Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

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Mittwoch, 21. August 2019

Biologischer Rassismus bei Anna Veronika Wendland

Die Historikerin Anna Veronika Wendland präsentiert sich gerne so, als würde in eine rechte Ecke gedrängt allein aufgrund der Tatsache ihrer Atomkraftbefürwortung. Gegebene Schnittmengen mit der AfD im energiepolitischen Bereich führten dazu, daß ihre Argumentation nicht als solche wahrgenommen (ihr in der Sache nicht begegnet) würde; sie werde aufgrund oberflächlicher "Kontaminationslogik" eingeordnet und hinter dieser Praxis verberge sich geistige Intoleranz (bzw. Unduldsamkeit).

In Wirklichkeit äußert sich die Marburger Historikerin selbst immer wieder rassistisch. Meine Kritik aht sie sich zugezogen, (d.h. nicht aufgrund ihres politischen Engagements, das sie nebenher zu ihrer akademischen Laufbahn ausübt), da sie verbal übergriffig und abwertend vorgegangen war in einer FB- Diskussion, die wir über antimuslimsiche Stereotypen bzw. Leugnung des Genozids an den Tscherkessen geführt hatten und sie die Thematisierung staatliche Repressionen gegen (Minderheiten-)Aktivisten und freier Wissenschaft  wie einen in unzulässigen Gesprächsgegenstand behandelte. Mir war zudem eine gewisse (habituelle) Nähe A. V Wendlands zum prorussischen Völkermordleugner J. Baberowski aufgefallen. Ich hatte mit meinen blogposts somit als Erste ihre rechtspopulistischen Anwandlungen (damals nur in Ansätzen erkennbar) kritisiert.

In mindestens einem Falle hat A. V. Wendland nicht nur ethnozentrischen Positionen und kulturrassistische Überlegungen (etwa über "Stammeskulturen" und Muslime)  geäußert, sondern sich indirekt auch auf biologische "Rassenlehren" bezogen. Die Aussagen Wendlands zu einer angeblich angeborenen  "Fremdenfurcht", die ich zunächst auf facebook kommentiert hatte, stellen zugleich ein Beispiel für ihr fachlich unbedarftes (aggressives) Vorgehen gegenüber Kritik an rassistischen Einstellungen dar.























Ich gebe im Folgenden meinen früheren FB-Post hierzu inhaltlich unverändert, mit lediglich orthographischen Korrekturen versehen, wieder:

»A. V. Wendland:   Rassismus - neurechte Ignoranz/Abwehr - aggressiver Antiintellektualismus



Wendland ist kein unbeschriebenes Blatt (wer mir auf FB folgt, weiß bereits einiges über sie). Die Historikerin, die auch bei H. M. Broders "achgut" publiziert, verbreitet gerne das Narrativ, alleine ihre energiepolitischen Positionen sorgten für Schnittmengen mit der AfD; sie würde aufgrund ihrer "dissidentischen" Haltung zum Nuklearausstieg fast schon verfolgt (von mir u.a.) und somit auf unfaire Weise in eine schmuddlige Ecke gerückt.Tatsächlich bin ich mit ihr aneinandergeraten, weil sie auf aggressive Weise das Vorhandensein russischer Repressionen gegen die Tscherkessen (als ethnische Minderheit im Westkaukasus, nachdem diese im 19. Jahrhundert im Zuge einer gewaltsamen russ. Aneignung des Gebiets weitgehend "gesäubert" wurden) in Abrede stellte & als Art Hirngespinst meinerseits abtat. 


Später noch hat sie der Streit mit mir offenbar so sehr beschäftigt, daß sie mich weiterhin im Netz verleumdete (ohne weitere Interaktionen, denn da war sie von mir schon längst blockiert). Auch ist sie dem neurechten Völkermordleugner Jörg Baberowski, der gerne Andere als "irre" bezeichnet, weiterhin in irgendeiner Form zugetan. An Auseinandersetzung über eine faktische Ebene ist kaum zu denken, denn an dieser (von mir längst bereitgestellt) zeigte sie kein Interesse. 

Etliche "achgut"- u. "Novo Argumente"-Beiträge später kristallisiert sich A. V. Wendlands Tendenz zu neurechtem Gedankengut und Verständnis für geschichtsrevisionistische wie rassistische Positionen weiter heraus. Auf FB formuliert Wendland regelmäßig rassistische Kommentare, d.h. solche, die entweder neurechte Erzählungen/ Ideologieelemente verharmlosen oder direkt selbst bedienen. Z.B, wenn sie öffentlich, laut, plump, überheblich/dominant u. "belehrend"... kundtut, was "Rassismus" sei und was nicht zu "Rassismus" als gesellschaftlichem Phänomen gerechnet werden dürfe: Unter einem eMedienbeitrag zur #MeTwo-Debatte [1] behauptete Wendland, eine Körperhaltung könne keine rassistische Einstellung zum Ausdruck bringen. 


Sie spricht damit einem 24-jährigen Studenten seine Rassismuserfahrungen ab, mit Verweis auf angebliche "Natürlichkeit" von Abwehrreaktionen/Angst, wenn Menschen mit "Fremden" konfrontiert seien. Dabei übergeht sie, und das darf einer Kulturwissenschafterin eigentlich gar nicht passieren: "Fremdheit" und "Fremdsein" sind sozial konstruierte Kategorien bzw. Auffassungen darüber, was "fremd" ist, entstehen in einem bestimmten kulturellen Kontext und können variieren. Vermutlich meint sie selbst auch u.a. so etwas wie Haut-/Haarfarbe u. Frisur. 

Derjenige, der in den Augen von Angehörigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft "fremd" aussieht, mag in der schwäbischen oder hessischen Provinz geboren sein, den lokalen Dialekt sprechen, Schule und Ausbildung in Deutschland absolviert haben, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen etc., etc. etc., wird aber vermutlich auf manche Mitreisende in der Straßenbahn z.B. "fremder" und "bedrohlicher" wirken, als etwa der Koreaner, der im Businesslook und mit ICE/1. Klasse zur Frankfurter Messe fährt und kein Wort Deutsch spricht. Wenn ich z.B. fest meine Tasche umklammert halte, weil ich eine junge Auszubildende als "Zigeunerin" identifiziert habe, handle ich rassistisch. Körpersprache (z.B. Zurückweichen vor anderen Fahrgästen/ Abwendung vom Sitznachbarn) bildet ein Zeichensystem wie andere menschliche Äußerungen auch und kann sehr wohl Abneigung/Vorurteile/Haß etc. ausdrücken. 

Es geht m. E. deutlich aus Wendlands Kommentar hervor, daß die Historikerin (im rechtspopulistischem Umfeld verortet) auf Negation/Zurückweisung von Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen u. Leugnung der Pervasivität rassistischer Verhaltens in Deutschland aus ist. Dazu benutzt sie Vorstellungen, die antiquiert sind bzw. so gar nicht der aktuellen Höhe wissenschaftlicher Erkenntnisse entsprechen und verbindet sie mit "Kritik" an einer scheinbar überbordenen, gesellschaftlich erstickenden/lähmenden "Political Correctness". Sie bringt ihre "Irrlehren" jedoch vor mit der Autorität der Geisteswissenschaftlerin, als die sie öffentlich identifizierbar ist. Diese Rolle müßte ihr - samt der eigenen Verantwortung - auch bewußt sein. 

Die Darstellung von "Fremdenfurcht" (oder "Fremdenscheu") als quasi natürlicher, angeborener Verhaltensweise (die dem Selbstschutz diene) wurde in neurechten ideologischen Zusammenhängen propagiert. Als "wissenschaftliche" These wurde diese Behauptung u.a. von dem österreichischen Zoologen u. Evolutionsbiologen Irenäus Eibl-Eibesfeldt vertreten [2]. Von ihm wurde in Zusammenhang mit einer (negativen) Bewertung von Immigration in europäische Staaten auch die Formulierung "kulturferne Ausländer" verwendet [3].Seine biologistischen Erklärungen zu angeblich "stammesgeschichtlichen" Ursprüngen modernen menschl. Verhaltens fügen sich zusammen mit sozialdarwinistischen Vorstellungen [4]. 

In der heutigen Ethnologie wird "Fremdenfurcht" (= "Xenophobie") dagegen als etwas angesehen, das unter bestimmten soziopolitischen Umständen (Nationalstaat etc.) aufkommt und sich auf spezifische kulturelle Muster stützt [5]. Psychologische Studien legen nahe, daß "Rassismus" (nicht deckungsgleich mit "Fremdenfurcht") als Defensivmechanismus sogar mit ungefestigten Persönlichkeitsstrukturen u. Unsicherheit hinsichtlich der eigenen Identität einhergeht und  nicht eine "gesunde" Reaktion ist [6]. 

