personalisierende Replik Wendlands einließen, läßt sich hinsichtlich der politischen Orientierung folgendes sagen:
  - 4 weisen eine linksextreme (z.T. russozentrische) Herkunft/Einstellung auf, wobei eine linke Orientierung auch Brückenschläge ins rechte, islamophobe Lager keineswegs ausschließt
  -  10 weisen politisch "durchmischte" oder mittigere Orientierungen auf (mehrheitlich  mit Anbindungen an die FDP), oder sie lassen sich aufgrund fehlender Informationen bei Facebook (Privatheit-Einstellungen) nicht klar politisch zuordnen, d.h. sie geben keinen Aufschluß über ihre sonstige politische Haltung
- für 25 Profile, d.h die Hälfte aller Beteiligten,  lassen sich ressentimentgeladene Ansichten und xenophobe oder direkt rechtspopulistische Einstellunge nachweisen

Von diesen 25 ressentiment- oder haßorientierten Kommentatoren wiederum   lassen sich 17 dem AfD- und Pegida-Spektrum zuordnen, die vom deutschen Verfassungsschutz beobachtete Identitäre Bewegung stößt bei immerhin 8 Diskussionsteilnehmern auf offene Zustimmung oder Sympathien. (Ein Teil der FB-Profile orientiert sich sowohl an Pegida/AfD/LKR als auch an der Identitären Bewegung, deckungsgleich sind die jeweiligen Sympathisantengruppierungen aber nicht).

 Natascha Gorelik 

https://www.facebook.com/Jonathanahlia
1.


2. - keine offene like-Liste -

Verdachtspflege gegenüber Flüchtlingen im September 2015, geäußert anläßlich folgendem Diskussionseinwurf durch mich, Interpretation eines Facebook-Hetzpostes als alternative Ergänzung zum medialen "Mainstream":





3. Orientierung an der bekannten "Islamkritikerin" Zana Ramadani:
https://www.facebook.com/Jonathanahlia/posts/10212627920270445


Angst vor Epidemien durch die räumlich nahe Einquartierung von Flüchtlingen:
https://www.facebook.com/Jonathanahlia/posts/10207541911643408


(Die Vorstellung, Muslime seien Träger ansteckender Krankheiten, die sie aus dem Orient mit nach Europa brächten, gehört zu den klassischen, bereits mehrere Jahrhunderte alten anti-muslimischen Stsereotypen, siehe Mohammad R. Salama: Islam, Orientalism and Intellectual History, London/New York 2014, S. 132 ff) 


Yul Hoffann

https://www.facebook.com/yul.hoffmann

1. 

2. - keine öffentliche like-Liste -

AfD-freundlich:
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10208982064215531



Pegida-freundlich:
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10208043257425948



Und nun mit vereinten Kräften:
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10207870711112398



Bps. für eine Verlinkung von "achgut"-Artikeln:
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10209993622183848 


Gegner der Tichy-kritischen Kampagne von "Scholz & Friends":
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/activity/10208359872261121



3. Adaptation rechtspopulistischen Vokabulars ("Gutmenschen"):
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10209725343197041 


Haltung zum Islam-Europa-Verhältnis, Angst vor "Islamisierung":
https://www.facebook.com/yul.hoffmann/posts/10208044601739555



"Ron Jeremias"
https://www.facebook.com/profile.php?id=100008851634851
Arbeitet sich gerne an muslimischen Facebook-Nutzern ab, tritt u.a. im "Tichys Einblick"-Umfeld auf; scheint sich von "Islamthemen"quasi  magisch angezogen zu fühlen. Freunde von mir kennen ihn als ausfallend und beleidigend. (Und: Wer "Ron Jeremias" blockiert, lernt möglicherweise gleich eine ganze Reihe weitere Facebook-Profile unter anderem Namen, aber mit gleicher Aufmachung, kennen....)

1.



2. Auswahl an facebook-Likes: KuffarFakten, Kathrin Rommel (Liberal-Konservative Reformer), Konrads Erben, Prof. Dr. Jörg Meuthen (AfD), Stephan Grigat, Dr. Konrad Adam (AfD), Novo-Argumente, Michael Klonovsky, Imad Karim, konkret, Taper im Nirgendwo, Junge Freiheit, Achse des Guten, Lizas Welt, Werner J. Patzelt, Nicolaus Fest (AfD), Michael Miersch



3. Muslime = Terror:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1712165119088526&set=a.1533751603596546.1073741828.100008851634851&type=3&permPage=1


"Tichy" geht ganz faktenbasiert vor:
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1703759533262418&id=100008851634851



(Rainer Klute)
https://www.facebook.com/rainer.klute 
Vorsitzender von Nuklearia e. V.; homophober, kreationistischer evangelikaler Christ; ehemaliger Politiker der Piratenpartei;


1.


2. Like-Liste: Birgit Kelle, Michael Miersch, viele Pro-Atomkraft-Likes, ansonsten nicht besonders auffällig; Trifft sich - anscheinend ausschließlich zum Zwecke des Pro-Atom-Lobbyismus - mit AfD-Vertretern:
https://www.facebook.com/Instutitioen/videos/594699440726636/


3. -  (kaum politische Posts jenseits von Atomkraft- und Energiethemen)


Dalia Konyatchkova
https://www.facebook.com/dalia.konyatchkova

1. (Bezogen auf die Behauptung, ich hätte Wendland als "Rechtspopulistin" entlarvt)


2. - keine öffentlich zugänglichen Infos - 

3. Immer wieder bei Tomas Spahn auf Facebook zu sehen, liked auch seine antimuslimische Stimmungsmache und Verleumdung von in der Öffentlichkeit stehenden Muslimen

https://www.facebook.com/tomas.spahn/posts/1147353392001159 





Cornelia Kuhs 
https://www.facebook.com/cornelia.kuhs.56 

1.