Eine biologistische, pseudowissenschaftliche Untermauerung (auch: Rechtfertigung) von Rassismus als "Fremdenfurcht" in Anlehnung an Eibl-Eibesfeldt und dessen Lehrer Konrad Lorenz wurde etwa auch von Henning Eichberg, einer prominenten Gründungsfigur der Neuen Rechten und Erfinder des Begriffes "Ethnopluralismus", propagiert [7]. Ob Dr. A. V. Wendlands krude, wissenschaftsferne Auffassungen von "Fremdsein" & "Rassismus" (leider in "belehrender" Form an allgemeinere Öffentlichkeit gerichtet) - direkt den einschlägigen Schriften entnommen wurden oder vermittelt über neurechte Kreise/z.B. auch unbewußt aufgeschnappt bei ihr ankamen, weiß ich nicht. 

Es zeugt allerdings von Unwissen und Reflexionsarmut, überhaupt als Geisteswissenschaftler solche kruden, verkürzenden (biologistischen) Konzepte zu vertreten, auch von mangelnder Bereitschaft, sich mit den Grenzen des eigenen Wissens auseinanderzusetzen, das, was das eigene Fach liefert, als endlich anzuerkennen und dann jeweils auch andere Formen von Fachwissen/ Expertise (diese kann auch praktischer Natur sein) gelten zu lassen. Die Aggressivität (O-Ton: "Das ist Blödsinn"), mit der sie gegen akzeptierte wissenschaftliche Einsichten vorgeht u. an deren Stelle ihr eigenes (politisch-ideologisch geprägtes) "Alltagswissen" setzt, hat Wendland mit (rechts-)populistischen & querfrontigen Akteuren gemein: "Universalgelehrtes" Herumdilettieren. 

[1] https://www.zeit.de/campus/2018-08/rassismus-deutschtuerken-debatte-deutschland/komplettansicht
[2] https://www.br.de/themen/wissen/humanethologe-irenaeus-eibl-eibesfeldt-100.html 
[3] https://web.archive.org/web/20140819083330/http://www.estelmann.com/private/eibl1.htm
[4] https://de.indymedia.org/node/6815 und http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13493351.html 
[5] https://www.african.cam.ac.uk/images/files/articles/comaroff [6]https://www.psychologytoday.com/us/blog/out-the-darkness/201801/the-psychology-racism 
[7] Thomas Pfeiffer: »Wir lieben das Fremde – in der Fremde« Ethnopluralismus als Diskursmuster und -strategie im Rechtsextremismus. In: Schellhöh/Reichertz/Heins/ Flender (Hrsg.): Großerzählungen des Extremen, Bielefeld 2018, S. 38«

Als Ergänzung zu obigen Korrekturen sei hier noch mal unterstrichen, daß Rassismus sich keineswegs auf explizite Abwertungen bzw. aktive Ablehnung von beispielsweise "anderen Rassen" beschränkt. Rassistische Einstellungen können auch un(ter)bewußt weitergereicht werden. Eine Kontrastierung von manifestem, "wirkliche[m] Rassismus" mit latenten Mustern, wie sie A.V. Wendland vornimmt, ist sozialwissenschaftlich gesehen unsinnig. Ich empfehle, hierzu auch ein Interview mit Robin DiAngelo in Die Zeit nachzulesen. Die amerikanische Soziologin erklärt darin u.a.:

"Meistens, wenn Weiße über Rassismus sprechen, herrscht die Idee vor, dass Rassisten böse Individuen sind, die absichtlich und bewusst andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft verletzen wollen. Deshalb sehen Weiße meist nur expliziten Rassismus: Sie müssten das N-Wort sagen, bevor viele Weiße Sie als Rassisten sehen würden. Aber wenn das meine Vorstellung eines Rassisten ist, werde ich mir als Weißer niemals eingestehen können, dass auch ich mich rassistisch verhalte. Denn das würde mich zu einem schlechten Menschen machen."

Meine Kritik an ihren Aussagen zu "Angst vor Fremden" muß A. V. Wendland oder mutmaßlich mit ihr assoziierte Personenkreise so sehr gestört haben, daß mein ursprünglicher FB -Post mittlerweile nicht mehr auf meinem account zu sehen ist. Facebook hatte ihn gelöscht, da er (obwohl auch ein grenzverletzender, rufmörderischer Kommentar Wendlands zu mir, den ich zwecks Kommentierung als Screenshot eingestellt hatte, zeitgleich  von FB inkriminiert wurde, ohne daß das Original verschwunden wäre) gegen Community-Standards verstoße. Solch eine Vorgehensweise wählt facebook regulär dann, wennFB-Posts etliche Male bzw. systematisch von einer ganzen Gruppe gemeldet werden. Es zeigt sich hiermit auch (indirekt), daß rechtspopulistische Kreise, die selbst (aus taktischen Gründen) "Pluralismus" anmahnen, gerade keine  Kritik, keine toughen Auseinandersetzungen (jenseits von "Lagerdenken") fördern bzw. willkommen heißen. 
 






Dienstag, 21. November 2017

Männer, die Manieren haben: Jan Claas Behrends

Bei der Ablehnung von Baberowski-Kritik wird oftmals die Form vorgeschoben, eine seriöse inhaltliche Auseinandersetzung sei jedoch statthaft. Wie Baberowski-Befürworter sich selbst diskursiv benehmen, davon handelt dieser Text.

 Einer meiner Kollegen, die zur Völkermordleugnung Jörg Baberowkis und meiner Kritik daran schweigen, mir und anderen aber den Eindruck vermitteln, ich hätte kein sozialkomatibles Verhalten an den Tag gelegt und würde darum nicht weiter berücksichtigt werden, ist Jan Claas Behrends.

Der Osteuropa-Historiker Jan Claas Behrends war nach seiner Promotion mit Prof. Dr. Jörg Baberowski als Gutachter ab 2005 an dessen Lehrstuhl an der HU als wissenschaflicher Mitarbeiter angestellt. Es hat also jahrelang ein Abhängigkeitsverhältnis mit dem umstrittenen Professor bestanden. Er wirkt in den sozialen Netzwerken sichtlich bemüht, seinen ehemaligen Mentor vom Verdacht unangemessenen Verhaltens und ethische Grenzen überschreitender inhaltlicher Positionen freizusprechen.


1. Der falsche Stil - meint Jan Claas Behrends

Auf meine Texte zu Jörg Baberowski, in denen ich mich mit seiner Fehldarstellung der Geschichte des Westkaukasus und der blutigen russischen Eroberungspolitik sowie seinen recht abrupten akademischen Meinungswechseln unter dem Eindruck politischer Transformationsprozesse auseinandergesetzt habe, ist Jan Claas Behrends, wie andere meiner Fachkollegen auch, nie eingegangen. Nachdem ich kurze Zeit mit Jan Claas Behrends über Facebook in Kontakt gestanden war, wurde ich von ihm ca. im Frühsommer 2015 entfreundet. Ich hatte mit Facebook-Posts Jörg Baberowskis Auftritte bei einem Lokalverband von "Die Linke" und kurz darauf bei der  linksrechten, geschichtsrevisionistisch engagierten, rückwärtsgewandten "Preussischen Gesellschaft" kritisiert. Beide Veranstaltungsrahmen könnte man als russlandnah bzw. wenig distanziert gegenüber der Politik der Regierung Putin bezeichnen.

Als ich Jan Claas Behrends noch einmal über den Weg lief, habe ich ihn auf den Kontaktabbruch angesprochen. Anlaß war ein Text Behrends gewesen, der gerade das sozialdemokratische Schweigen zu der Bombardierung Groznys als Hauptstadt des um seine Unabhängigkeit kämpfenden Tschetscheniens thematisierte und da scharfe Worte fand:



Behrends warf mir also indirekt vor, meine Kritik an Jörg Baberowski nicht angemessen vorgebracht zu haben und da ein inakzeptables Verhalten an den Tag gelegt zu haben (ohne spezifisch zu werden). Er subsumierte mich unter die "Wutbürger". Baberowski-Kritikern ein schlechtes Gewissen einzujagen, indem man ihnen unterstellt, gegen den gesellschaftlichen Anstand zu verstoßen und sich asozial bzw. delinquent zu verhalten, ist eine oft benutzte, schon fast typische Vorgehensweise der Baberowski-Befürworter.

Die hier gezeigte Reaktion ist besonders apart, wenn man bedenkt, daß der offenbar von Behrends weiterhin geschätzte Mentor in seinen feuilletonistischen Artikeln ständig ein sehr plakatives, neurechts klingendes Vokabular und entsprechende Denkfiguren auffährt, sein Handwerk auf das Schüren von Unzufriedenheit und Ressentiments gegen "die Eliten", "die Politiker", Merkel etc. verlegt. Wie ich mich jenseits meiner Facebook-Aktivitäten, in meinen samt wissenschaftlicher Argumentationen, Fachliteratur und Quellen vorgebrachten Texten auf meinem Blog geäußert habe, und daß ich dort Jörg Baberowski Geschichtsklitterung in Bezug auf die russische Kolonialgeschichte im Nordkaukasus nachweisen konnte, hat Behrends offenbar weiterhin nicht interessiert.
 
2. Fakten und Form


Jan Claas Behrends hat sich mittlerweile denjenigen (auch Kollegen) angeschlossen, die auf Facebook mit Hetze, d.h. Verleumdungen und sehr persönlichen Angriffen, die wirklich nicht mehr als "Kritik" bezeichnet werden können, gegen mich vorgehen. Das sieht dann u.a. so aus:


Der sogenannte "Brief" an mich, der hier gepostet wurde, ist eigentlich ein diffamierender Text eines wütenden, aufgebrachten, mich stalkenden Mannes, den ich schon seit langem blockiert habe. Ob das, was an "Fakten" und Anschuldigungen im hier von einem Thorsten Müller verlinken Text vorgebracht wird, überhaupt stimmt, scheint Behrends nicht zu kümmern. Er unterstützt damit, daß der Geschichtsrevisionismus seiner eigenen ehemaligen HU-Umgebung - Jörg Baberowski entstellt die russische Kolonialpolitik im Westkaukasus samt genozidaler Gewalt, sein HU-Kollege, Politikwissenschaftler Herfried Münkler, stellt den Deutschen Colmar von der Golz, der mutmaßlich die ersten Pläne zur Deportation der Armenier im zerbrechenden Osmanischen Reich entworfen hatte, als eine Art Rollenvorbild dar - auf mich projiziert wird bzw. gespiegelt wird auf seine Kritiker.

(Anlaß für Thorsten Müller war übrigens mein Eintreten für Meinungsfreiheit bzw. ein differenzierender Kommentar meinersets zum drohenden Verbot der Internetplattform "indymedia/linksunten" gewesen, gerade da dort putinritische linke Texte hatten erscheinen können. So wurde denn hier vor mir gewarnt.)

Schauen wir uns aber auch die Umgebung an, in der Behrends auftritt, die er meiner Gesellschaft und meiner inhaltlichen Baberowski-Kritik vorzieht:


Und weiter:


Man könnte meinen, man befände sich in einem Wirtshaus, wenn man sich die (im übertragenen Sinne) schenkelklopfenden, johlenden, buhenden Profile mit ihren Kommentaren zu meiner Person, die sich mit meinen Inhalten, meinen Arguemntationen, meinem politischen Engagement gar nicht beschäftigen, ansieht. Unter denjenigen, die meine "Verwirrtheit" beurteilen, befinden sich beispielsweise ein Bestattungsunternehmer und der Inhaber eines Reisebüros - mit dieser Kompetenz muß ich mich dann u.a. im Netz bewerten laassen.

3. "Denunziation", Hexenjagd, Tugenddiktatur & Co.

Auch anderen Baberowski-Kritikern gegenüber verhält sich Behrends sehr abwertend, geht wenig zimperlich, beschuldigend, emotionalisiert, abwertend vor. Das tut er selbst dann, wenn es sich bei den Autoren um renommierte Professoren wie untenstehend Andreas Fischer-Lescano handelt, der sich um sachliche Betrachtungen und stichhaltige Argumente sehr bemüht.

Das schrille, extremistische Vokabular und die überzeichneten Bilder, die Jörg Baberowski benutzt, wenn er mit gegen ihn gerichter Kritik (die sich auf seine wissenschaftlichen Inhalte und seine politischen Positionierungen in Feuilletontexten bezieht und eben nicht auf sein Aussehen, sein Alter, seinen Familienstand, seine sexuelle Orientierung....) nicht umgehen kann, dürfte mitterweile hinreichend bekannt sein. Dazu gehören der Vorwurf der "Denunziation", "Tugendterror", die Bezeichung von Gegnern als "Stalinisten" und das Klagen über eine vermeintliche soziale Isolierung und Ausgrenzung. Seine Fans behaupten, es würde eine regelrechte "Hexenjagd" gegen ihn stattfinden. 

 Behrends schließt sich dem Totalitarismusvokabular-Verschnitt fast nahtlos an:


 Weiteres "Austeilen" gegen Fischer-Lescano:


Auch der Historiker bzw. NS-Experte Prof. Dr. Wolfgang Benz scheint mit seinem Artikel zu Jörg Baberowski in den Augen des ehemaligen HU-Kollegen Jan Claas Beherends ein "Denunziant" zu sein:


Für denjenigen, der an anderer Stelle für einen "Aufstand der Anständigen" eingefordert hatte und dezidiert für eine neue Ostpolitik, die weniger entgegenkommend für Putin gestaltet werden sollte, plädiert, sind das reichlich merkwürdige Verhaltensweisen. Zugunsten eines Professors, der abstritt, daß es einen Völkermord an den Tscherkessen gegeben hat bzw. auch nur systematische, großflächige Deportationen  (es geht um die Leugnung der  historischen Abläufe und der Systematik des russischen Vorgehens, nicht um die Bezeichung "Völkermord" und die juristische Wertung an sich) und der an Kolonialdiskurse Rußlands anschließt, der sich auch bis zu einem gewissen Grad mit dem repressiven russischen Vorgehen im Forschungsbetrieb in der RF gemein macht, der ferner im politischen Bereich für Verständnis für Putin wirbt und seinem Zeitungspublikum russische Phantomschmerzen aufgrund des Untergangs des Sowjetimperiums erklärt, der ferner zusammen mit Gabriele Krone-Schmalz auftritt, wirft sich Behrends in die Bresche, als ob es gelte, die Meinungsfreiheit selbst zu verteidigen.

Eine neue Ostpolitik, das sei hier nebenbei gesagt,  kann da sicher schwerlich abfallen, wo sich diejenigen, die sich als ihre vordersten Vertreter zeigen, selbst nicht abnabeln von den putinfreundlichen, machtdurchdränkten Strukturen, die ihnen ihre Karrieren und das Erlangen von Einflußmöglichkeiten eröffnet haben. Eine prinzipientreue, demokratische Ostpolitik kann nicht gelingen, falls man sich nicht zu gewissen Standards bekennt, nicht die gleichen Regeln für alle gelten sollen, man sachlichen Argumentationen und Auseinandersetzungen aus dem Wege geht, sie abstuft und regelrecht schlechtredet. 

Man sollte den Mut nicht verlieren und sich nicht einschüchtern lassen von denjenigen barschen Personen, die mit Anschuldigungen und "moralischen" Rügen (man könnte auch sagen: Unterstellungen) gegen ihre Gegner arbeiten, während sie selbst kein faires, gesetztes Verhalten zeigen. Man sollte immer überprüfen, wie es denn mit der Einhaltung von Regelwerk und mit der Orientierung an verbindlichen Maßstäben (für alle) tatsächlich aussieht.


Donnerstag, 7. September 2017

Rebecca Harms - Menschenrechte und Freiheiten als individuelle Glückssache

Folgender Post zeigt, wie deutsche Politiker reagieren, wenn sie per freundlicher Anfrage angeschrieben werden und eigentlich handeln müßten

Im hier gezeigten Beispielfall habe einmal nicht ich eine öffentliche Person angeschrieben, sondern hat sich meine Mutter als meine Fürsprecherin an eine bekannte Politikerin, die EU-Abgeordnete Rebecca Harms gewandt und sie gefragt, ob sie nicht mich und mein Anliegen unterstützen könne. Es ging im Kern um die Ermöglichung von Vergangenheitsaufarbeitung und die Beseitigung der Folgen von Mobbing und recht schwerwiegender Diskriminierungen, die sich direkt gegen meine Forschungsarbeit gerichtet hatten sowie um wenig durchlässige, eher a-demokratische Strukturen, die zum Zeitpunkt der Anfrage (vor etwas mehr als zwei Jahren) weiterhin einen halbwegs normalen, zivilen Umgang mit dem Völkermord an den Tscherkessen auf deutscher, wie auch auf europäischer Ebene insgesamt blockiert halten.

Rebecca Harms hat, da meine Mutter zum damaligen Zeitpunkt noch keinen Computer benutzte, ihre Antwort per email an mich addressiert. Sowohl Anfrage als auch Antwort sind im Folgenden wiedergegeben. Ich war zunächst freudig überrascht davon, daß überhaupt eine Antwort erfolgte, denn heutige politische Umgangsformen werden so schlecht, daß auch dies oftmals keine Selbstverständlichkeit mehr ist.Schreiben, die unangenehme, verstrickte, vertrackte politische Verhältnisse betreffen, bei deren Angehen/Lösung man die eigenen Bündnispartner konsternieren oder politisch etwas riskieren könnte, bleiben immer öfter ohne jegliche Reaktion liegen. Hier klang die Antwort aber freundlich.  Frau Harms schien den Kern der Problematik erfaßt zu haben und als Sachlage zu bestätigen. Jedoch überraschte mich dann umso mehr die abrupte Endung.

Die Frage bzw. Bitte meiner Mutter nach Unterstützung in einer wirklich mißlichen Situation - man schreibt solche Briefe nicht leichtfertig - blieb im Antwortschreiben von Rebecca Harms komplett ausgeklammert. Der Text wirkt so, als ob Harms gar nicht realisiert hätte  (bzw. sie unfähig zu begreifen gewesen sei), daß  in solch einer Lage doch zumindest Lösungsmöglichkeiten oder Handlungsoptionen hätten benannt oder erwogen werden sollen, man weitere Ansprechspartner hätte benennen  können,  zuallermindest, meines Erachtens, aber doch ein entschuldigendes "Leider kann ich nicht helfen" fällig gewesen wäre.  Die email schien, auf keineswegs bösartige Weise, schon die Vorstellung eines  Tätigwerdens und jedweden Eingreifens von vornhinein und wie selbstverständlich auszuschließen.