2. In der Like-Liste: Imad Karim, Torsten Heinrich (rechtslibertärer Autor im Juwelen-Verlag, "eigentümlich frei"-Autor, bis 2014 Mitglied in der AfD); Abonnements: Bettina Röhl, David Harnasch, Alexander Schaumburg



vermutlich die gleiche Cornelia Kuhs als Kommentatorn bei "Achse des Guten", gegen Lamya Kaddor gerichtet: 
http://www.achgut.com/artikel/0039599 

3.  Eine "zwanghafte politische Korrektheit" benachteiligt laut Kuhs die Deutschen gegenüber "einigen Volksgruppen":
https://www.facebook.com/cornelia.kuhs.56/posts/907469352645916



"Gutmenschen" fördern undankbare Syrer, die besser arbeiten sollten:
https://www.facebook.com/cornelia.kuhs.56/posts/905585699500948 


Ein sicher sehr wichtiges Thema der deutschen Innenpolitik:
https://www.facebook.com/cornelia.kuhs.56/posts/985727951486722


Peter Merbt 
https://www.facebook.com/peter.merbt.7 
Dem Namen und Facebook-Profilfoto nach zu schließen der Sohn des DDR-"Heimatschriftstellers" "Martin Selber". 

1. (in Bezug auf meinen ersten Wendland-kritischen Text) 

 aus dem gleichen Unterthread: 


2. - keine offene Like-Liste - 

"Mag" den rechtsextremen Antaois-Verlag (Inhaber: Götz Kubitschek): 
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1578882778802112:0 


Auch Kubitschek-Fan: 
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1617583464932043


Für die AfD/ Beatrix von Storch:
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1588433164513740

Sorgt sich um abträgliche Darstellung der AfD im Schulunterricht:
https://www.facebook.com/afd.magdeburg/posts/1180857805271280



Pro Pegida: 
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1082362591787469



Offenbar Lektüre des besonders islamophoben "Politically Incorrect", kurz "PI-News":
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1554202154603508


Dazu "achgut"-Leser:
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1543924448964612



Sympathien für Identitäre:
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1594736030550120



3. Islam-feindlich
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1544570545566669&set=a.438443659512702.104176.100000412165293&type=3


Der gute Generalverdacht:
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1544528025570921



Hate-Speech als bloßes Konstrukt:
https://www.facebook.com/peter.merbt.7/posts/1550252068331850



Alexander Meschnig 
https://www.facebook.com/profile.php?id=100009867182491
Autor bei "Achse des Guten"
Weiterveröffentlichung seiner "achgut"-Artikel u.a. als Gastartikel auf Philosophia perennis

1. (Zitiert übrigens nicht meine "Selbstbeschreibung", sondern aus der weinerlichen, männerrechtlichen "Wikimannia", die für so manches offenbar keinerlei Belege nötig hat...)


2. (Likeliste sehr kurz, wenig FB-Informationen)

Ersatzweise aus einem "achgut"- Artikel von Alexander Meschnig:
"Wer nach Nizza, Paris, Ansbach, Würzburg, Berlin oder zuletzt Manchester und London immer noch glaubt, die große Gefahr in Deutschland seien PEGIDA, die AFD, Trump oder allgemein die „Rechten“, befand sich die letzten Jahre entweder im Wachkoma, hat gar nichts begriffen oder versucht seine Ideologie, gegen alle Realitäten und täglichen Gegenbeweise bis zum bitteren Ende aufrechtzuerhalten. Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt sah im „Verlust an Wirklichkeit“ die größte Gefahr für die Moderne. Dieser Realitätsverlust hat insbesondere in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland dramatische Ausmaße angenommen.
Alle kulturellen und sozialen Errungenschaften, die eine Gesellschaft über einen langen Zeitraum hervorbringt, können auch wieder verloren gehen. Die historische Erfahrung zeigt, dass ein Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren jederzeit den Verlust sicher geglaubter Werte (materieller wie immaterieller) mit sich bringen kann. Nichts ist jemals gesicherter Besitz, keine gesellschaftliche Entwicklung, die nicht rückgängig gemacht werden kann, vor allem dann, wenn praktisch niemand mehr bereit ist, sich für die eigenen Werte einzusetzen. Denn Werte sind nur deswegen Werte, weil – wie der Althistoriker Egon Flaig [revisionistischer, islamophober Historiker] zurecht erinnert – Menschen bereit waren (und sind), Opfer für sie zu bringen [...]."


Rezeption eines (weiteren) "achgut".Artikels von Meschnig durch die AfD:
https://www.facebook.com/afdfreundekinzigtal/posts/1822225044672497


3. FN-"Versteher":
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=425061577832745&id=100009867182491

                                                                           [...] 

Andreas Neuss 
https://www.facebook.com/andreas.neuss?fref=ufi

1.

2. Auswahl an Facebook-Likes: Björn Höcke, Julien Wiesemann (AfD), Jens Eckleben (AfD), Solidarität mit der AfD, Blaueswunder, eigentümlich frei, AfD, Birgit Kelle, Preussischer Anzeiger


 3. In der "Opposition" mit Akif Pirinçci:

https://www.facebook.com/andreas.neuss/posts/10206673682255240