Mich hat diese email über Monate hinweg so sprachlos gemacht, daß ich wirklich nicht wußte, wie und ob ich antworten solle.. Ich habe oft versucht, daraufhin Sätze zu formulieren. Ich schwankte zwischen dem Bedürfnis, mich für das immerhin höfliche, halbwegs respektvolle Schreiben zu bedanken und dem gleichzeitigen Bedürfnis, das,w as ich als Anmaßung empfand, zurückzuweisen.
Das mißachtende, gerigschätzende Element bestand für mich darin, daß Berufspolitiker und einige andere Prominente, wenn sie selbst in Bedrängnis bzw. mißliche Lagen geraten, sofort Hilfe, gesellschaftliche Anteilnahme erhalten und eine Korrektur verrutschter ethischer Maßstäbe (etwa bei Einreisesperren) per medialer Öffehtlichmachung und Bewertungen erfolgt, dahingegen aber "normalen" bzw. abgewerteten Menschen jegliche Unterstützung, auch noch bei chronischer Krankheit wie in meinem Falle, untersagt wird. Auch Intellektuelle, die nicht im Rampenlicht stehen wollen, brauchen für die Fortführung ihrer Arbeit Sicherheit, Freiheit und gesellschaftliche Unterstützung. Letztendlich blieb die email ohne Antwort. Beim Gedanken an das, was ich schreiben könnte, hat sich mir regelmäßig der Hals zugeschnürt.

Nach etlichen weiteren Gesuchen, anderen Anschreiben an andere Personen, vielen unterschiedlichen Kommunikationsversuchen mit unterschiedlichen Partienrepräsentanten, bei denen die Reaktionen oftmals noch viel negativer, ruppiger und verletzender ausfielen, frage ich mich heute vor allem, wie eine derart entpolitisierende, atomisierende Haltung gegenüber gesellschaftlichen und politischen Mißständen möglich ist. Wer fast alles am "Erfolg" oder "Mißerfolg" eines Individuums festgemachen möchte, fast nur noch die Maximen "Ein jeder ist selbst seines Glückes Schmied" bzw. "Der Stärkere setzt sich durch" gelten lassen möchte, riskiert letztendlich den Sinn für das Allgemeinwohl und das Verständnis dafür, daß Einzelne mit der Gesellschaft verbunden und Individuen und Gesellschaft aufeinander angewiesen sind. Ich habe mich nicht einfach für mich selbst und für eine akademische Karriere bzw. berufliches Fortkommen eingesetzt, sondern für andere Menschen. Für den Erhalt demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen muß man arbeiten: Ohne Sorge um den gesellschaftlichen Grundkonsens, ohne Solidarität und ein Minimum an Verläßlichkeit als Gemeinschaft, ohne die Bereitschaft und den Mut zum Einschreiten da, wo die eigene Wertegrundlage verletzt wird, kann ich mir den Erhalt eines demokratischen Gemeinwesen nicht vorstellen.

Das Eintreten gegen Geschichtsrevisionismus und Völkermordleugnung sollte zu den Dingen gehören, die in keinem Falle, unter keinen Rahmenbedingugnen, antastbar, verhandelbar und anfechtbar sind. Mir scheint allerdings, daß mittels des PR-gestützten "Images" und den (oftmals noch virtuellen, abstrakten) Anhängerschaften von "Bewegungen" (vermeintlich) zugunsten bestimmter politischer Werte, die gerade die Grünen en masse erzeugen, allmählich die Korrelationen zwischen politischem Schein und gesellschaftlicher Realität, zwischen Wollen/Image/abstrakten Haltungen und konkretem Handeln und Sich-Einsetzen für die gesellschaftlichen Werte verlorengehen. Es ist, als ob professionelle Parteienpolitiker die Welt, die sie mitgestalten und für die sie verantwortlich sind, nur noch als eine Art Klischeebild, durch die eigenen Slogans, Floskeln und bunten Facebook-Memes hindurch, wahrnehmen könnten.


3.1.2015 - Handschriftlicher Brief, gesendet an Rebecca Harms' Abgeordnetenbüro in Brüssel:

"Sehr geehrte Frau Harms,

Aus der Presse habe ich erfahren, daß Ihnen die  Einreise nach Rußland verweigert wurde. Die Erfahrung, daß es negative Konsequenzen hat, wenn man der russischen Regierung nicht kritiklos gegenübersteht, hat auch meine Tochter Irma Kreiten machen müssen. 

Meine Tochter hat in Tübingen mit Bestnote die Magisterprüfung in osteuropäischer Geschichte und Ethnologie abgelegt und anschließend ihre Doktorarbeit zur russischen Eroberung des Kaukasus im 19. Jahrhundert begonnen. Ihre Forschungen haben bestätigt, daß es dort einen Völkermord an den Tscherkessen gegeben hat. Dieses Ergebnis war weder im Sinne ihres Doktorvaters noch des Sonderforschungsbereiches Kriegserfahrungen, bei dem sie angestellt war. Unter Mißachtung wissenschaftlicher Kriterien und der Freiheit der Forschung wurde sie unter Druck gesetzt, diesen Völkermord nicht zu thematisieren. Als sie diesem Druck nicht nachgegeben hat, wurde sie massiv eingeschüchtert. Heute lebt meine Tochter enttäuscht, krank und ohne Existenzgrundlage in Istanbul.

Die Personen und Organisationen, an die sie sich mit der Bitte um Unterstützung gewandt hat, haben sie entweder bewußt ignoriert oder mit anfänglichen Versprechungen hingehalten.

Dieses Ignorieren ihrer Arbeit und ihrer Person ist nicht individuellen Mängeln zuzuschreiben, sondern der Tatsache, daß der Völkermord an den Tscherkessen weitgehend tabuisiert wird. Die Gründe hierfür sind wohl wirtschaftliche Interessen, politischer Druck u.a. aus Rußland selbst und ordinärer Rassismus.

Tscherkessische Verbände, an die meine Tochter sich gewandt hat, besitzen keine Lobby. Sehen Sie eine Möglichkeit, meiner Tochter in irgendeiner Weise zu helfen? Wenn ja, würde dies sowohl der Sache als auch meiner Tochter helfen, die statt Achtung für ihr Engagement bisher nur Häme und Beschimpfungen erfährt. 

Mit freundlichen Grüßen, 

                                                                                      Mechtilde Kreiten

E-mail Adresse emeiner Tochter : [...]"



Antwort am 26. Januar 2015 an mich, Irma Kreiten, per email:


"Sehr geehrte Frau Irma Kreiten,



mich hat der Brief Ihrer Mutter Mechtilde erreicht und ich habe mit großer Besorgnis die Schilderungen über Ihre Situation zur Kenntnis genommen.

Es tut mir sehr leid, dass Sie negative Erfahrungen und Diskriminierungen aufgrund Ihrer wissenschaftlichen Forschungen zu den Verbrechen an den Tscherkessen machen mussten. Auch Forschungsergebnisse zu kontroversen Themen sollten öffentlich zugänglich sein und Recherchen zu umstrittenen Themen möglich sein.

Auch wenn mir die Einreise nach Russland aufgrund meines politischen Engagements verwehrt wurde und ich des Öfteren Anfeindungen ausgesetzt bin, glaube ich, dass die Zerstörung einer ganzen wissenschaftlichen Karriere und eines Lebenszieles damit nicht vergleichbar ist.

Gute Forschungen zu Osteuropa und Russland wird besonders in dieser Zeit dringend gebraucht.



Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und viel Kraft und hoffe, dass Sie doch irgendwie eine Möglichkeit finden ihre Forschungen weiterzuführen.



Mit den besten Grüßen,
Rebecca Harms."


Eingescannte Kopie des Briefes meiner Mutter (Adressen von mir unkenntlich gemacht):








 




Donnerstag, 17. August 2017

A. V. Wendland und der braune Mob (A-F)

Die Historikerin hetzt zusammen mit AfDlern, Identitären-Fans und ressentimentgeladenen Bürgern wg. Thematisierung von Rechtspopulismus & Geschichtsrevisionismus

Am 17.5.2017 hatte ich meinen ersten Blogbeitrag zu Anna Veronika Wendland (Historikerin am Herder-Institut in Marburg) veröffentlicht, dann habe ich mit weiteren Artikeln nach und nach unerschiedliche Aspekte ihres Wirkens beleuchtet und aufzuzeigen versucht, inwiefern mir das Verhalten meiner Kollegin sowohl in politischer wie auch  in wissenschaftlicher Hinsicht als problematisch erscheint. Meines Erachtens wirkt A.V. Wendland (auch als Boell-Beirätin auf der Webseite der grünennahen Stiftung aufgelistet) an intoleranten, anti-pluralen Strukturen mit, die meine und anderer Menschen Rechte und Freiheiten beschneiden.

Anna Veronika Wendland hat auf meinen ersten Blogartikel hin auch reagiert, allerdings - was mich angesichts ihres vorangegangenen Verhaltens nicht sehr verwundert hat -  auf sehr emotionale, persönliche und unsachliche Weise:


Wendland scheint mir hier ihre eigene Kampfprosa und ihre eigene Vernachlässigung von Sachlchkeit und Differenzierungswillen unterschieben zu wollen. Davon, daß Wendland eine "Rechtspopulistin" sei, war in meinem ersten Text, der hier thematisiert wird, nicht die Rede gewesen. Ich hatte vielmehr ganz bewußt in Bezug auf Wendland die Formulierung "[r]echtspopulistische Anklänge" gewählt. Als "Rechtspopulisten" würde ich dagegen etliche derjenigen Menschen bezeichnen, die in Wendlands publizistischem Umfeld und in ihren Soziale-Medien-Kammern aktiv sind. Tatsächlich würde ich sie als Person auch nicht als Rechtspopulistin bezeichnen, ich sehe vielmehr das Querfrontige ihrer Strategien bzw. die fortgesetzten Versuche, u.a.  linken und rechten Rand gleichzeitig zu bedienen.

Selbstverständlich habe ich in meinen Texte nicht mit bloßer Berührungskontaminations-Logik argumentiert; meine Texte haben durchaus Bezug genommen auf Wendlands eigene Rhetorik, ihr individuelles Verhalten und ihre konkreten Positionierungen zu Völkermordleugnung, Menschenrechtsverletzungen und akademische Repression bzw. Unterminierung wissenschaftlicher Arbeit. Problematisiert habe ich ihre Mitwirkung an rechtspopulistischen Publikationsorganen, in denen nicht auch Geschichtsklitterer und Muslimhaß-Schürer mal zu Wort kommen, sondern bei denen, wie im Falle etwa von Novo Argumente, z.B. die Leugnung des Völkermords an den Bosniern redaktionelles Programm war. Es ging mir in der "Beehrung" Wendlands mit Artikeln darum, gegen Geschichtsrevisionismus und mangelnde Distanz meiner Kollegen zu außerwissenschaftlichen Einflüssen vorzugehen bzw. dafür ein Bewußtsein zu schaffen. Was Wendland ihren Fans als vermeintliche inhaltliche Zusammenfassung meines ersten Artikels und Beschreibung meiner Argumentationsweise geboten hat, ist im Grunde ledlglcih eine etwas elaboriertere, gebildetere Form der Larmoyanz und des ritualisierten Selbstmitleids, das für gewöhnlich mit vorgestanzten Satzkonstruktionen à la "nur weil...werde ich.... gestellt " aufgetischt wird. 

Selbstverständlich hätte Wendland auch zum damaligen Zeitpunkt schon sehr wohl wissen können, daß sie und ich keineswegs aufgrund ihrer Atomkraftbefürwortung aneinandergeraten waren, daß mich ohnein andere Themen und Anliegen zu jenem Zeitpunkt voll auslasteten. Sie hatte erst wenige Wochen zuvor noch öffentlich  gegen mich  Stimmung gemacht und dabei direkt auf mein Forschungsthema, den Völkermord an den Tscherkessen, abgehoben - das hätte sie sich denn vielleicht auch erinnern und die Zusammenhänge den eigenen Friends & Followern wahrheitsgemäß präsentieren können. Zum einen scheinen Wendland Völkermordleugnung, Repressionen bei der (wissenschaftlichen und politischen) Aufarbeitung sowie von Rußland verweigerte Minderheitenrechte aber immer noch kein legitimes, seriöses, interessantes Gesprächsthema zu bilden, zum anderen kann sie natürlich mit dem reflexhaften Rekurs auf vermeintliche Unterdrückung, gesellschaftliche Benachteiligung und 'Mißhandlung' von Atomkraftbefürwortern einige ihrer lobbyartig aufgestellte Unterstützer mobilisieren. Denn für diese ist, bei einer solchen Präsentation (ähnlich wie bei Rechtspopulisten, mit deren Gruppierungen und Netzwerken sie sich teilweise decken), ja ein imaginäres  "Wir" verletzt worden, das es dann zu verteidigen gilt. 

D.h., meine Kollegin rückt auf klischeehafte wie irreführende Weise den Gegensatz zwischen Atomkraftbefürwortung und -gegnerschaft in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wo es um andere Angelegenheiten und konkretes (Miß-)Verhalten ging. Allerdings ist es es ja auch ihr Metier, sich an gerade diesen Gegenüberstellungen abzuarbeiten und Polarisierungen auch zu provozieren. Durch Plakativität und Freund-Feind-Denken jenseits inhaltlicher Auseinandersetzungen erhält sie selbst Unterstützung, Beifall und Aufmerksamkeit durch ihre atomkraftfreudige und -lastige Facebook-Community. Ihre Methode bei der Auseinandersetzung mit den Ansichten und Inhalten von Kontrahenten ist die der Verflachung, Entstellung, Pauschalisierung. Vermutlich wurde dabei auch von ihr einkalkulierrt, daß viele Menschen meinen Text nicht mehr eigenständig und sorgfältig lesen  werden, sich alleine nach Wendlands spitzen "Zusammenfassungen" und Interpretationen richten werden. Eine solche Vorgehensweise unterstellt sie zu einem späteren Zeitpunkt mir.

Shamestorming gegen Kritik an Rechtspopulismus: 

Auf die obige unsachgemäße Diskussionsvorlage haben im entsprechenden Facebook-Thread dann insgesamt 50 unterschiedliche Kommentatoren bzw. FB-Profile reagiert. Mehrheitlich ging es denn tatsächlich nicht um eine inhaltliche Besprechung bzw. Kritik an meinen Texten und Positionen, sondern um die Person treffende und diffamierende Bemerkungen sowie das Betreiben politischer Lagerlogik. Es wurde etwa vermehrt das rechtspopulistische Gefühl thematisiert, unter gesellschaftlichen Druck zu stehen, sich verteidigen zu müssen, mit Intentionen von Regelauferlegung konfrontiert zu sein und diese umgehend zurückweisen zu wollen. Diejenigen, die für Wendland Partei ergriffen (und rund die Hälfte der Kommentatoren taten dies), beschäftigten sich nicht mit den von mir eingebrachten Themen, sie boten Haß, Hohn, Spott, Verächtlichmachung von Gegnern, trotzig-ironische Identifizierungen mit einer eigenen Negativrolle und schlicht schnoddriges, relativ sinnfreies Herumgegackere. Bezugnahmen auf den Gegenstand meiner  Auseinandersetzung mit Wendland fehlen auch oft völlig.

Es wurde somit - unter Wendlands Beisein und mit ihreroffensichtlichen Billigung - zu Methoden gegriffen, die (neu-)rechte Kreisen recht regelmäßig und systematisch einsetzen, wenn droht, daß Beschränkungen zum Wohle anderer Menschen oder auch nur zugunsten der Faktentreue auferlegt werden: Ein "Shamestorming" über die sozialen Netzwerke wird von Rechtspopulisten regelmäßig als Mittel gegen sogenannte "Political Correctness" eingesetzt. Es soll mittels Shit- und Shamestorms offensichtlich das Einfordern von Regeln und Konsequenzen erschwert bzw. für Einzelpersonen so unangenehm (und vielleicht auch kostspielig) wie möglich gemacht werden. Über die öffentliche "Beschämung" werden mit dem Aufstehen gegen Fremdenhaß, gegen verdrehte Fakten und rechtspopulistische Stimmungsmache verstörende Erlebnisse verbunden, diese Verknüpfung kann dann auch in Zukunft noch nachwirken; bzw.wo auch eine reale Rufschädigung droht, wird diese Aussicht doch auch immer wieder Menschen von (weiterhin) klaren, offenen, deutlichen Positionierungen abhalten. Wer erträgt es schon gerne und wiederholt, wenn er/sie öffentlich ausgestellt, mit Verleumdungen überzogen und damit u.a. auch auf geschäftsschädigende Weise diffamiert wird?

Selbst im Falle von Gerald Hensel, einem Mitarbeiter der Agentur "Scholz & Friends" (auf die im FB-Umfeld von Anna Veronika Wendland hier im Folgenden noch mehrfach als Haßobjekt Bezug genommen werden wird), hatte eine klare Kante gegen das rechtspopulistische Medium "Tichys Einblick" (wobei ich persönlich PR-artige, aufmerksamkeitsheischende, weniger auf Inhalte denn auf bewußte Provokationen zielende Vorgehensweisen für gewöhnungsbedürftig und verbesserungswürdig halte), hat das offene Auftreten und Verwehren gegen Rechtspopulismus zu anhaltenden Shitstorms (inklusive Drohungen) und wesentlichen Eingriffen in sein Privat- (dazu siehe hier) und Geschäftsleben geführt. Wendland hat im Falle des von ihr angefachten Shamestorms gegen mich kein öffentliches Interesse an einer Begrenzung von Haßreden und ethischen Regeln und Normen für normale Gesprächsführungen erkennen lassen. D.h. es sind keine diesbezüglichen Inverventionen ihrerseits sichtbar geworden.

An der verbalen Randale, die sich auf A.V. Wendlands Facebook-Seite vollzog, haben sich mehrheitlich (bei insgesamt 25 Personen lassen sich entsprechende Ressentiments nachweisen; ein Teil des Restes kommentierte mir gegenüber positiv oder verhielt sich verbal vage) Personen (bzw. FB-Profile) beteiligt, die - auch völlig jenseits meiner Person bzw. deren Involvierung -  ressentimenthafte, xenophobe Einstellungen gegenüber Zuzüglern und "Fremden", insbesondere gegenüber Muslimen und/oder einen Hang zu Geschichtsrevisionismus aufweisen. Entsprechende Einstellungenn, insbesondere islamophobe Tendenzen können auch eine ideologische Gegnerschaft zu meinem Forschungsthema, einem von einem christlichen Staat an einer muslimisch geprägten Bevölkerungsgruppe verübten Genozid, bedeuten. Etliche der Beteiligten kannte ich  nicht einmal über Online-Interaktionen. D.h. es läßt sich über das Untersuchen von Facebook-Profilen eine gewisse Motivlage ausmachen für die Beteiligung an Haßthreads, in denen es dann weniger um konkrete Anliegen und Verwerfungen geht, denn um ein Zurückweisen von Beschränkungen, den Ansprüchen einer verhaßten "PC" ("Political Correcntness") an sich. Sonstige Aktivitäten und Äußerungen etlicher Beteiligter demonstrieren tatsächlich, daß es diesen recht generell um ein Verteidigen neurechter Positionen bzw. auch ein Ausweiten des gesellschaftlich Sagbaren geht.

Wer die politishcen Hintergründe von Beteiligten an Haßkommentaren und Verleumdungsstrategien analysiert, betreibt übrigens keine "Gesinnungsschnüffelei".  "Gesinnung" und "Motiv" (auch als juristischer Fachbegriff verwendet) sind auseinanderzuhalten:  Bei "Motiven"geht es immer auch um das Ergründen konkreten Verhaltens, nicht um das, was Iindividuen im eigenen Kopfe mit sich herumtragen. Auch wenn manche Menschen - trotz Erklärungen - der Wahrscheinlichkeit nach dieses wieder nicht werden verstehen wollen.... Gerade das Verhalten Wendlands und ihrer Fangemeinschaft verdeutlicht, daß ein Hinsehen und eine Beschäftigung mit rechtspopulistischen Netzwerken und ihren Strategien kein Ausdruck meiner 'persönlichen Gemeinheit' ist und  daß es sich hierbei ganz und gar nicht um eine gesellschaftlich überflüssige Aktivität handelt. Die Reaktionen Wendlands zeugen davon, wie weit sich extermistische, ressentimentbeladene, teils auch recht irrationale  Einstellungen und Verhaltensweisen bereits in der "guten Mitte" der deutschen Gesellschaft etabliert haben (vielleicht gingen sie teilweis auch aus dieser hervor), daß viele derartige Einstellungen und Ansichten unter Akademikern und Verantwortungsträgern als akzeptabel hingenommen werden und sich diese dann dementpsrechend auch nicht mehr unbedingt (bzw. nicht mehr durchgehend) an ihre beruflichen Pflichten und öffentlichen Aufträge halten.

 Zur Aufstellung: 
Dieser Blogpost soll zeigen, daß das Vorgehen Wendlands gegen meine Kritik und meine Person (sowie gegen meine Anliegen!) zu wesentlichen Teilen von rechter bzw. neurechter Seite getragen wurde und einhergeht mit ähnlichen Kommenntierungen und Verhaltensweisen der Beteiligten in anderen Kontexten, gegenüber anderen Personen und Personengruppen. Das Spektrum der Haltungen und Ansichten im unmittelbaren Wendland-FB-Umfeld reicht von diffuseren Ängsten vor Flüchtlingen und Migranten über eigene rechtspopulistische publizistische Tätigkeit bis hin zu offener Feindseligkeit gegenüber Muslime und "dem Islam", zu klaren Bekenntnissen zur  AfD und Interesse an der vom deutschen Verfassungsschutz beobachteten, rechtsextremen "Identitären Bewegung". Die Kombination von entstellenden, unrichtigen Behauptungen und non-faktischen Beschuldigungen/Unterstellungen mit Akteuren entsprechender politischer Prägung qualifiziert die Reaktionen auf Wendlands Facebook-Seite übrigens meines Erachtens durchaus in der Gesamtsumme als gezielte, politisch motivierte "Hetze" und nicht etwa als Kritik.

 Die Aufstellung sollte auf möglichst formale, übersichtliche und  allgemein nachvollziehbare (= halbwegs objektive) Weise erfolgen. Nach der Auflistung des Profils (samt gegenbenenfalls Nennung von Parteimitgliedschaften oder einschlägigen publizistischen Tätigkeiten) erfolgt 1. Der Beleg für die Beteiligung an besagtem Thread per screenshot von einem Kommentar (in Ausnahmefällen mehrern Kommentaren), der entweder Unterstützung für A. V. Wendland signalisiert oder direkt einen Angriff gegen meine Person/meine Arbeitsthemen etc. beinhaltet; 2. Eine Art politische und/oder publizistische Umreißung des FB-Profils, vorzugsweise über die eigene Facebook-Likeliste, falls diese fehlt (oder auch sehr uneinheitlich ausfällt), ersatzweise über einzelne, zusammengetragene Facebook-Posts oder über einzelne Kommentare;  3. Eine Darstellung persönlicher Ansichten und Haltungen über einzelne eigene, möglichst eindrückliche Aussagen, d.h. über Posts und Kommentare, die (nach Möglichkeit) über die bloße Weiterleitung von fremdem Material hinausgehen und eigene Formulierungen enthalten. Ersatzweise werden (bei publizistisch Tätigen) kurze Textausschnitte vorgestellt.

Mit den wenigen linksorientierten Kommentatoren werde ich mich hier an dieser Stelle nicht weiter befasen, da dies eine formalisierte, schemative (und damit objektivere) Vorgehensweise kaum noch möglich machen würde (ich müßte dann etwa auch erklären, wie das Verhältnis linker Splittergruppen zueinander aussieht und diesbezüglichen innerlinken Prägungen und Differenzen schildern, die dann teilweise zu einem Tauziehen führen). In meinem nächsten Post werde ich die Verteilung der Kommentatoren auf politische Lager noch genauer beschreiben sowie aufschlüsseln, wie viele der ressentimentbeladenen Profile nachweislich Sympathien für AfD oder sogar die rechtsxtremen Identitären äußern.

Wolfram Ackner:
https://www.facebook.com/wolfram.ackner 
Autor bei "Die Achse des Guten" und "Die Welt", ehemaliger DDR-Dissident (?), wohnhaft in Leipzig;
Ex-AfD-Mitglied (bis vermutlich bis 2016)

1.

2. Likeauswahl: Novo-Argumente, Studenten für Demokratie- und Meinungsfreiheit (Pro-Baberowski-Seite, FDP-nah), Anne Chaplet und ihre Romane (Cora Stephan), Freiheitlich-konservativer Aufbruch, Sigrid Herrmann-Marschall, Martin E. Renner (AfD), Initiative gegen Bargeldverbot, Hayek-Club Münsterland e.V., Breitbart, Milo Yiannopoulos, Philosophia perennis, Sperre durch FB - Wall of Shame (Nikolaus Steinhöfel), Bernd Lucke (früher AfD, jetzt LKR), Roland Baader, Vince Ebert, Michael Klonovsky...


Evtl. auch dezentere Sympathien für die Identitäre Bewegung:
https://www.facebook.com/wolfram.ackner/posts/10156271120481729


3. "Weniger Islam":  https://www.facebook.com/wolfram.ackner/posts/10155990550026729



Jörg Baberowski
https://www.facebook.com/jorg.baberowski
Seit einigen Jahren geschichtsrevisionistisch argumentierender Historiker, als Schüler Mitglied im maoistisch-linkstotalitären KBW ("Kommunistischer Bund Westdeutschalnds"); danach Ernst Nolte-Versteher; publizistische Auftritte bei u.a. NZZ und Basler Zeitung, persönliche Gegnerschaft zu mir aufgrund seiner Leugnung historischer Abläufe im Westkaukasus des 19. Jahrhunderts und aufgrund früherer akademischer Gutachtertätigkeit, die mich und mein wissenschaftliches Projekt betraf...

1.

2. Likeauswahl: Joachim Starbatty früher AfD, heute LKR), Studenten für Demokratie- und Meinungsfreiheit, Sperre durch FB-Wall of Shame (Nikolaus Steinhöfel), Nicolaus Fest (AfD), Hamed Abdel-Samad, Sabatina James, Michael Klonovsky, "Margo und Helene - Cora Stephans Roman", Harald Martenstein, Peter Sloterdijk


3.  Über seinen Kollegen, den Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz, anläßlich von dessen Baberowski-kritischem Artikel:
https://twitter.com/witte1905/status/878505005451550721


https://www.facebook.com/carl.camerone/posts/1587182498008684


 Gegenüber der Werbeagentur "Scholz & Friends", die eine Kampagne gegen das rechtspopulistische "Tichys Einblick" gestartet hatte:
https://www.facebook.com/jorg.baberowski/activity/1211783252201583

Herbert Blum bzw. "Herbertus Magnus":
https://www.facebook.com/herbert.blum.9
Im Jahr 2011 CDU-Kandidat in Langen, weiterhin bei der CDU Langen aufgeführt;
mittlerweile vermutlich bei der FDP

1.Vermutl. in Bezug auf Anna Veronika Wendland:


2. - keine öffentliche Likeliste

Tichy-Leser, orientiert vermutlich am rechten FDP-Flügel:
https://www.facebook.com/FDPOtzberg/posts/1262867513732909

"Altparteien" benachteiligen die AfD und fälschen zu deren Ungunsten Wahlen:
https://www.facebook.com/herbert.blum.9/posts/1449178091768516


Nennt Hamed Abdel-Samad einen "Freund":
https://www.facebook.com/herbert.blum.9/posts/1525453694140955

3.  Flüchtling will mit Schmerzensgeld wegen Haßposts evtl. "Kohle machen":
https://www.facebook.com/herbert.blum.9/posts/1449092721777053



Kommentar von Herbertus Magnus zur rechten Aktivistin Karoline Seibt (Artikel über sie in Epoch Times), Äußerungen zu vermeintlich drohender islamischer Zensur:
https://www.facebook.com/EpochTimes.Deutsch/posts/1413075422091467?comment_id=1414399268625749&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R9%22%7D


Andreas Bylaitis 
https://www.facebook.com/andreas.bylaitis
Ehemaliges Grünen-Mitglied
1.

2.  - keine öffentliche Likeliste -

Fan von Henryk M. Broder:
https://www.facebook.com/andreas.bylaitis/posts/10207627021428229 


3. Aggressionen gegen den Journalismus von Daniel Bax u. mein "Tralala" (d.h. frühere direkte Begegnung auf Facebook):


(Jan Claas Behrends)
https://www.facebook.com/janclaas.behrends 
Osteuropa-Historiker, ehemaliger Mitarbeiter an Prof. Dr. Jörg Baberowskis Lehrstuhl, Mitinitiator des SPD-Arbeitskreises "Neue Ostpolitik"; kein typischer Rechtspopulist, aber offenbar Baberowski-treu; äußert sich bislang meines Wissens nicht zu dessen rechtem Geschichtsrevisionismus und zur baberowskischen Völkermordleugnung;

1.


2.  - Likeliste unauffällig -

3.
Unkritische Baberowski-Verteidigung: https://www.facebook.com/andreas.umland.1/posts/10211120553063191


Unterstützung der Diffamierung seines Baberowski-kritischen Kollegen Prof. Dr. Wolfgang Benz, der als "infamer Denunziant" vorgestellt wird:
https://www.facebook.com/ludwig.hardi/posts/436412073380922


Rudi Borath 
https://www.facebook.com/rudi.borath

1.

2. Keine offene Likeliste, aber AfD-Fan bzw. Björn Höcke-Sympathisant:
https://www.facebook.com/BerndBernd.Hoecke.AFD/posts/304124906701775 


3. Islam ist nicht demokratiefähig:
https://www.facebook.com/rudi.borath/posts/1408665312553947



Christoph Falkenstein
https://www.facebook.com/christoph.lindau.5

1.

2. Likeauswahl: Islamkritik-DE; Sigrid Herrmann-Marschall; FischundFleisch; Imad Karim; David Berger; Hamed Abdel-Samad; Michael Klonovsky; Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit; Sebastian Kurz; Nicolaus Fest (AfD); LKR (Liberal-Konservative Reformer); Tichys Einblick; haOlam; Identitäre Bewegung - Deutschland;  Sperre durch FB - Wall of Shame; Udo Ulfkotte; Cahit Kaya; Achse des Guten; Henryk M. Broder; 





3. Verbindung von Islam mit Terror:
https://www.facebook.com/christoph.lindau.5/posts/948874738587721

 
Muslime bedrohen "westliche Werte" und Aayan Hirsi Ali ist nicht "rechtspopulistisch":
https://www.facebook.com/christoph.lindau.5/posts/903678826440646



Fortsetzung folgt.

Samstag, 15. Juli 2017

FDP-Mitglied würde aufmüpfige, kritische Studenten gerne "von der Uni schmeißen"

Baberowski-Streit: Kritik an Völkermordleugnung und geschichtsrevisionistischen Thesen erweckt bei Siegfried H. Seidl politische Verdachtsrhetorik und Repressionsphantasien. Eine Beschäftigung mit den Methoden des Baberowski-Lagers bleibt aus - von einer inhaltlichen Auseinandersetzuung sehe ich ebenfalls nichts. Was für ein Liberalismus-Verständnis ist das?

Anstößig sind innerhalb der deutschen Gesellschaft, so erlebe ich das in Diskussionen immer wieder, nicht Geschichtsrevisionismus, Rechtspopulismus und Genozidleugnung, sondern deren öffentliches Thematisieren und ein Eintreten dagegen  In einer "feinen Gesellschaft" darf es solche Abwege wohl nicht gebe, man tut dann offenbar besser so, als seien diese "dunklen Phänomene" gar nicht vorhanden.

Fast die gesamte deutsche Öffentlichkeit hat sich über ein Jahrzehnt lang der Auseinandersetzung mit einer spezifisch baberowskischer Form von Geschichtsrevisionismus verweigert. Es wurde sich ausgeschwiegen, an öffentlichem Interesse gewinnt der  "Fall Baberowski" aber dann, wenn Kritik mit den eigenen Feindbildern (z.B. "stalinistische Linke" - oder umgekehrt "Hetze der Totalitarismustheoretiker") zu korrespondieren beginnt bzw. die Angelegenheit medial so präsentiert wird, daß sie die eigenen Stereotypen beflügelt und diejenigen Aufmerksamkeitsmechanismen anspricht, von denen man wohl glaubt, man hätte diese gar nicht. Aufmerksamkeitsmechanismen, von denen man sich in jedem Falle laut und öffentlichkeitswirksam immer wieder distanziert und geradezu zu ekeln scheint.

Vorgeschoben wird  bei dieser "Kritik an der Kritik" immer wieder ausgerechnet die Form, d.h. man behauptet, man störe sich nicht an den Inhalten bzw. der Kritik per se, nur werde diese auf so ungebührliche Weise avanciert. Im gleichen Zuge allerdings wird deutlich, daß die "Form" (persönlicher Anstand, gute Umgangsformen, sachliche Debattenführung, juristische Grenzen...) in Bezug auf das Pro-Baberowski-Lager so gut wie gar nicht Gültigkeit zu haben scheinen und auf geradezu groteske Weise mißachtet werden können.

Ein paar Beispiele aus einem aktuellen Diskussionsfaden mit Siegfried H. Seidl, der jahreland einen Kreisvorsitz der FDP Niederbayern innehatte, sind hier zu sehen (wörtlich und in der ursprünglichen Reihenfolge im untenstehenden Screenshot). Der Anlaß war folgender gewsen. Ich hatte die Solidarisierung von Karl Schlögel (Osteuropa-Historiker) mit seinem neurechten Kollegen Jörg Baberowski und  das bisherige Fehlen einer inhaltlicher Auseinandersetzung (aus Presseberichten zu schließen) kritisiert.

Diffamierung und negative Etikettierungen kommen vor Inhalten:

Siegfried H. Seidl sprach daraufhin und in Bezug auf Baberowski-Kritiker auf pauschal-vage-undefinierte Weise und quasi aus der Luft heraus von "pseudo- linken Spinner-Studenten", behauptete ohne konkrete Bezugnahmen und Beispiele, diese würden  "eine vollkommen unterirdische Debatte aufreißen", sprach von "diese verzogenen "Früchtchen" und postulierte: "Man ist hier gezwungen, grundsätzlich zu argumentieren.". Genau eine solche grundsätzliche Diskussion fand aber gar nicht statt.

Seidl fuhr fort mit Behauptungen wie "Was dieser neumodische Uni-Mob tut, ist nichts anderes, als den regulären akademischen Betrieb anzuzünden, um irgendwelchen Schrulligkeiten zu frönen und gute Profs "unmöglich" zu machen." Eine Auseinandersetzung mit dem Streit um Baberowskis Positionen  jenseits der mutmaßlichen Persönlichkeiten und (auf metaphorische Weise unterstellten) Verhaltensweisen seiner Kritiker blieb in dieser Diskussion zumindest bei ihm aus.

Angeblich wurde auf der Baberowski-Kritikerseite die Form verletzt, auch hierfür bringt bislang aber niemand wirklich glaubhafte Belege und Indizien an. Dafür werden dann aber auf der Pro-Baberowski-Seite Stereotypen, Diffamierungen und a-logische Diskussionsweisen zuhauf verwendet Inflationsartig und ohne jegliches erkennbares Interesse an der Begriffsgeschichte wird z.B. der Vorwurf getätigt, es würde von der Gegnerseite  "Denunziantion" betrieben. Akademische Inhalte und das Verwehren gegen Baberowskis Genozidrevisionismus, seine Bezugnahmen auf Protagonisten der Konservativen Revolution, werden jenseits ihrer skandalisierten/skandalisierbaren, mediengerechten Form  regelrecht ausgeklammert, gipfelnd bei Seidl in der Frage an mich: "Kennst Du die Profs?" 

Vielleicht muß man künftig auch einfach alle intellektuellen Debatten als "War Hitler böse?"- "Ja"/"Nein"/"Vielleicht"/"Weiß nicht" präsentieren, damit die mediale Öffentlichkeit und damit auch die allgemeine Zivilbevölkerung ihnen Daseinsberechtigung einräumt. 

Ich finde es erschreckend, wie sich überall "willige Helfer" für das Baberowski-Apologetentum finden und dem Professor ungeachtet von dessen Verhaltensweisen reflexhaft zur Seite springen. Unter diesen Unterstützern und einseitigen Beschützern von "Meinungsfreiheit" sind immer wieder auch Personen, die vermutlich nicht einmal näher wissen bzw. verstanden haben, um was es beim "Streit" um Jörg Baberowski  im Kern überhaupt geht.

Positive und negative Assoziationsslogik:

Während man anderen gerne eine Kontaminationslogik vorhält auch da, wo sie gar nicht vorliegt bzw. wo die Kritik nicht auf einer solchen beruht, geht man selbst persönlichen Assoziationen nach und per Analogieschlüssen vor:

So heißt es bei Seidl, der sich auf sein Studium bei Herfried Münkler und darauf bauende emotionale Verbundenheit beruft:  "Jörg Baberowski habe ich nie kennen gelernt, aber es ist genau das Gleiche." und auch: "Natürlich kann ich das beurteilen, weil ich z. B. bei Münkler studiert habe, auch heute noch seine Bücher lese, und ich Studenten kenne, die bei Baberowski studieren." 

Ich finde es ehrlich gesagt einigermaßen unverschämt, wie hier über persönliche Berührungen mit Vertretern anderer Disziplinen das vermeintliche Recht konstruiert wird, normative, ultimative Aussagen über einen einem selbst fremde Fachgebiete zu treffen und da von außen mit begrenzenden, beschränkenden Maßnahmen eingreifen zu wollen.Wer Ökologie oder Biologie studiert hat und selbst neben einem Zahnarzt wohnt, wird sich wohl trotzdem nicht sachgemäß in Debatten zu Herzkathetern oder Medikamentendosierung in der Tropenmedizin einmischen können, so, wie auch ein Innenarchitekt oder Agraringenieur wohl besser keine Berechnungen zur Tragfähigkeit von Meeresbrücken vornimmt.

Zementierung von Lagerdenken - Aufforderung zum Denken in Freund-Feind-Logik: 

Das Vorgehen von Baberowski-"Verstehern" beruht leider allzu oft auf Verdachtsrhetorik; man möchte z.B. wissen, ob bei kritischen Äußerungen eine Verbindung zu "den Trotzkisten" oder,  auf a-historische, relativierende Weise in den Worten Baberowskis, der "stalinistischen Sekte",  besteht. Sind die Fronten auf diese Weise geklärt, scheint das Interesse auch wieder abzuflauen. Es treibt offebar besonders die Vorstellung einer geheimen Trotzkisten-Verschwörung um und bewegt zum Gespräch. 

Die Wir-Ihr-Logik wird jenseits von Sachargumenten und inhaltlichen Interesses ausgebreitet. Bei Seidl heißt es so auch, unvermittelt und abrupt, zeitlich aber gerade nach meinen kurzen Erklärungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen mir und der Haltung von IYSSE/der trotzkistischen Gleichheitspartei: "Schämt Euch, wenn Ihr dafür auch nur ein Gramm Verständnis aufbringt."

Hier wird das Lagerdenken geradezu eingefordert und wird "beschämt", wer über politische Grenzen hinweg sich mit Kritik beschäftigen möchte,wer Inhalte jenseits von Personen und äußeren Umständen ernst nimmt, diese sachgerecht überprüfen will. Die Zugehörigkeit zum "richtigen" politischem Spektrum scheint hier, wie auch in anderen Debattenfetzen, sehr viel wichtiger als vieles andere zu sein. 

Schutz des Establishments um so gut wie jeden Preis?

Bei Kreisen, in denen fast täglich ein bleierner merkelscher Konsens beklagt wird, der sich auf geradezu erstickende Weise über das Land lege, in denen eine bessere Debattenkultur eingefordert wird, in denen mehr Raum für persönliche Freiheiten eingefordert und auch gerne über die negativen Effekte von zu viel "politischer Korrektheit" geklagt wird, sollte eigentlich verwundern, wenn diese dann die Bewahrung des Status quo eingefordern, überaus empfindlich auf die Kritik an bestehenden Strukturen reagiert wird und der  "korrekten Form" gößte Bedeutung zugemessen wird.
 
Angesichts der eigenen Rhetorik sollte man sich doch über ein bisschen "Unkorrektheit" und freches Konsensbrechen von studentischer Seite doch geradezu freuen. Stattdessen trifft man auf eine rabiate Verteidigung und fast unbesehene, "blind" getätigte Rechtfertigung des gesellschaftlichen Establishments, des Establishments wegen bzw. zur Bewahrung der 'bürgerlichen Existenzen', die an diesem hängen. Umso mehr, wenn diese "Unkorrektheit" im Benennen einer verschleierten Rückkehr des Gedankengutes von u.a. der Konservativen Revolution besteht.

Auf (vermutlich unbemerkt) zirkuläre Weise wird der "Ruf" und erworbene gesellschaftliche Rang einer Person angeführt als Begründung dafür, warum Kritik unbotmäßig sei, die diesen Ruf eventuell auch antasten könnte. So heißt es bei Seidl zur Diskreditierung von Baberowski-Kritik, es handele sich da um Studenten, "die klugen Professoren ans Bein pinkeln" 

Hier wird also mit einer Vorab-Rollenverteilung festgelegt, wer "klug" ist und wer "Spinner" ist, wer sich angemessen verhält und wer pöbelt, die "Klugheit" oder Angemessenheit intellektueller Argumente ergibt sich nicht aus dem diskursiven Austausch und dem Aneinander-Messen von Argumenten. Als "gut" und "klug" gilt damit dann in solch einem Umfeld weiterhin die Person, die Kritik mittels institutioneller Gewalt (teils auch dank einer willfährigen Presse) erfolgreich von sich abwenden bzw. diese erfolgreich delegitimieren kann - ohne sich einer lästigen akademische Argumentation stellen zu müssen.


Zensur bzw. die anvisierte Ahndung von anderen Meinungen und politischen Positione:

Gerade da, wo der innerakaademische Dissens fast völlig zum Erliegen gekommen ist, ein Klima der Angst und des Druckes herrscht, Kollegen kaum noch bereit sind (oder es noch nie waren), sich umfassend und offen zu den unterschiedlichen problematischen Aspekten von Baberowskis jüngerer wissenschaftlicher Entwicklung zu äußern, da, wo man sich übermäßig Sorgen macht um Karrieren, den eigenen  "Ruf", zukünftige Publikationsmöglichkeiten, das längerfristige persönliche Wohlergehen etc., sind kritische Studenten und andere Außenstehende besonders wichtig. Selbstverständlich wird in einer Situation, die sich zunehmend repressiv und undurchlässig anläßt, Kritik in erheblichem Maße "von außen" bzw. in Randbereichen geäußert. Hier auf ebendieser Randständigkeit rumzuhacken und diese zu einem eigenen Thema zu machen, anstatt sich den Argumenten und inhaltlichen Kritikpunkten zu widmen, ist nicht besonders klug und gefährdet auch den Erhalt unserer emokratischen Strukturen.

Die Reetablierung einer ideologiegetränkten, politisch tendentiösen und instrumentalisierbaren Wissenschaft zu beobachten, entsprechende Tendenzen zu kritisieren, mögliche Gefahren aufzuzeigen und ihnen entgegenzuarbeiten bzw sie aufzuhalten zu versuchen, heißt in Siegfried H. Seidls Argumentationslogik bislang, "irgendwelche[n] Schrulligkeiten" zu frönen. Er selbst möchte das bisschen an Kritik, das (noch) zu hören ist, gemessen an seinen aktuellen Aussagen, wohl am liebsten noch weiter verdrängen und verunmöglichen. So liest sich zumindest sein Wunsch, daß die Betreffenden ganz aus dem akademischen Raum entfernt würden. Er sagt, er würde "diese verzogenen "Früchtchen", wenn ich die Möglichkeit hätte alle hochkant von der Uni schmeißen". Auf Rückfragen bezüglich der Gültigkeit von Meinungsfreiheit ging Seidl bislang nicht mehr ein. Es wird auch nichts von seinen beleidigenden Zuschreibungen an die Studenten - auch diese haben Persönlichkeitsrechte - oder von seinen Druck generierenden, an Konformismus apellierenden Äußerungen zurückgenommen.

Man kann froh sein, wenn solche politischen Kräfte wie etwa eine zunehmend populistisch klingende FDP nicht die Möglichkeiten erhalten, zu tun, was sie gerne tun würden. Unsere Gesellschaft entwickelt sich zunehmend dahin, daß der Sinn für Gerechtigkeit und Ausgewogenheit vor allem fingiert bzw. nur noch verbal bekundet wird. Gerade für "Meinungsfreiheit" gilt das in besonderem Maße.